Der Polestar 3 bekommt das Update, das viele Elektro-SUV-Fahrer wirklich spüren: schneller laden, stärker fahren, smarter bedienen. Aus dem noblen Schweden-SUV wird damit ein deutlich schärferer Gegner für die Premium-Elektroklasse. Die wichtigste Zahl steht ganz oben: In der Performance-Version liefert der Polestar 3 jetzt 500 kW beziehungsweise 680 PS und sprintet in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

800 Volt statt 400 Volt: Das ist mehr als ein Datenblatt-Trick

Polestar stellt den 3 zum Modelljahr 2026 auf eine 800-Volt-Architektur um, und genau das ist der Kern dieses Updates. In der Praxis zählt vor allem die Ladeleistung: Bis zu 350 kW DC sind möglich, der Ladehub von 10 auf 80 Prozent soll unter optimalen Bedingungen in 22 Minuten erledigt sein.

Zum Vergleich: Die bisherigen Polestar-3-Versionen wurden vom ADAC mit einer DC-Ladeleistung von 50 bis 250 kW geführt. Damit ist das neue Modell nicht einfach ein kleines Facelift, sondern ein Hardware-Sprung an der Stelle, die auf der Langstrecke wirklich entscheidet.

Wichtig für deutsche Käufer: Die Maximalwerte setzen passende Infrastruktur voraus. Polestar weist darauf hin, dass für die höchste Ladegeschwindigkeit ein 800-Volt-Ladegerät nötig ist, das bis zu 350 kW liefern kann; Batterietemperatur, Außentemperatur und Ladezustand beeinflussen die reale Ladeleistung ebenfalls.

Mehr Punch: Aus 517 PS werden 680 PS

Der stärkste Polestar 3 legt kräftig zu: Die Performance-Version kommt jetzt auf 500 kW/680 PS, 870 Nm Drehmoment und 3,9 Sekunden für 0 bis 100 km/h. Der Dual Motor darunter leistet 400 kW/544 PS und 740 Nm, der Rear Motor steht mit 245 kW/333 PS und 480 Nm in der Liste.

Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil der bisherige Polestar 3 Long Range Dual Motor mit Performance-Paket laut ADAC bei 380 kW/517 PS lag. Polestar verkauft das Update also nicht nur über schnellere Ladesäulen-Stopps, sondern auch über spürbar mehr Leistung.

Auch die Reichweiten bleiben trotz der stärkeren Auslegung konkurrenzfähig: Polestar nennt bis zu 603 km für den Rear Motor, bis zu 647 km für den Dual Motor und bis zu 601 km für die Performance-Version nach WLTP. Der offizielle deutsche Kaufpreis startet aktuell bei 78.900 Euro.

Der neue Lade-Alltag: 22 Minuten sind die Kampfansage

Die Zahl, die im Alltag mehr wert sein dürfte als jede Stammtisch-PS-Angabe, lautet 22 Minuten. So lange soll der Polestar 3 unter passenden Bedingungen für 10 bis 80 Prozent brauchen, wenn ein 350-kW-DC-Lader mit 800-Volt-Technik verfügbar ist.

Für Langstreckenfahrer ist das der entscheidende Unterschied: Früher war der Polestar 3 ein komfortables, schnelles Premium-SUV mit großer Batterie; jetzt spielt er beim Schnellladen deutlich näher an der 800-Volt-Elite.

Polestar selbst nennt für das öffentliche DC-Laden bis zu 350 kW und für das AC-Laden zu Hause bis zu 11 kW. Die Marke gibt außerdem an, dass die 10-bis-80-Prozent-Zeit auf 350-kW-DC-Laden an einer 800-Volt-Station basiert.

KI-Assistent und neues Superhirn: Der Polestar 3 wird auch innen smarter

Neben Akku und Antrieb bekommt der Polestar 3 ein deutlich stärkeres digitales Fundament. Ab Modelljahr 2026 wird der Elektro-SUV mit dem NVIDIA DRIVE AGX Orin Prozessor ausgeliefert. Polestar spricht von einem Sprung der Rechenleistung von 30 auf 254 TOPS, also von einer mehr als achtfachen Steigerung.

Das ist nicht nur Marketing für Technikfans: Der neue Kerncomputer soll aktive Sicherheitssysteme, Batterieleistung und Sensordaten schneller und intelligenter verwalten. Bereits ausgelieferte Polestar-3-Fahrzeuge sollen den neuen Orin-Rechner als kostenloses Hardware-Upgrade erhalten; laut Polestar begann die Nachrüstung Anfang 2026 bei autorisierten Servicepartnern.

„Dieses kostenlose Upgrade für alle bestehenden Polestar 3 Fahrzeuge wird eine schnellere Leistung ermöglichen und in Zukunft neue Funktionen für Kunden freischalten.“

Auch beim Sprachassistenten tut sich etwas. Auf der deutschen Technologie-Seite des Polestar 3 führt die Marke Google Gemini als KI-Assistenten auf, der komplexe Sprachbefehle verarbeiten, Klimaeinstellungen ändern und mit bevorzugten Apps sowie Fahrzeugdaten arbeiten soll. Polestar kündigte den Rollout von Google Gemini am 30. April 2026 zunächst für Fahrzeuge mit Google built-in in den USA und mit US-Englisch an; weitere Sprachen und Regionen sollen folgen.

Der Haken: 800 Volt gibt es nicht per Update

Für Besitzer eines frühen Polestar 3 ist die wichtigste Einschränkung klar: Der neue NVIDIA-Rechner kann nachgerüstet werden, die 800-Volt-Technik aber nicht. Polestar erklärt ausdrücklich, dass 800 Volt neue Hardware erfordert und bei früheren 400-Volt-Fahrzeugen nicht per Software freigeschaltet werden kann.

Das macht die Modelljahres-Umstellung besonders relevant für alle, die gerade zwischen einem Lagerfahrzeug und einer neueren Konfiguration wählen. Wer vor allem schnelleres Laden und die neue Antriebs-Hardware will, muss zum aktualisierten Polestar 3 greifen.

AUTOIMABO-Fazit: Genau das Update, das der Polestar 3 gebraucht hat

Der Polestar 3 war schon vorher ein auffälliges Premium-SUV mit starker Technik, aber das Modelljahr 2026 verschiebt die Prioritäten sichtbar Richtung Ladegeschwindigkeit, Leistung und Software-Fähigkeit. 680 PS, 350 kW DC-Laden und ein 254-TOPS-Rechner sind drei Zahlen, die im deutschen Elektro-SUV-Markt sofort Aufmerksamkeit holen.

Der beste Punkt: Polestar verbessert nicht nur die Neuwagen, sondern nimmt Bestandskunden beim Kerncomputer mit. Der größte Punkt gegen das Update: Wer die echte 800-Volt-Ladeleistung will, bekommt sie nicht nachträglich, sondern nur mit neuer Hardware.

Unterm Strich ist der Polestar 3 damit nicht mehr nur der schicke, skandinavisch-kühle Gegenentwurf zu BMW iX, Mercedes EQE SUV und Co. Er wird technisch bissiger, langstreckentauglicher und digital zukunftsfähiger — und genau das musste passieren, wenn Polestar in der Premium-Elektroklasse ernsthaft mitreden will.