Es ist ein ungewöhnlicher Vorgang in der Automobilbranche: Ein neues Modell wird vorgestellt, die Bestellbücher öffnen, und noch bevor die ersten Fahrzeuge regulär ausgeliefert werden, steigt der Preis. Genau das passiert derzeit beim neuen BMW iX3. Wer sich für das elektrische SUV interessiert, muss nun tiefer in die Tasche greifen. Im Online-Konfigurator kletterte der Einstiegspreis über Nacht um satte 2.000 Euro nach oben.

Teurer noch vor der ersten Auslieferung

Der ursprüngliche Basispreis, der zur Weltpremiere auf der IAA Mobility kommuniziert wurde, lag bei 68.900 Euro für den iX3 50 xDrive. Dieser Wert ist nun Geschichte. Der neue Startpreis liegt bei 70.900 Euro. Betroffen sind Neubestellungen; wer seinen Kaufvertrag bereits unterschrieben hat, darf aufatmen und behält die alten Konditionen – sofern keine nachträglichen Änderungen an der Konfiguration vorgenommen werden.

Der iX3 (interner Code NA5) ist das erste Modell der vielbeschworenen „Neuen Klasse“ und rollt im ungarischen Werk Debrecen vom Band. Dass BMW so kurz vor dem offiziellen Händlerstart im März 2026 die Preise erhöht, zeugt von einem massiven Selbstbewusstsein der Münchner Strategen.

Die Produktion ist quasi ausverkauft

Der Grund für den Preisaufschlag ist simpel: Das Auto ist ein Renner. Berichten zufolge ist die Jahresproduktion für 2026 für den europäischen Markt bereits so gut wie ausverkauft. Trotz Sonderschichten und einem schnelleren Hochlauf der Fertigung in Ungarn übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich. In einer solchen Situation diktiert der Markt den Preis – und BMW nutzt die Gunst der Stunde.

Interessant ist dabei auch der Blick auf die Konkurrenz: Während andere Hersteller mit Rabattschlachten um Marktanteile kämpfen, scheint der iX3 dem Preiskampf zu entwachsen. Spekulationen, dass die Erhöhung mit staatlichen Förderprogrammen zusammenhängt, sind naheliegend, doch angesichts des Preissegments dürfte der Haupttreiber schlicht die enorme Begehrlichkeit des Modells sein.

Neue Option für schnelleres Laden

Zusammen mit der Preisanpassung gibt es aber auch technische Neuigkeiten. BMW führt eine neue Sonderausstattung ein, die für viele E-Mobilisten entscheidend sein könnte: das „AC-Laden Professional“.

  • 22 kW Ladeleistung: Gegen einen Aufpreis von 740 Euro kann der iX3 nun auch an Wechselstrom-Ladesäulen (AC) doppelt so schnell laden wie bisher.
  • Vehicle-to-Load (V2L): Das Paket ermöglicht es zudem, externe Geräte mit bis zu 3,7 kW Strom aus der Fahrzeugbatterie zu versorgen.

Ob der Preisanstieg die Kunden abschreckt, bleibt abzuwarten. Angesichts der vollen Auftragsbücher scheint die Schmerzgrenze der BMW-Kundschaft jedoch noch nicht erreicht zu sein.