Totgesagte leben länger – und im Fall der AC Cobra sind sie vor allem deutlich lauter. Während die meisten Hersteller heutzutage stolz ihre neuesten Elektro-Flitzer mit künstlichem Motorsound präsentieren, geht der traditionsreiche britische Autobauer AC Cars einen erfrischend analogen Weg. Pünktlich zum 125-jährigen Jubiläum lüftet die Marke das Geheimnis um das neue AC Cobra GT Coupé. Die geschlossene Variante des berühmt-berüchtigten Roadsters ist eine brachiale Liebeserklärung an den Verbrennungsmotor und klassische Sportwagentugenden.
Inspiriert wurde das Design des neuen Coupés von einem echten historischen Einzelstück: dem AC A98 Le-Mans-Rennwagen aus dem Jahr 1964. Dieses Fahrzeug sorgte damals für Schlagzeilen, als es bei Testfahrten auf der britischen Autobahn fast 300 km/h erreichte und damit gerüchteweise die Einführung eines landesweiten Tempolimits befeuerte. Das neue Modell nimmt diese DNA auf, interpretiert sie aber für die Gegenwart völlig neu.
Kompromisslose V8-Power statt Akku-Gewicht
Anstelle von schweren Batteriepaketen schlummert unter der langen Carbon-Motorhaube ein echtes Herzstück aus den USA. AC Cars bedient sich bei Ford und pflanzt dem GT Coupé den legendären 5,0-Liter-V8 ein.
Um unterschiedlichsten Ansprüchen gerecht zu werden, bieten die Briten das Kraftpaket in zwei Leistungsstufen an:
- Der Purist: Ein Saugmotor liefert bereits stattliche 434 PS und 556 Nm Drehmoment.
- Das Biest: Die Variante mit Kompressor-Aufladung bringt es auf wahnwitzige 710 PS und reißt mit 820 Newtonmetern an der Hinterachse.
Besonders erfreulich für Enthusiasten: Geschaltet wird bei beiden Varianten wahlweise über eine klassische 6-Gang-Handschaltung oder eine blitzschnelle 10-Gang-Automatik. Dank des Aluminium-Spaceframe-Chassis und der Vollcarbon-Karosserie bringt das Coupé nur rund 1.590 Kilogramm auf die Waage. Mit einer perfekten Gewichtsverteilung von 50:50 stürmt das britische Retro-Biest in rund 3,5 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h.
Exklusiver Fahrspaß für gut Betuchte
"Das Ziel war nicht, einfach nur ein Dach auf den Roadster zu schweißen. Wir wollten einen echten Grand Tourer erschaffen, der rohe Kraft mit einer Prise modernem Luxus verbindet."
Der Innenraum spiegelt diese Philosophie wider: Analoge Instrumente treffen auf dezente Bildschirme und zeitgemäße Annehmlichkeiten. Wer das Cobra GT Coupé in die eigene Garage stellen möchte, braucht allerdings etwas Geduld – und vor allem das nötige Kleingeld. AC Cars hat den Ausbau seiner Produktionskapazitäten angekündigt, um künftig bis zu 1.000 Fahrzeuge pro Jahr zu fertigen. Die ersten Auslieferungen des ab etwa 300.000 Euro teuren Supersportwagens werden jedoch erst für das Jahr 2028 erwartet. Ein saftiger Preis, doch für eines der wohl aufregendsten V8-Comebacks dieses Jahrzehnts dürften die Auftragsbücher schnell voll sein.