Die Mercedes S-Klasse ist seit jeher das absolute Lieblingsgefährt der deutschen Polit-Prominenz. Mit dem frisch aktualisierten Facelift des S 680 Guard 4matic bringen die Stuttgarter nun einen rollenden Luxus-Tresor auf die Straße, der Staatsgäste und Regierungschefs selbst vor massiven Angriffen schützt. Wer diesen ultimativen Politiker-Panzer allerdings steuern möchte, steht vor einer überraschenden Hürde.
Ein Bunker im Smoking
Von außen sieht der aktualisierte S 680 Guard aus wie eine ganz gewöhnliche, edle S-Klasse. Kein martialischer Militär-Look, keine offensichtlichen Panzerplatten verraten seinen wahren Zweck. Doch der Schein trügt gewaltig: Unter dem glänzenden Blechkleid verbirgt sich eine eigens entwickelte, extrem schützende Fahrgastzelle, die als einziges Zivilfahrzeug ab Werk die höchste ballistische Schutzklasse VR10 erfüllt.
Das bedeutet für die Sicherheit der hochrangigen Fahrgäste:
- Stahlharter Widerstand: Das Fahrzeug hält dem Beschuss aus Sturmgewehren mit panzerbrechender Hartkernmunition mühelos stand.
- Bombensicher: Selbst Explosionen von über zwölf Kilogramm Sprengstoff direkt neben oder unter dem Wagen bringen die schwer gepanzerte Hülle nicht zum Nachgeben.
- Autarkes Überleben: Ein integriertes Notfall-Frischluftsystem schützt vor heimtückischen Gasangriffen, während eine automatische Löschanlage Brände im Motorraum oder unter dem Auto sofort im Keim erstickt.
- Run-Flat-Technologie: Spezielle Schwerlastreifen sorgen dafür, dass die Limousine auch mit völlig zerstörten Pneus noch bis zu 30 Kilometer weit aus der Gefahrenzone flüchten kann.
Warum der Chauffeur einen Lkw-Führerschein braucht
Dieser enorme technische Aufwand schlägt sich massiv auf der Waage nieder. Panzerelemente, mehrlagiges Polycarbonat-Spezialglas und massive Karosserieverstärkungen treiben das Gesamtgewicht der Limousine auf gut 4,2 Tonnen. Allein die zentimeterdicken Vordertüren sind mit etwa 180 Kilogramm so absurd schwer, dass sie sich nur noch mit elektro-mechanischer Servo-Unterstützung flüssig bedienen lassen.
Für den Chauffeur hat das weitreichende Konsequenzen im Alltag: Mit einem normalen Pkw-Führerschein der Klasse B darf dieser vierrädrige Tresor gar nicht erst im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden. Wer ans Lenkrad dieses Schwergewichts will, benötigt zwingend einen Lkw-Führerschein – oder muss seine alte Klasse-III-Fahrerlaubnis vor dem Jahr 1999 erworben haben.
V12-Power für die Flucht nach vorn
Damit sich das Fahrzeug bei einem plötzlichen Angriff nicht in eine träge, wehrlose Zielscheibe verwandelt, setzt der Hersteller auf pure Leistung unter der langen Motorhaube. Als eines der allerletzten Modelle der Marke wird der Guard von dem legendären 6,0-Liter-V12-Biturbomotor angetrieben.
"Die brutalen 612 PS und mächtigen 830 Newtonmeter Drehmoment sorgen dafür, dass die Flucht nach vorn aus der Gefahrenzone jederzeit souverän gelingt."
Dank des serienmäßigen Allradantriebs krallt sich der Koloss kraftvoll in den Asphalt und erreicht nach dem neuesten Update nun sogar eine angehobene Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h. Preislich spielt das prestigeträchtige Flaggschiff naturgemäß ebenfalls in einer völlig eigenen Liga: Deutlich über eine halbe Million Euro werden für das rollende Fort Knox samt Steuern mindestens fällig. Doch für die unantastbare Sicherheit der Entscheidungsträger dieser Welt ist den Regierungen eben kein Aufwand zu groß.