Volkswagen zieht die Samthandschuhe aus: Der lang erwartete elektrische Kleinwagen für unter 25.000 Euro soll nicht als anonyme Nummer, sondern als echter „ID. Polo“ die Herzen zurückerobern. Mit physischen Tasten, Retro-Charme und einer echten GTI-Version ab 2026 bläst Wolfsburg zum Gegenangriff auf die französische Konkurrenz.

Lange Zeit wirkte es so, als würde Volkswagen den Anschluss im Segment der bezahlbaren Stromer verlieren. Während Citroën mit dem ë-C3 bereits vorlegt und Renault mit dem kultigen R5 und dem kommenden Twingo eine wahre „Retro-Revolution“ startet, herrschte in Wolfsburg Funkstille. Doch jetzt sickern immer mehr Details durch, die Hoffnung machen: Der ursprünglich als ID.2all gezeigte Hoffnungsträger wird wohl einen Namen tragen, der in Deutschland Klang hat wie kein zweiter – der ID. Polo kommt.

Ein echter Volkswagen – endlich wieder mit Knöpfen

Die wohl beste Nachricht für viele genervte VW-Fahrer: Die Ära der frustrierenden Touch-Slider neigt sich dem Ende zu. Der neue Elektro-Kleinwagen besinnt sich auf alte Tugenden. Der Innenraum soll zwar modern und digital sein, aber wichtige Funktionen wie Lautstärke und Klimatisierung bekommen wieder echte, physische Tasten. Volkswagen hat verstanden, dass Digitalisierung nicht bedeuten muss, die Bedienbarkeit zu opfern.

Mit einer Länge von knapp über vier Metern bleibt der Stromer so handlich wie der klassische Polo, soll aber dank des Elektro-Baukastens (MEB Entry) im Innenraum Platzverhältnisse wie ein Golf bieten. Das Kofferraumvolumen wird mit gut 490 Litern prognostiziert – ein Wert, der selbst manche Kompaktklasse alt aussehen lässt.

Reichweite und Preis: Die 25.000-Euro-Hürde

Das Versprechen steht: Der Einstiegspreis soll bei unter 25.000 Euro liegen. Dafür erhalten Kunden voraussichtlich eine solide Basisversion mit Lithium-Eisenphosphat-Akku (LFP) und rund 300 Kilometern Reichweite. Wer mehr will, greift zur größeren 52-kWh-Batterie, die bis zu 450 Kilometer nach WLTP schaffen soll.

Auch beim Laden will VW keine Geduldsproben mehr: An der Schnellladesäule soll der Akku in gut 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent gefüllt sein. Mit bis zu 130 kW Ladeleistung wäre der ID. Polo damit deutlich flotter unterwegs als viele aktuelle Konkurrenten in diesem Preissegment.

Der GTI lebt weiter – elektrisch und emotional

Für alle, denen Vernunft allein nicht reicht, hat VW ein Ass im Ärmel: Der ID. GTI kommt ebenfalls 2026/2027. Die Studie zeigte bereits, wohin die Reise geht: Tiefer, breiter und mit Designzitaten des Ur-GTI von 1976. Mit einer Leistung von voraussichtlich 226 PS (166 kW) und einer elektronischen Differenzialsperre an der Vorderachse soll der elektrische GTI beweisen, dass Fahrspaß auch ohne Benzingeruch möglich ist.

Das Ziel ist klar: Der elektrische GTI soll nicht nur schnell geradeaus fahren, sondern auch in Kurven das typische „GTI-Grinsen“ erzeugen.

Harter Kampf gegen Renault und Co.

Der ID. Polo wird es jedoch nicht leicht haben. 2026 trifft er auf ein starkes Feld:

  • Renault Twingo: Die Franzosen planen einen noch günstigeren City-Flitzer für unter 20.000 Euro.
  • Renault 5 E-Tech: Der direkte Retro-Konkurrent, der bereits früher startet und voll auf Emotion setzt.
  • Cupra Raval & Škoda Epiq: Die Konkurrenz kommt auch aus dem eigenen Haus – sportlicher (Cupra) oder praktischer (Škoda).

Volkswagen muss ab 2026 liefern, und zwar perfekt. Doch mit der Rückkehr zum Namen „Polo“, dem Abschied von Bedien-Frust und einer fairen Preispolitik stehen die Chancen gut, dass der Wolfsburger Bestseller auch im Elektro-Zeitalter seinen Thron verteidigen kann.