Lange Zeit galt bei Alfa Romeo die eiserne Devise: Ab 2027 baut die Marke ausschließlich Elektroautos. Doch nun zieht der italienische Traditionshersteller die Notbremse. Die heiß ersehnten Nachfolger der Limousine Giulia und des SUVs Stelvio verspäten sich voraussichtlich bis 2028. Der überraschende Grund für die Verzögerung dürfte jedoch viele Fans jubeln lassen: Die Marke verabschiedet sich von der reinen Elektro-Strategie und bringt die neuen Modelle mit einer unerwartet breiten Antriebspalette, die auch weiterhin Verbrennungsmotoren umfasst.

Die stagnierende Nachfrage nach reinen Elektroautos, insbesondere auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt, hat ein massives Umdenken im Konzern bewirkt. Anstatt auf Biegen und Brechen das batterieelektrische Auto durchzudrücken, schwenkt der Autobauer nun auf eine flexible Strategie um, die mehrere Antriebsformen zulässt.

Die Plattform muss radikal umgebaut werden

Ursprünglich sollten die neuen Generationen von Giulia und Stelvio auf einer speziellen Ausprägung der neuen "STLA Large"-Plattform aufbauen, die exklusiv für Elektroantriebe konzipiert war. Nun müssen die Ingenieure zurück ans Reißbrett. Die Architektur wird aktuell tiefgreifend angepasst, damit sie künftig auch Plug-in-Hybride und klassische Verbrenner aufnehmen kann.

Dieser aufwendige Umbau erfordert handfeste technische Lösungen:

  • Eine neu gestaltete Frontpartie muss zusätzliche Lufteinlässe und Kühlkreisläufe für die Verbrennungsmotoren integrieren.
  • Der Unterboden wird modifiziert, um Platz für Auspuffanlagen, Getriebetunnel und Kraftstofftanks zu schaffen.
  • Um diese umfangreichen Entwicklungen abzuschließen, verlängert Alfa Romeo kurzerhand den Lebenszyklus der aktuellen, altbekannten Generationen bis mindestens 2027.

Breite Antriebspalette und das Quadrifoglio-Comeback

Wenn die neuen Modelle ab voraussichtlich 2028 endlich zu den Händlern rollen, dürfen sich die Kunden auf ein sehr breites Spektrum freuen. Neben rein elektrischen Versionen, die auf modernster 800-Volt-Technik basieren und in der Spitze wahnwitzige Leistungen erzielen könnten, wird es auch teilelektrifizierte Verbrenner geben.

Zudem ist das Comeback der legendären Quadrifoglio-Modelle fest eingeplant. Brancheninsidern zufolge könnte die sportliche Speerspitze der neuen Giulia nicht nur als reines Elektro-Monster kommen, sondern auch mit einem massiven Verbrennungsmotor ausgestattet werden, um etablierten Konkurrenten weiterhin Paroli zu bieten.

"Die Kunden diktieren den Markt, und reine E-Autos lassen sich im Premium-Segment derzeit schwerer verkaufen als erhofft. Eine Multi-Energy-Plattform ist die einzige logische Konsequenz."

Mit dieser Kehrtwende beweist die traditionsreiche Marke wertvollen Pragmatismus. Bis die neuen "STLA Large"-Modelle startklar sind, sollen die kontinuierlich aufgefrischten aktuellen Baureihen die Stellung halten – zur großen Freude all jener, die das mechanische Herzklopfen eines echten italienischen Verbrenners nicht missen wollen.