Einleitung

Mit dem Solterra betritt Subaru technisches Neuland. Der 4,69 Meter lange Crossover ist das erste reine Elektroauto der Marke und entstand in enger Kooperation mit Toyota. Während Toyota die Expertise bei elektrifizierten Antrieben beisteuerte, floss Subarus langjährige Erfahrung in den Bereichen Allradantrieb und Sicherheit in das Projekt ein. Das Ergebnis ist ein moderner Stromer, der den markentypischen Anspruch an Robustheit und Traktion in das elektrische Zeitalter überführt.

Design & Verarbeitung

Der Solterra präsentiert sich als Crossover mit markanter SUV-Optik. Auffällige, unlackierte Radlaufverkleidungen betonen den Offroad-Charakter und signalisieren Einsatzbereitschaft für unbefestigte Wege. Mit einer Bodenfreiheit von 21 Zentimetern liegt er über dem Durchschnitt vieler Elektro-SUVs. Die Verarbeitung wirkt solide, auch wenn das Design mit dem schrägen Heck und dem fehlenden Heckscheibenwischer funktionale Kompromisse eingeht. Die flache Silhouette lässt ihn kompakter wirken, als er mit seinen fast 4,70 Metern Länge tatsächlich ist.

Innenraum & Komfort

Im Innenraum herrscht ein luftiges Platzangebot. Vorne finden Personen bis 1,95 Meter bequem Platz, während hinten besonders die üppige Beinfreiheit hervorsticht. Der lange Radstand von 2,85 Metern macht sich hier positiv bemerkbar. Der Fahrkomfort ist eine der größten Stärken des Solterra: Selbst mit 20-Zoll-Rädern federt der Japaner sensibel an und bügelt Schlaglöcher souverän aus. Die Geräuschdämmung ist bei Stadttempo hervorragend, wird bei Autobahnrichtgeschwindigkeit jedoch durch Windgeräusche etwas getrübt.

Infotainmentsystem

Das Cockpit folgt einem futuristischen Ansatz mit einem weit vorn platzierten digitalen Kombiinstrument. Diese Anordnung soll ein Head-up-Display ersetzen, zwingt den Fahrer jedoch dazu, über das Lenkrad zu blicken, was je nach Körpergröße die Sicht auf die Anzeigen einschränken kann. Der zentrale 12,3-Zoll-Touchscreen reagiert schnell, die Menüführung ist jedoch teils verschachtelt. Ein Kritikpunkt ist das Navigationssystem, das keine automatischen Ladestopps in die Route integriert – ein wesentliches Feature für die Langstrecke.

Antrieb & Fahrverhalten

Zwei Elektromotoren leisten zusammen 160 kW (218 PS) und sorgen für einen kraftvollen Vortrieb. In 6,9 Sekunden erreicht der Solterra Tempo 100. Besonders beeindruckend ist die Traktion des Allradantriebs, der durch den bewährten "X-Mode" mit verschiedenen Geländemodi ergänzt wird. Funktionen wie der Gelände-Tempomat "Grip Control" machen den Solterra zu einem der fähigsten Elektroautos abseits befestigter Straßen. Auf Asphalt glänzt er durch sicheres Handling und stabiles Fahrverhalten in Ausweichsituationen.

Reichweite & Verbrauch

Die 71,4-kWh-Batterie ermöglicht im Sommer reale Reichweiten von etwa 350 Kilometern (ADAC Ecotest). Im Winter zeigt sich jedoch eine Schwäche: Der Verbrauch steigt bei Kälte stark an, und die Reichweite kann auf unter 250 Kilometer sinken. Auch die Ladeleistung von maximal 150 kW bricht bei niedrigen Temperaturen deutlich ein. Zudem ist der Bordlader für das Wechselstrom-Laden (AC) in frühen Modellen nur einphasig ausgelegt, was lange Ladezeiten an der Wallbox zur Folge hat.

Sicherheit & Assistenzsysteme

In puncto Sicherheit lässt Subaru keine Wünsche offen. Das "Subaru Safety Sense" Paket ist serienmäßig an Bord und umfasst unter anderem Notbremsassistenten, einen aktiven Spurhalter sowie einen Totwinkel- und Querverkehrswarner. Die Systeme arbeiten zuverlässig und sorgten im ADAC Test für eine sehr gute Sicherheitsbewertung. Ein nettes Sicherheitsplus ist der Ausstiegswarner, der vor herannahenden Fahrzeugen oder Radfahrern warnt.

Fazit

Der Subaru Solterra ist ein charakterstarkes Elektroauto für Individualisten, die Wert auf Allradantrieb und hohen Fahrkomfort legen. Er überzeugt durch viel Platz und echte Offroad-Gene. Potenzielle Käufer sollten jedoch das Ladeverhalten im Winter und die spezielle Cockpit-Ergonomie im Blick behalten. Für Pendler und Fans der Marke Subaru, die einen robusten Begleiter suchen, ist er eine gelungene elektrische Premiere.