Nachdem MG Motor im vergangenen Jahr mit starken Verkaufszahlen geglänzt hat, zündet die zum chinesischen SAIC-Konzern gehörende Marke nun die nächste Stufe. Ab sofort können deutsche Kunden das völlig neue Elektro-SUV MGS6 EV sowie die geliftete Version des Kompakt-Erfolgsmodells MG4 EV bestellen. Doch wer gehofft hat, dass die aggressive Preispolitik der Chinesen unendlich weitergeht, wird nun eines Besseren belehrt. Der einstige Schnäppchen-Stromer nähert sich preislich stark der etablierten europäischen Konkurrenz an.
Dabei gibt sich die Marke gewohnt selbstbewusst. Die Verantwortlichen betonen, dass beide Fahrzeuge die Elektromobilität weiter in die Breite tragen sollen. Die Reaktionen potenzieller Käufer zeigen jedoch: Die neuen Listenpreise rufen gemischte Gefühle hervor.
Der MGS6 EV: Platzwunder mit kleinen Schwächen beim Laden
Mit dem MGS6 EV schickt MG ein 4,71 Meter langes Kompakt-SUV ins Rennen, das Modellen wie dem Skoda Enyaq oder dem VW ID.4 das Leben schwer machen soll. Optisch und haptisch macht das neue Flaggschiff einen großen Sprung nach vorn. Im Fokus steht vor allem der enorme Alltagsnutzen:
- Stauraum satt: Ein Kofferraumvolumen von 674 Litern (bis zu 1.910 Liter bei umgeklappten Rücksitzen) und ein stattlicher 124-Liter-Frunk unter der Fronthaube suchen in dieser Klasse ihresgleichen.
- Solide Reichweite: Die 77-kWh-Batterie sorgt für eine offizielle WLTP-Reichweite von bis zu 530 Kilometern.
- Zwei Antriebe: Kunden haben die Wahl zwischen einem 180 kW (244 PS) starken Hecktriebler ab 49.990 Euro und einer Allrad-Version mit satten 266 kW (361 PS) für 53.990 Euro.
Einzig bei der Ladeleistung bleibt der MGS6 EV etwas hinter den Erwartungen für ein nagelneues Elektroauto im Jahr 2026 zurück. Die maximale DC-Ladeleistung liegt bei 144 kW, wodurch der Ladehub von 10 auf 80 Prozent vergleichsweise lange 40 Minuten dauert.
MG4 EV: Premium-Update zum Premium-Preis
Der MG4 EV ist mit über 32.000 Neuzulassungen der unangefochtene Bestseller der Marke in Deutschland. Für das neue Modelljahr wurde der Kompakte nun umfassend aufgewertet. Das bisherige, markante Design bleibt in Europa weitgehend erhalten, erhält aber frische Akzente wie aerodynamisch optimierte 18-Zoll-Leichtmetallräder und einen modifizierten Heckspoiler.
Besonders im Innenraum wurde massiv nachgebessert: Hochwertige Soft-Touch-Materialien verdrängen das bisweilen harte Plastik des Vorgängers. Zudem gehören kabelloses Apple CarPlay und Android Auto sowie eine verbesserte App-Anbindung nun zur Serienausstattung. Doch das Plus an Qualität hat einen steilen Preis:
- Der Einstiegspreis für das Modell mit 64-kWh-Akku und Heckantrieb springt auf stolze 42.990 Euro.
- Die Long-Range-Version mit großer 77-kWh-Batterie kostet nun 44.990 Euro.
- Das extrem leistungsstarke Topmodell MG4 EV XPOWER mit Allradantrieb und 435 PS schlägt mit 46.990 Euro zu Buche.
Damit ist die Zeit des absoluten Preisbrechers, der einst deutlich günstiger zu haben war, vorerst vorbei. Der Hersteller verteidigt die neue Strategie mit dem deutlich gestiegenen Mehrwert der Fahrzeuge.
"Beide Fahrzeuge stehen für unseren Anspruch, Elektromobilität zugänglich und alltagstauglich zu machen."
Trotz der gestiegenen Listenpreise raten Branchenkenner dazu, die Leasingangebote der Marke im Blick zu behalten. Hier konnte MG in der Vergangenheit oft mit extrem lukrativen Raten punkten, die den nun höheren Kaufpreis schnell relativieren. Es bleibt spannend, ob die europäischen Kunden den Premium-Schritt der Chinesen mitgehen.