Es sollte der große Befreiungsschlag in eine neue Ära werden, doch nun zieht Subaru die Notbremse. Der japanische Hersteller verschiebt sein erstes komplett in Eigenregie entwickeltes Elektroauto auf unbestimmte Zeit. Ein dramatischer Gewinneinbruch von rund 90 Prozent, hohe US-Zölle und horrende E-Auto-Abschreibungen haben den Allrad-Spezialisten zu einem radikalen Strategiewechsel gezwungen. Statt wie geplant voll auf Stromer zu setzen, wird nun die gesamte Elektro-Roadmap des Unternehmens neu bewertet.

Bereits 2028 sollte im Heimatmarkt Japan ein völlig neues, eigenständiges Elektroauto im neuen Werk Oizumi vom Band rollen. Doch anstatt dort die Produktionslinien exklusiv auf Batteriefahrzeuge auszurichten, sollen zum Start nun Verbrenner- und Hybridmodelle gefertigt werden. Reine Elektroautos werden nur noch dann in die Produktion aufgenommen, wenn die weltweite Kundennachfrage spürbar anzieht.

Die bittere Realität auf dem E-Auto-Markt

Subaru zieht damit die Konsequenzen aus der globalen Marktsituation. Besonders im wichtigsten Absatzmarkt, den USA, verlangsamt sich das Tempo der Elektroauto-Einführung drastisch. Gelockerte Umweltvorgaben und eine abkühlende Nachfrage sorgen dafür, dass die Verkaufszahlen weit hinter den ambitionierten Erwartungen zurückbleiben.

Um die massiven Sonderkosten in Höhe von fast 360 Millionen US-Dollar abzufedern, schrumpft Subaru nun die eigenen Entwicklungsbudgets für künftige Stromer-Komponenten massiv zusammen. Die Marke besinnt sich stattdessen auf eine Strategie, die bereits beim aktuellen Mittelklasse-SUV Solterra funktioniert hat: Risikominimierung durch Kooperation.

Partnerschaft mit Toyota als Rettungsanker

Statt riskante Alleingänge zu wagen, verlässt sich Subaru bei der Elektrifizierung auch weiterhin auf den Giganten und Anteilseigner Toyota. Nur so lassen sich in der aktuellen Marktlage die explodierenden Entwicklungskosten eindämmen.

  • Zukünftige Elektro-Modelle basieren weiterhin auf geteilten Plattformen.
  • Die eigenen Entwicklungsressourcen für reine Stromer werden spürbar reduziert.
  • Der Fokus liegt in der neuen Fabrik vorerst auf Hybridfahrzeugen, die aktuell weltweit stärker nachgefragt werden.

"Den genauen Starttermin eigener E-Auto-Modelle will man erst nach eingehender Beobachtung der Marktbedingungen festlegen."

Dieser Kurswechsel zeigt einmal mehr: Der Übergang zur Elektromobilität ist kein Selbstläufer. Für traditionsreiche Marken wie Subaru bedeutet er einen heiklen Balanceakt zwischen strengen Klimazielen und der harten finanziellen Realität.