Einleitung

Der Kia EV6 hat sich seit seinem Start 2021 als einer der innovativsten Stromer etabliert. Mit dem Facelift für das Modelljahr 2025 verfeinert Kia das Erfolgsrezept: Ein größerer Akku, eine gesteigerte Ladeleistung und optische Korrekturen machen den Koreaner fit für den harten Wettbewerb. Ob als effizienter Hecktriebler oder als brachiales GT-Modell mit 650 PS – der EV6 bleibt ein technisches Aushängeschild.

Design & Verarbeitung

Optisch sticht vor allem die neue Frontpartie ins Auge. Mit den „Star Map“ LED-Scheinwerfern wirkt der EV6 moderner und aggressiver, während das GT-Modell durch ein markantes Schürzendesign fast schon an „Darth Vader“ erinnert. Die Verarbeitung wurde im Detail verbessert: Eine steifere Karosserie und optimierte Dämmung sorgen für ein hochwertigeres Fahrgefühl. Kia setzt im Innenraum konsequent auf recycelte Materialien und bietet eine ansprechende Haptik.

Innenraum & Komfort

Das Raumangebot ist dank des Radstands von 2,90 Metern vorne wie hinten großzügig. Personen bis zwei Meter Körpergröße finden vorne bequem Platz. Im Fond limitiert die abfallende Dachlinie jedoch die Kopffreiheit für Passagiere über 1,90 Meter. Der Kofferraum bietet mit bis zu 520 Litern (beim Standardmodell) ausreichend Volumen. Praktisch: Ein Frunk unter der Fronthaube nimmt Ladekabel auf. Die neuen Sportsitze im GT-Modell sind nun erstmals elektrisch einstellbar.

Infotainmentsystem

Kia hat das Cockpit mit einem neuen Infotainmentsystem (ccNC) modernisiert. Wichtigstes Update: Apple CarPlay und Android Auto funktionieren nun kabellos. Die Bedienung erfolgt über zwei große Displays, die eine Fülle an Informationen bieten. Ein Highlight ist der Fingerabdruck-Scanner zum Starten des Fahrzeugs. Kritik gibt es weiterhin für die umschaltbare Touch-Leiste unter dem Bildschirm, deren Doppelbelegung zwischen Klima und Multimedia eine gewisse Eingewöhnung erfordert.

Antrieb & Fahrverhalten

Bereits der Heckantrieb mit 229 PS bietet völlig ausreichende Fahrleistungen und einen satteren Antritt. Wer mehr will, greift zum GT-Modell: Mit 650 PS im Launch-Control-Modus sprintet er in 3,5 Sekunden auf 100 km/h. Eine Besonderheit des GT ist das „Virtual Gear Shift“, das Gangwechsel eines Verbrenners simuliert. Das Fahrwerk ist sportlich abgestimmt, wirkt aber dank überarbeiteter Frequenz-Dämpfer im Alltag komfortabler als beim Vorgänger.

Reichweite & Verbrauch

Durch die Erhöhung der Batteriekapazität auf 84 kWh steigt die Reichweite signifikant. Im ADAC-Test kam der RWD auf reale 460 Kilometer, während das GT-Modell verbrauchsbedingt früher an den Lader muss. Dank 800-Volt-Architektur bleibt das Laden die Paradedisziplin: In nur 18 Minuten füllt sich der Akku von 10 auf 80 Prozent. Die neue manuelle Vorkonditionierung stellt sicher, dass diese Leistung auch im Winter abgerufen werden kann.

Sicherheit & Assistenzsysteme

In Sachen Sicherheit punktet der EV6 mit exzellenten Bremswerten – nur 31,6 Meter aus 100 km/h sind ein Spitzenwert. Die Assistenzsysteme wurden verfeinert: Der Spurhalte- und Spurfolgeassistent agiert nun sanfter. Eine Armada an Sensoren bietet Rundumschutz, wobei der rigide Eingriff des Spurwarners bequem am Lenkrad deaktiviert werden kann. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt der große Wendekreis von 12,4 Metern.

Fazit

Kia hat beim EV6 Facelift an den richtigen Stellschrauben gedreht. Der größere Akku und die nochmals schnellere Ladefähigkeit zementieren seinen Status als Langstreckenprofi. Während der Standard-EV6 durch Effizienz und Komfort überzeugt, bietet der GT Fahrspaß auf Supersportwagen-Niveau – und das zu einem konkurrenzfähigen Preis. Trotz kleiner Schwächen bei der Kopffreiheit hinten bleibt der EV6 eines der besten Elektroautos seiner Klasse.