Der Kia EV3 hat sich seit seinem Marktstart als echter Bestseller im Segment der elektrischen Kompakt-SUVs etabliert. Mit markantem Design im Stil des großen Bruders EV9, ordentlich Platz und üppigen Reichweiten von teilweise über 600 Kilometern konnte der Koreaner bereits reihenweise Tester und Kunden überzeugen. Doch zwei Kritikpunkte blieben bisher hartnäckig bestehen: Er war ausschließlich mit Frontantrieb lieferbar und nuckelte an Wechselstrom-Säulen mit mageren 11 kW. Kia hat auf das Feedback gehört und merzt diese Schwachstellen nun eindrucksvoll aus.
Allradantrieb: Plötzlich Sportwagen-Werte
Bisher mussten sich Fahrer mit einem 150 kW (204 PS) starken Frontmotor begnügen. Der nun verfügbare Allradantrieb bringt deutlich mehr Dynamik in den kantigen Crossover. Dank eines zusätzlichen Motors an der Hinterachse krallt sich der EV3 nun förmlich in den Asphalt und bringt die Leistung ohne nerviges Scharren der Vorderräder auf die Straße.
Die neuen Fahrwerte sprechen für sich: Der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 gelingt in der Allrad-Version in rasanten 5,7 Sekunden. Das Frontantriebsmodell gönnt sich für die gleiche Disziplin noch rund zwei Sekunden mehr. Das sorgt nicht nur für souveräne Überholmanöver auf der Landstraße, sondern bringt auch handfeste Traktionsvorteile bei winterlichen Straßenverhältnissen.
Der 22-kW-Joker für Stadtbewohner
Das wohl wichtigste Update für den deutschen Markt ist jedoch eine scheinbar unscheinbare Option im Konfigurator: Der neue 22-kW-AC-Bordlader. Wer bisher den großen 81,4-kWh-Akku vollladen wollte, blockierte schnell mal über sieben Stunden die öffentliche Ladesäule. Für Menschen ohne eigene heimische Wallbox war das ein echtes Alltagshindernis.
Mit der Verdopplung der Ladeleistung sieht die Welt nun komplett anders aus:
- Eine Vollladung (10 bis 100 Prozent) an einer passenden AC-Säule schrumpft von strapaziösen 7 Stunden und 15 Minuten auf deutlich unter vier Stunden (ca. 3 Stunden und 55 Minuten).
- Gerade beim Einkaufen, während des Fitnessstudio-Besuchs oder beim Abendessen lässt sich nun nennenswert Reichweite in die Batterie pumpen.
- Wer an städtischen Ladesäulen lädt, umgeht geschickt teure Blockiergebühren, die oft ab der vierten Stunde fällig werden. Der EV3 ist dank des Lade-Boosts schlichtweg vorher voll.
"Mit der 22-kW-Ladeoption wird der EV3 vom soliden Begleiter zum perfekten Großstadtauto für alle, die auf eine öffentliche Ladeinfrastruktur angewiesen sind."
Obendrauf behält der Kompakt-Stromer seine beliebten Gimmicks, wie etwa die V2L-Funktion (Vehicle-to-Load), mit der sich E-Bikes, Kühlboxen oder Laptops bequem über die Fahrzeugbatterie betreiben lassen. Mit diesen Upgrades sichert sich Kia im hart umkämpften Kompakt-Segment einen massiven Vorsprung vor vielen europäischen Konkurrenten.