Es ist ein Paukenschlag aus Niedersachsen, der die Elektro-Strategie der Wolfsburger in ein ganz neues Licht rückt. Was als leises Gerücht durch die Flure in Wolfsburg waberte, ist nun so gut wie offiziell: Der VW ID.4, das bisherige Zugpferd der elektrischen Flotte, wird seinen kryptischen Namen verlieren. Ab Ende 2026 soll das überarbeitete Modell als "ID.Tiguan" vom Band laufen. Damit vollzieht VW eine radikale Kehrtwende, die viele Fans und Kritiker schon lange gefordert haben – weg von der kühlen Mathematik, hin zu echten Emotionen und vertrauten Werten.

Das Ende des Nummern-Salats

Jahrelang versuchte Volkswagen, mit der ID-Nomenklatur eine komplett eigenständige Welt neben den etablierten Verbrennern aufzubauen. Doch Bezeichnungen wie ID.3, ID.4 oder ID.5 wirkten auf viele Kunden oft steril und austauschbar, während die klassischen Namen wie Musik in den Ohren der Stammkundschaft klingen. Konzernchef Thomas Schäfer hatte bereits in Interviews angedeutet, dass man ikonische Markenwerte nicht einfach sterben lassen wolle. Nun folgen Taten: Der Nachfolger des ID.4 wird optisch und namentlich näher an den konventionellen Bestseller Tiguan rücken.

"Warum sollte man erfolgreiche Namen wie Golf und Tiguan aufgeben? Sie sind ein Vermögen wert und in den Köpfen der Menschen fest verankert."

Diese Haltung des Managements wird nun konsequent umgesetzt. Den Anfang macht im Kleinwagensegment der ID.Polo (ehemals ID.2), und jetzt zieht das wichtigste SUV im Portfolio nach. Das Ziel ist klar: Die Lücke zwischen Verbrenner und Stromer soll, zumindest im Kopf der Kunden, endlich geschlossen werden.

Exklusiv aus Emden: So geht es weiter

Die brisanten Informationen stammen Berichten zufolge direkt aus dem Umfeld des Werks in Emden. Dort soll der neue "ID.Tiguan" ab November 2026 exklusiv gefertigt werden. Für die Produktionsstandorte und die Modellpalette hat das weitreichende Folgen:

  • Produktionsende in Zwickau: Die Fertigung des Modells in Sachsen läuft aus, Emden wird zum alleinigen Hub für das Elektro-SUV.
  • Aus für den ID.5: Das Coupé-Derivat soll Berichten zufolge ersatzlos gestrichen werden, um das Angebot zu straffen und Komplexität rauszunehmen.
  • Neues Design: Der ID.Tiguan wird kein bloßes Facelift erhalten. Erwartet wird eine massive optische Überarbeitung, die die Familienähnlichkeit zum Verbrenner-Tiguan betont und das etwas rundgelutschte Design der ersten ID-Generation verabschiedet.

Golf, Passat und die Zukunft

Mit dem ID.Tiguan ist der Damm gebrochen. Branchenkenner sind sich sicher: Das ist die Blaupause für die gesamte zukünftige Modellpalette. Der Nachfolger des ID.3 dürfte mittelfristig als echter "ID.Golf" die Herzen der Kompaktklasse zurückerobern, und auch für die Limousine ID.7 steht der traditionsreiche Name "ID.Passat" im Raum. Für den Kunden hat das einen entscheidenden Vorteil: Er weiß endlich wieder sofort, in welcher Fahrzeugklasse er sich bewegt – ganz ohne vorher das VW-Abkürzungsverzeichnis studieren zu müssen.