Der chinesische Autoriese Chery bläst mit seinen neuen Marken Omoda und Jaecoo zur Großoffensive in Deutschland. Anders als viele Konkurrenten setzen die Newcomer dabei nicht stur auf reine Elektroautos, sondern locken mit einer cleveren Hybrid-Strategie, enormer Leistung und einem klassischen Händlernetz vor Ort.
Der Automobilmarkt in Deutschland steht vor dem nächsten großen Umbruch. Nach beeindruckenden Erfolgen in europäischen Nachbarländern – in Großbritannien explodierten die Zulassungen innerhalb eines Jahres von knapp 4.000 auf über 47.000 Einheiten – rollen die beiden frischen Marken nun offiziell auf deutsche Straßen. Das Ziel für das Premierenjahr ist überaus ambitioniert: Bis Ende 2026 sollen hierzulande bereits 8.000 Einheiten verkauft werden.
Pragmatismus statt Elektro-Dogma
Während andere Hersteller beim Markteintritt in Europa ausschließlich auf rein elektrische Flotten pochen, wählen die neuen Herausforderer einen deutlich pragmatischeren Weg. Der Fokus liegt ganz klar auf Modellen, die der aktuellen Kundennachfrage entsprechen: Plug-in-Hybride (PHEV) und Vollhybride, ergänzt durch ausgewählte Elektroautos.
Die Strategie zum Start ruht auf drei starken Säulen:
- Omoda 5: Ein dynamisches Kompakt-SUV, das wahlweise als Vollhybrid oder als rein elektrischer Stromer mit 211 PS und einer großen LFP-Batterie erhältlich ist.
- Jaecoo 7: Ein kantiger Plug-in-Hybrid, der rund 90 Kilometer rein elektrische Reichweite bietet und sich dank umfangreicher Serienausstattung als hocheffizienter Alltagsbegleiter präsentiert.
- Omoda 9: Das technologische Flaggschiff. Dieses Mittelklasse-SUV liefert als Plug-in-Hybrid satte 537 System-PS, verfügt über Allradantrieb und soll beeindruckende 145 Kilometer rein elektrisch nach WLTP schaffen.
Vertrauen durch echte Autohäuser
Besonders spannend ist der strategische Vertriebsansatz. Unter dem Motto "Slow is fast" wird bewusst auf überhastete Experimente mit reinen Online-Käufen verzichtet. Deutsche Autokäufer schätzen den persönlichen Kontakt, Probefahrten und vor allem eine sichere Anlaufstelle für Service und Garantiefälle. Genau dieses Bedürfnis soll ein klassisches, flächendeckendes Händlernetz stillen.
Schon in diesem Jahr sollen bundesweit rund 100 Standorte etabliert werden, mittelfristig ist sogar ein Ausbau auf über 200 Service- und Verkaufsbetriebe in Zusammenarbeit mit erfahrenen Mehrmarkenhändlern geplant.
"Wir bieten an, was Kunden jetzt kaufen wollen, nicht das, was langfristig als richtig gilt."
Mit dieser klaren Philosophie, wettbewerbsfähigen Preisen ab knapp 37.000 Euro und Garantien von bis zu sieben Jahren könnten die neuen SUV-Modelle den etablierten Platzhirschen in Deutschland schon bald wertvolle Marktanteile abjagen.