Die Modellpflege im Hause BMW fällt in diesem Frühjahr äußerlich bescheiden aus: Keine neuen Schürzen, keine geänderten Scheinwerfer. Doch unter dem Blech der beliebten Elektro-SUVs iX1 und iX2 hat sich Entscheidendes getan. Ab Frühjahr 2026 verbauen die Münchner in beiden Baureihen eine Technologie, die bisher eher teureren Fahrzeugen vorbehalten war und nun für ein sattes Plus an Effizienz sorgt.

Technik-Transfer aus der Oberklasse

Das Zauberwort lautet Siliziumkarbid (SiC). Statt der bisherigen Halbleiter setzt BMW nun auf SiC-Inverter in der Leistungselektronik. Diese modernen Wandler, die den Gleichstrom der Batterie in Wechselstrom für den E-Motor übersetzen, arbeiten mit deutlich geringeren Wärmeverlusten.

Das Ergebnis ist ein technischer Gewinn, der sich sehen lassen kann: Rund 40 Kilometer mehr Reichweite holen die Ingenieure allein durch diese Effizienzsteigerung aus den bestehenden Akkus heraus. Besonders im realen Fahrbetrieb, wo jeder unnötige Energieverlust schmerzt, dürfte sich das spürbar bemerkbar machen. Die Fahrzeuge gehen schlichtweg sparsamer mit ihren Reserven um.

Das Verwirrspiel mit den Katalog-Werten

Es gibt allerdings einen Haken, der für Verwirrung sorgen könnte: Wer die neuen Prospekte aufschlägt, wird den Reichweiten-Sprung womöglich gar nicht auf den ersten Blick erkennen. Der Grund liegt in der deutschen Bürokratie, genauer gesagt in der Umstellung auf die neue Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (EnVKV).

Da BMW zeitgleich mit dem Technik-Update auch die Berechnungsmethoden für die offiziellen Angaben an die neuen gesetzlichen Vorgaben anpasst, werden die Gewinne auf dem Papier teils neutralisiert. Während die Technik real effizienter ist (der Verbrauch sinkt beispielsweise beim iX1 eDrive20 auf bis zu 16,0 kWh/100 km), sorgen die strengeren Berechnungsmodalitäten dafür, dass der ausgewiesene WLTP-Wert nicht so explodiert, wie es die Technik eigentlich hergeben würde.

Preisanpassung inklusive

Die technische Aufwertung gibt es indes nicht ganz umsonst. Berichten zufolge wurden die Basispreise für die aktualisierten Modelle leicht nach oben korrigiert. Kunden erhalten dafür jedoch:

  • Einen effizienteren Antriebsstrang mit SiC-Technologie.
  • Eine real gesteigerte Alltagsreichweite.
  • Die Gewissheit, technisch auf dem Stand der kommenden "Neuen Klasse"-Vorbereitung zu sein.

Auch der Plattform-Bruder Mini Countryman profitierte kürzlich von ähnlichen Maßnahmen. Für Käufer bedeutet das Update vor allem eines: Mehr Kilometer pro Ladung, auch wenn das Marketing-Material diesmal leiser auftritt als sonst üblich.

"Effizienz statt größerer Akkus – das ist der nachhaltigste Weg zu mehr Reichweite."