Nur knapp zwei Jahre nach dem fulminanten Marktstart seiner ersten Elektro-Limousine legt der chinesische Tech-Gigant Xiaomi massiv nach. Die neue Generation des SU7 bricht mit den üblichen Facelift-Zyklen der klassischen Autoindustrie und bringt tiefgreifende technologische Upgrades, die den Markt aufwirbeln dürften. Mit Reichweiten von bis zu 902 Kilometern, extrem kurzen Ladezeiten und einer üppigen Serienausstattung zielt Xiaomi direkt auf Platzhirsche wie Tesla und europäische Premium-Marken.

Wer dachte, der erste Wurf des Smartphone-Herstellers sei nur ein glücklicher Zufall gewesen, wird nun eines Besseren belehrt. Anstatt nur die Optik aufzufrischen, standardisiert Xiaomi für das neue Modelljahr teure Hightech-Funktionen kurzerhand über die gesamte Produktpalette hinweg.

Lade-Wahnsinn und 902 Kilometer Reichweite

Die wohl eindrucksvollste Ansage betrifft das Energiemanagement. Die goldene Mitte der Modellreihe, der Xiaomi SU7 Pro, mutiert zum absoluten Dauerläufer und knackt laut chinesischem CLTC-Zyklus die magische Marke von 902 Kilometern. Doch auch die anderen Varianten können sich mehr als sehen lassen: Das Standard-Modell kommt nun auf 720 Kilometer, die Performance-Variante Max auf 835 Kilometer.

Möglich wird dieser Sprung durch die vollständige Abkehr von der veralteten 400-Volt-Technik. Ab sofort basiert bereits das Einstiegsmodell auf einer Hochvolt-Architektur von über 750 Volt, während das Max-Modell sogar an der 900-Volt-Grenze kratzt. Die Ladezeiten grenzen dadurch an Zauberei: In lächerlichen 15 Minuten lassen sich bis zu 670 Kilometer Reichweite nachladen. Ein Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert unter Idealbedingungen kaum länger als elf Minuten.

Sensoren-Overkill: LiDAR ab sofort Serie

Während europäische und amerikanische Hersteller die Hardware für das autonome Fahren oft nur gegen saftige Aufpreise verbauen, packt Xiaomi ab sofort alles in die Basisversion.

  • Voller Durchblick: Ein LiDAR-Sensor und ein 4D-Millimeterwellen-Radar gehören bei jedem neuen SU7 zum absoluten Standard.
  • Massive Rechenpower: Ein extrem schneller Chip mit 700 TOPS Rechenleistung befeuert das zukunftsweisende Assistenzsystem.
  • Mehr Sicherheit: Die Limousine verfügt nun über neun Airbags sowie eine dreifach redundante Türverriegelung, die auch bei einem totalen Stromausfall nach einem Crash zuverlässig funktioniert.
  • Intelligentes Fahrwerk: Das komplett überarbeitete Chassis mit adaptiver Luftfederung liest die Straße und passt die Fahrdynamik selbst bei plötzlich einsetzendem Regen blitzschnell an.

"Die Geschwindigkeit, mit der asiatische Technologiekonzerne die Spielregeln der Automobilwelt neu schreiben, ist beispiellos. Was gestern noch absoluter Luxus war, wird hier in der Basisversion ausgeliefert."

Ein Preis, der die Konkurrenz ärgert

Trotz der massiv aufgewerteten Technik bleibt der Hersteller seiner aggressiven Preispolitik treu. In China startet das Einstiegsmodell bei 219.900 Yuan, was umgerechnet schlanken 28.300 Euro entspricht. Damit ist der neue SU7 trotz einer minimalen Preiserhöhung noch immer günstiger als ein Basis-Tesla Model 3. Das fast 700 PS starke Topmodell Max wechselt für umgerechnet rund 39.200 Euro den Besitzer.

Bislang ist die Elektro-Limousine offiziell nur für den chinesischen Markt bestätigt. Angesichts der gigantischen Nachfrage dürfte es jedoch nur eine Frage der Zeit sein, bis der hochgezüchtete SU7 als gefürchteter Export-Schlager auch auf unseren Autobahnen auftaucht.