Deutschland ist und bleibt Kombi-Land. Während der Rest der Welt fast nur noch nach SUVs ruft, hält der deutsche Markt eisern an der praktischen Langheck-Form fest. Toyota hat das verstanden und bringt mit dem bZ4X Touring nun genau das Auto, das im Portfolio bisher fehlte. Technisch basiert der Neuling auf dem bekannten SUV-Bruder, wurde aber entscheidend für den europäischen Geschmack optimiert.

14 Zentimeter mehr für die Familie

Der Touring streckt sich auf stattliche 4,83 Meter Länge und legt damit gegenüber dem SUV um satte 14 Zentimeter zu. Das Ergebnis ist genau das, was Dienstwagenfahrer und Familienväter hören wollen: Der Kofferraum schluckt nun 600 Liter – ein Zuwachs von fast 150 Litern im Vergleich zum Standard-bZ4X. Damit spielt der Japaner in einer Liga mit den Platzhirschen aus Wolfsburg und München und bietet endlich genug Stauraum für den Sommerurlaub ohne Dachbox.

Der Preis ist heiß: 50.000 Euro

Die eigentliche Sensation steht jedoch auf dem Preisschild. Mit einem Einstiegspreis von 50.000 Euro positioniert Toyota den Touring extrem aggressiv. Zum Vergleich: Ein VW ID.7 Tourer startet aktuell eher in Richtung 55.000 Euro, und Premium-Konkurrenten wie der BMW i5 Touring sind unter 70.000 Euro kaum zu bekommen. Lediglich der Nio ET5 Touring spielt preislich in einer ähnlichen Liga, allerdings nur, wenn man das komplexe Mietmodell für die Batterie wählt.

Solide Technik statt Experimente

Antriebsseitig setzt Toyota auf Bewährtes. Der bZ4X Touring kommt mit der bekannten 71,4-kWh-Batterie (netto), die dank der besseren Aerodynamik des Kombis nun bis zu 560 Kilometer Reichweite nach WLTP ermöglichen soll. An der Ladesäule fließt der Strom mit maximal 150 kW. Das ist zwar kein Rekordwert im Vergleich zu den 800-Volt-Systemen der koreanischen Konkurrenz, dafür verspricht Toyota dank konservativem Batteriemanagement eine extrem hohe Langlebigkeit der Zellen – ein Argument, das gerade bei privaten Käufern ziehen dürfte.

"Wir wollen keine Nische besetzen, sondern die vernünftige Mitte erobern."

Ob der Angriff auf den VW Passat-Erben gelingt, wird sich ab Mai zeigen. Die Zutaten stimmen jedenfalls: Viel Platz, solide Technik und ein Preis, der die Konkurrenz nervös machen dürfte.