Lange Zeit kämpfte die schwedisch-chinesische Elektromarke mit einem überschaubaren Modellangebot. Doch nun zündet der Autobauer eine regelrechte Modelloffensive, um auf die Erfolgsspur einzubiegen. Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist eine neue, geräumigere Variante des aktuellen Bestsellers Polestar 4. Während das bisherige Modell als dynamisches SUV-Coupé auftritt, soll der Neuzugang die Lücke für Familien und Platzsuchende schließen – als stylischer Kombi beziehungsweise "Shooting Brake".
Endlich wieder Durchblick: Die Unterschiede zum Coupé
Das prägendste – und umstrittenste – Merkmal des bisherigen Polestar 4 war zweifellos das komplett geschlossene Heck. Anstelle einer echten Glasscheibe vertrauten die Entwickler auf einen digitalen Rückspiegel samt HD-Kamera. Beim neuen Kombi-Derivat rudert die Marke jedoch zurück: Die Karosserie bekommt ein steiler abfallendes Heck und vor allem eine klassische Heckscheibe.
Neben der verbesserten Rundumsicht ändert sich auch das Raumgefühl spürbar. Durch die angehobene Dachlinie dürften vor allem die Passagiere auf der Rückbank von deutlich mehr Kopffreiheit profitieren. Kurios: Um Verwechslungen im Showroom zu vermeiden, wird das bisherige Modell künftig offiziell "Polestar 4 Coupé" heißen, während der Kombi schlicht den Namen "Polestar 4" übernimmt.
Mehr Platz für Kind und Kegel: Das Kofferraumvolumen
Einer der größten Kritikpunkte am Coupé war die mäßige Nutzbarkeit des Gepäckabteils. Zwar bietet der flache Schwede auf dem Papier ordentliche 526 Liter, die sich durch Umklappen der Sitze auf bis zu 1.536 Liter erweitern lassen, doch die flache Heckklappe und die hohe Ladekante machen das Beladen mit sperrigen Gegenständen im Alltag oft mühsam.
Der neue Kombi soll genau hier Abhilfe schaffen. Die Führungsebene verspricht die perfekte Symbiose aus dem Platzangebot eines Kombis und der Vielseitigkeit eines SUV. Dank des steileren Hecks wird nicht nur das reine Stauvolumen für Urlaubsreisen ansteigen, sondern auch die Beladbarkeit deutlich nutzerfreundlicher ausfallen. Der kleine vordere Kofferraum, der sogenannte "Frunk" mit 15 Litern Fassungsvermögen, bleibt als nützliches Fach für das Ladekabel erhalten.
Antrieb, Reichweite und Preis: Was kostet der Kombi?
Unter dem schicken Blechkleid bedient sich der Shooting Brake an der hochmodernen Plattform des Mutterkonzerns. Das bedeutet für künftige Fahrer:
- Eine wuchtige 100-kWh-Batterie sorgt für ordentlich Ausdauer auf der Langstrecke.
- Die "Single Motor"-Version leistet 200 kW (272 PS) und dürfte es auf rund 620 Kilometer WLTP-Reichweite bringen.
- Wer es sportlicher mag, greift zur "Dual Motor"-Allradversion mit satten 400 kW (544 PS), die den Spurt auf Landstraßentempo voraussichtlich in knapp 3,8 Sekunden absolviert.
- Geladen wird zügig mit bis zu 200 kW am Schnelllader.
"Wir zielen auf das Herz des Elektroauto-Marktes ab, wo die Kundennachfrage groß ist."
Preislich dürfte sich der Kombi eng am Coupé orientieren, das in Deutschland aktuell bei knapp 61.900 Euro startet. Ein moderater Aufschlag für den Mehrwert an Platz ist in der Branche üblich, womit der Basispreis schätzungsweise bei etwa 63.500 Euro liegen könnte. Die vollausgestattete Allrad-Topversion dürfte die 70.000-Euro-Marke durchbrechen.
Wann ist der Release?
Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, muss sich nur noch ein wenig gedulden. Die offizielle Markteinführung und die ersten Auslieferungen an Kunden sind weltweit für das vierte Quartal 2026 eingeplant. Gefertigt wird der Edel-Kombi übrigens im südkoreanischen Busan. So umschifft der Hersteller clever die europäischen Strafzölle auf Elektroautos, die direkt in China produziert werden.