Der Sportwagenbauer Porsche ist mit einem Dämpfer ins Jahr 2026 gestartet und verzeichnet im ersten Quartal einen weltweiten Verkaufsrückgang von 15 Prozent. Trotz 11.499 ausgelieferter Elektroautos und großen Hoffnungen in den rein elektrischen Macan sorgen ausgerechnet der Wegfall alter Modelle und ein schwächelnder Markt in China für rote Vorzeichen. Doch während die E-Offensive ruckelt, beweist eine absolute Sportwagen-Ikone eindrucksvoll, wo aktuell das wahre Herz der Zuffenhausener schlägt.

Insgesamt übergab das Unternehmen zwischen Januar und März 60.991 Fahrzeuge in Kundenhand. Das sind merklich weniger als noch im starken Vorjahreszeitraum. Hinter dem Rückgang verbergen sich jedoch bewusste strategische Entscheidungen und externe Marktfaktoren, die das Geschäft der Stuttgarter massiv umkrempeln.

Ein schmerzhafter Übergang ins Elektro-Zeitalter

Die nackten Zahlen zeigen: Die Transformation zur Elektromobilität fordert ihren Tribut. Dass die weltweiten Auslieferungen um 15 Prozent eingebrochen sind, liegt laut Unternehmensführung gleich an mehreren Faktoren:

  • Das Produktionsende der Verbrenner-Varianten des 718 Boxster und Cayman.
  • Ein Basiseffekt: Im Vorjahr sorgte die Markteinführung des elektrischen Macan für ungewöhnlich hohe Auslieferungen.
  • Der Wegfall von Steuervergünstigungen für E-Autos und Hybride auf dem wichtigen US-Markt.

Trotzdem konnte der Autobauer weltweit immerhin 11.499 reine Elektroautos auf die Straßen bringen. Eine solide Basis, auch wenn der elektrische Macan in einigen Regionen noch mit Anlaufschwierigkeiten und einem abgekühlten E-Auto-Markt zu kämpfen hat.

Deutschland trotzt dem globalen Abwärtstrend

Ein Blick auf die weltweiten Absatzmärkte zeigt ein durchwachsenes Bild. Während der Absatz im Heimatmarkt Deutschland mit 7.778 ausgelieferten Fahrzeugen sogar leicht zulegen konnte (plus vier Prozent), sieht es im Rest der Welt düsterer aus.

Besonders in China, wo das wirtschaftliche Umfeld herausfordernd bleibt und lokale Hersteller den Wettbewerb verschärfen, musste ein sattes Minus von 21 Prozent (7.519 Fahrzeuge) hingenommen werden. Auch Nordamerika, traditionell das stärkste Pflaster für den Sportwagenhersteller, verzeichnete einen Rückgang von 11 Prozent, bleibt aber mit 18.344 Auslieferungen der wichtigste Einzelmarkt. Die Devise aus der Chefetage lautet daher klar: "Value over Volume" – Wertschöpfung vor reinem Stückzahlwachstum.

Verbrenner-Liebe und elektrische Hoffnungsträger

Während die neuen Elektromodelle den Weg in die Zukunft ebnen sollen, ist es ausgerechnet der Inbegriff des Verbrenner-Sportwagens, der die Bilanz aufhellt. Der legendäre 911er ist bei der Kundschaft begehrter denn je und verzeichnete im ersten Quartal ein furioses Plus von 22 Prozent auf fast 14.000 Einheiten.

"Die enorme Nachfrage beim 911er belegt eindrucksvoll, dass der Kern der traditionsreichen Sportwagenmarke absolut unverändert stark bleibt".

Doch die Elektro-Strategie geht unaufhaltsam weiter. Bereits in wenigen Monaten soll der nächste große Hebel umgelegt werden: Die Markteinführung des vollelektrischen Cayenne. Ab dem Sommer sollen die ersten Modelle des beliebten SUVs in Kundenhand übergeben werden – und könnten dem Elektro-Absatz in der zweiten Jahreshälfte den nötigen Turbo-Boost verpassen.