Die neunte Generation des Toyota Hilux markiert einen historischen Wendepunkt für den japanischen Automobilriesen. Anstatt den bewährten Pick-up einfach nur optisch aufzufrischen, schickt Toyota sein Kultauto in das Zeitalter der Elektromobilität. Dennoch bleibt sich der Hersteller seiner technologieoffenen Strategie treu: Wer nicht an die Ladesäule möchte, bekommt weiterhin einen starken Verbrenner – allerdings deutlich intelligenter und effizienter als je zuvor.
Stromer für die Baustelle: Der Hilux BEV
Zum ersten Mal in der Geschichte des Modells gibt es eine vollelektrische Variante. Der Hilux BEV wird von einer 59,2 kWh großen Batterie gespeist, die zwei Elektromotoren an der Vorder- und Hinterachse antreibt. Mit 196 PS und permanentem Allradantrieb bringt der Elektro-Pick-up mächtig Drehmoment direkt auf den Boden.
Für den harten Alltag bedeutet das allerdings auch Kompromisse. Die Reichweite wird nach WLTP-Zyklus auf rund 257 Kilometer beziffert – im reinen Stadt- oder Baustellenbetrieb sollen dank Rekuperation bis zu 380 Kilometer machbar sein. Einbußen gibt es jedoch bei der Zugkraft: Während herkömmliche Modelle absolute Lastentiere sind, darf der Elektro-Hilux lediglich 1,6 Tonnen an den Haken nehmen. Die Nutzlast liegt bei 715 Kilogramm.
Der 48-Volt-Hybrid: Darum bleibt der Diesel der Favorit
Für die meisten Handwerker, Landwirte und Pferdebesitzer in Deutschland dürfte daher eine andere Variante wesentlich attraktiver sein: der bewährte Turbodiesel, der nun mit einem 48-Volt-Mild-Hybrid-System gekoppelt wird.
Dieser Antrieb kombiniert die klassische Durchzugskraft des Verbrenners mit einem elektrischen Motor-Generator. Das sorgt nicht nur für ein sanfteres Anfahren und weniger Verbrauch, sondern lässt die wahren Stärken des Pick-ups unangetastet.
- Satte 1.000 Kilogramm Zuladung auf der Ladefläche.
- Die volle Anhängelast von 3,5 Tonnen bleibt uneingeschränkt erhalten.
- Eine überragende Wattiefe von 700 Millimetern für tiefe Wasserdurchfahrten.
"Ein Pick-up muss in erster Linie funktionieren. Die Kombination aus klassischem Verbrenner und intelligenter 48-Volt-Technik bietet genau die Zuverlässigkeit, die im gewerblichen Alltag ohne Kompromisse gefordert wird."
Digitalisierung trifft auf grobes Profil
Egal für welchen Antrieb man sich entscheidet, im Innenraum hat der Hilux einen massiven Sprung nach vorn gemacht. Vorbei sind die Zeiten spartanischer Plastik-Cockpits. Ein großformatiges Infotainment-System mit kabelloser Smartphone-Integration und cloudbasierter Navigation bringt den Arbeitsplatz auf den neuesten Stand.
Mit dieser zweigleisigen Strategie dürfte der Spagat zwischen strengeren Abgasnormen und den harten Anforderungen der Kernzielgruppe perfekt gelingen. Wer abends an der heimischen Wallbox laden kann und keine schweren Bagger ziehen muss, bekommt mit dem BEV einen flüsterleisen Exoten. Alle anderen dürfen sich auf den wohl ausgereiftesten Diesel-Hybrid freuen, der je in diesem Segment gebaut wurde.