In der Welt der Elektroautos galt lange das Motto „Höher, schneller, weiter“. Doch nun rudert Volvo zurück und bringt Vernunft in das Segment der kompakten E-SUVs. Zum Modelljahr 2027, das bereits ab Mitte April 2026 im belgischen Gent vom Band läuft, führen die Schweden eine neue Einstiegsvariante für den EX30 ein. Die Kernbotschaft: 110 kW (150 PS) sind völlig genug für den urbanen Dschungel.

Bislang war der EX30 selbst in der Basisversion mit 200 kW (272 PS) fast schon übermotorisiert – ein Sprintwert von 5,7 Sekunden auf 100 km/h ist zwar beeindruckend, für den Weg zum Supermarkt oder ins Büro aber kaum notwendig. Die neue, abgespeckte Version setzt genau hier an und dürfte den Einstiegspreis spürbar unter die bisherige Marke drücken.

Die technischen Daten im Überblick

Das neue Basismodell, das intern wohl das Kürzel „P3“ trägt, kombiniert den bekannten 51-kWh-Akku (LFP-Chemie) mit dem schwächeren Heckmotor. Das Ergebnis ist ein Reichweiten-Versprechen, das sich kaum vom bisherigen Modell unterscheidet:

  • Leistung: 110 kW (ca. 150 PS)
  • Batterie: 51 kWh Kapazität
  • Reichweite: Bis zu 339 km nach WLTP
  • Antrieb: Heckantrieb

Zwar nennt Volvo noch keine offiziellen Preise, doch Experten rechnen damit, dass der Hersteller den bisherigen Startpreis deutlich unterbieten wird, um Wettbewerbern wie dem VW ID.3 das Leben schwer zu machen.

Neue Features und „Black Label“

Neben dem neuen Motor spendiert Volvo dem EX30 weitere Updates. Endlich hält die langersehnte Vehicle-to-Load (V2L) Funktion Einzug. Damit wird das Auto zur Powerbank und kann externe Geräte wie E-Bikes oder Camping-Equipment mit Strom versorgen. Auch im Innenraum gibt es Neuigkeiten: Neue „Rooms“ (Innenraum-Designs) und ein verbessertes Infotainment-System sollen die Kritik an der teils umständlichen Bedienung verstummen lassen.

"Premium-Einstiegs-Elektroautos wachsen rasant, und der EX30 ist seit seiner Einführung führend in diesem Segment."

Mit der Produktion in Europa (Gent) umgeht Volvo zudem elegant mögliche Strafzölle für China-Importe und stärkt die lokale Wertschöpfung. Für Kunden bedeutet das: Ein europäisches Auto zu einem (hoffentlich) konkurrenzfähigen Preis.