Es ist eine Zäsur für alle, die Teslas Versprechen vom „wertsteigernden Auto“ geglaubt haben. Bislang konnten Kunden das sogenannte „Full Self-Driving“ (FSD) für einen hohen vierstelligen Betrag einmalig erwerben und damit dauerhaft freischalten. Doch damit ist bald Schluss. Wie das Unternehmen nun bekannt gab, wird die Software-Option nach dem Valentinstag, dem 14. Februar, nicht mehr zum Kauf angeboten. Stattdessen gibt es das Assistenzsystem künftig ausschließlich als monatliches Abonnement.
Der Schritt markiert eine deutliche Abkehr von der bisherigen Philosophie. Jahrelang hatte CEO Elon Musk behauptet, der Wert der FSD-Option würde steigen, je näher die Software der echten Autonomie käme. Wer früh kaufte, sollte ein Schnäppchen gemacht haben. Mit der Umstellung auf ein reines Mietmodell beerdigt Tesla diese Logik faktisch. Das Auto wird damit endgültig zur Plattform für wiederkehrende Software-Einnahmen.
Rechenexempel für Kunden
Für viele Neuwagenkäufer dürfte die Umstellung finanziell zunächst sogar attraktiv wirken. Der Einmalpreis lag in Deutschland zuletzt bei 7.500 Euro – eine Summe, die viele abschreckte, zumal die Funktionen hierzulande regulatorisch noch stark eingeschränkt sind. Beim aktuellen Abo-Preis, der in den USA bei rund 99 Dollar liegt, müsste man das System über sechs Jahre lang abonnieren, um die Kosten des ehemaligen Kaufpreises zu erreichen.
Das Abo bietet zudem Flexibilität: Wer das „volle Potenzial für autonomes Fahren“ – wie es in Deutschland offiziell heißt – nur für die Urlaubsfahrt nutzen möchte, kann es monatsweise buchen und wieder kündigen. Das Risiko, tausende Euro für eine Software zu versenken, die (noch) nicht hält, was der Name verspricht, entfällt.
Das Ende des „Anlageobjekts“ Auto
Kritiker sehen in dem Schritt jedoch den endgültigen Beweis, dass das Versprechen vom vollautonomen Robotaxi, das Geld für seinen Besitzer verdient, in weite Ferne gerückt ist. Zudem entwertet der Abo-Zwang den Wiederverkauf: Wer seinen Tesla gebraucht verkauft, kann das teure FSD-Paket nicht mehr als Wertargument an den neuen Besitzer weiterreichen. Der Nachbesitzer muss einfach sein eigenes Abo abschließen.
Hürden in Europa bleiben
Während in den USA die Software in einer „Supervised“-Version bereits weitreichende Manöver im Stadtverkehr übernimmt, warten europäische Kunden weiterhin auf grünes Licht für fortgeschrittene Funktionen. Die Hoffnung liegt auf neuen EU-Regularien, die im Laufe des Jahres 2026 erwartet werden. Bis dahin bleibt das FSD-Abo für deutsche Kunden vor allem eine Wette auf die Zukunft – die man nun immerhin monatlich kündigen kann.