Einleitung
Der Opel Meriva, insbesondere in der zwischen 2010 und 2017 produzierten Generation B, gilt als einer der durchdachtesten Kompaktvans seiner Zeit. Opel wagte mit diesem Modell den Schritt weg vom klassischen Kleinwagen-Design des Vorgängers hin zu einem eigenständigen, hochfunktionalen Raumwunder. Besonders bekannt wurde er für sein unkonventionelles Türkonzept, das ihn bis heute zu einer beliebten Wahl für Familien und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen macht.
Design & Verarbeitung
Optisch hebt sich der Meriva B durch die charakteristische „Sichel“ in der Fensterlinie und die markanten FlexDoors ab. Die hinteren Türen sind hinten angeschlagen und öffnen in einem Winkel von fast 90 Grad. Die Verarbeitungsqualität ist auf einem soliden Niveau, wobei Opel beim Facelift nochmals bei der Materialauswahl im Cockpit nachgebessert hat. Das Design folgt klar der Funktion, wirkt aber auch heute noch harmonisch und zeitlos.
Innenraum & Komfort
Das Prunkstück des Meriva ist das FlexSpace-System. Die Rücksitze lassen sich nicht nur einzeln umklappen und verschieben, sondern auch diagonal nach innen rücken, um zwei Passagieren im Fond Oberklasse-Beinfreiheit zu ermöglichen. Ein weiteres Highlight sind die optionalen AGR-Ergonomiesitze (Aktion Gesunder Rücken), die auf Langstrecken einen in dieser Fahrzeugklasse unerreichten Komfort bieten. Zahlreiche Ablagen und die verschiebbare Mittelarmlehne (FlexRail) runden das Raumangebot ab.
Infotainmentsystem
Im Vergleich zu modernen Fahrzeugen merkt man dem Meriva sein Alter beim Infotainment am deutlichsten an. Das Cockpit ist von einer Vielzahl an Knöpfen geprägt, was die Bedienung anfangs erschweren kann. Die Systeme wie das IntelliLink CD 600 bieten zwar Bluetooth-Freisprecheinrichtungen und Navigation, jedoch fehlen moderne Features wie Smartphone-Integration via Apple CarPlay oder Android Auto. Die Grafik des Bildschirms ist zweckmäßig, aber nicht mehr zeitgemäß.
Antrieb & Fahrverhalten
Das Motorenangebot reicht vom soliden 1,4-Liter-Turbobenziner (120 oder 140 PS) bis hin zum effizienten 1,6-Liter-CDTI-Diesel, der oft als „Flüsterdiesel“ gelobt wird. Das Fahrwerk ist eher komfortabel abgestimmt und schluckt Unebenheiten souverän weg. Aufgrund des relativ hohen Eigengewichts von fast 1,5 Tonnen ist der Meriva kein Sportler; er liegt jedoch sicher auf der Straße und bietet ein stabiles Fahrgefühl in Kurven.
Verbrauch & Unterhalt
Bei den Benzinmotoren muss man mit einem realen Verbrauch zwischen 7 und 8 Litern rechnen, was dem Gewicht und dem cw-Wert eines Vans geschuldet ist. Die Dieselvarianten sind deutlich sparsamer und eignen sich hervorragend für Vielfahrer. In Sachen Unterhalt profitiert der Meriva von seiner ausgereiften Technik und der guten Ersatzteilverfügbarkeit, da viele Komponenten aus dem Astra-Baukasten stammen.
Sicherheit & Assistenzsysteme
Zum Marktstart erhielt der Meriva fünf Sterne im Euro NCAP-Crashtest. Die Sicherheitsausstattung umfasst Front-, Seiten- und Kopfairbags sowie ESP. An modernen aktiven Assistenten mangelt es jedoch: Während Parksensoren, eine Rückfahrkamera und ein Spurverlassenswarner verfügbar waren, sucht man autonome Notbremsassistenten oder einen adaptiven Tempomaten vergeblich. Die passive Sicherheit ist durch die stabile Fahrgastzelle dennoch hoch.
Fazit
Der Opel Meriva B ist der ideale Begleiter für alle, die maximale Funktionalität auf kompakter Grundfläche suchen. Seine Stärken liegen im einfachen Zustieg und der enormen Flexibilität im Innenraum. Wer auf modernste digitale Spielereien verzichten kann und stattdessen Wert auf Ergonomie und praktischen Nutzen legt, findet im Meriva einen zuverlässigen Alltagshelden, der besonders als Familienauto oder für Senioren überzeugt.