Ab Januar 2026 rollt der überarbeitete PEUGEOT 308 und 308 SW zu den deutschen Händlern – mit auffälligem LED-Löwenlogo, bis zu 450 Kilometern E‑Reichweite und gleich vier Antriebsarten. Doch welcher 308 passt zu welchem Fahrprofil – und wie schlägt sich der Franzose im Vergleich zu Golf und Astra?

Facelift mit leuchtendem Löwen: Was am neuen 308 wirklich neu ist

Optisch legt der 308 zum Modelljahr 2026 deutlich nach: Der Wagenfarb-Kühlergrill zieht sich nahtlos in die Front, flankiert von der neuen Drei-Krallen-Lichtsignatur. Ab Ausstattungslinie GT trägt der Kompakte erstmals ein beleuchtetes Markenlogo – ein Effekt, der im Rückspiegel sofort auffällt und sich künftig auch bei Konzernschwestermodellen wiederfinden dürfte.

Je nach Ausstattung kommen moderne Full‑LED‑ bzw. Matrix-LED-Scheinwerfer zum Einsatz. Die Schürzen wurden aerodynamisch nachgeschärft; Luftleitkanäle an den Außenseiten der Frontstoßstange sollen Strömung und Verbrauch verbessern – wichtig vor allem für die elektrifizierten Varianten.

Innen bleibt es beim typischen PEUGEOT i‑Cockpit mit kompaktem Lenkrad, hoch platziertem Kombiinstrument und 10‑Zoll-Touchscreen. Neu sind überarbeitete 3D‑Grafiken im digitalen Cockpit (je nach Version), frei belegbare "i‑Toggles" unter dem Zentraldisplay und feinere Materialien bis hin zu Alcantara und echtem Aluminium in den höheren Linien. Ambientebeleuchtung in acht Farben und AGR-zertifizierte Sitze unterstreichen den Komfortanspruch.

Vier Antriebsarten – welcher 308 passt zu wem?

PEUGEOT spannt den Bogen bewusst weit: Vom effizienten Diesel bis zum hocheffizienten Stromer ist alles dabei. Zur Wahl stehen E‑Modell, Plug‑in‑Hybrid, 48‑Volt-Hybrid und ein 1,5‑Liter-Diesel.

  • PEUGEOT E‑308 / E‑308 SW (Elektro): 115 kW (156 PS), 55,4‑kWh‑Batterie (nutzbar), bis zu 450 km WLTP-Reichweite. Ideal für alle, die zu Hause oder im Job laden können und überwiegend bis etwa 200–250 km am Tag unterwegs sind.
  • 308 Plug‑in‑Hybrid 195: Systemleistung 195 PS, elektrische Reichweite offiziell um die 80 km kombiniert, innerstädtisch bis knapp unter 100 km. Sinnvoll für Pendler mit fester Steckdose, die viel kurz- bis mittelstrecke fahren, aber regelmäßig längere Autobahnetappen haben.
  • 308 HYBRID (48‑V-Mildhybrid, 145 PS): Kein Stecker, dafür spürbarer E‑Boost und im Stadtverkehr bis zu rund 50 % der Zeit elektrisch gleitend. Gute Wahl für alle, die sich nicht um Ladesäulen kümmern möchten, aber Verbrauch und CO₂ drücken wollen.
  • 308 BlueHDi (130 PS Diesel): Für Vielfahrer mit hohen Jahreskilometerleistungen und hohem Autobahnanteil bleibt der Diesel die wirtschaftlichste Option. Er ist zunächst in Deutschland nur in der Basislinie STYLE verfügbar, ab Frühjahr 2026 auch in höheren Ausstattungen.

Wichtig: Wer tatsächlich kaum lädt, sollte keinen Plug‑in‑Hybrid wählen – dann schleppt man teure Batterietechnik mit und fährt doch meist im Verbrennermodus. Für Laternenparker ohne gesicherten Ladepunkt sind Mildhybrid oder Diesel in der Praxis oft die vernünftigere Lösung.

Der E‑308: Effizienz-Star mit ADAC-Siegel

Der überarbeitete E‑308 ist klar das technische Aushängeschild der Baureihe. Die optimierte Batteriechemie bringt gegenüber der ersten E‑308-Generation rund 30 km Zusatzreichweite, ohne die Ladeleistung zu erhöhen. Offiziell stehen nun bis zu 450 km WLTP im Datenblatt.

Im ADAC Ecotest 2024 landete der E‑308 mit 103 Punkten auf Platz zwei aller getesteten Fahrzeuge – nur der kleinere E‑208 schnitt noch besser ab. Der Club ermittelte einen sehr niedrigen Stromverbrauch von rund 16,3 kWh/100 km inklusive Ladeverluste, was den Franzosen zu einem der effizientesten Kompakt-Stromer am Markt macht.

Beim Laden bleibt es bei bis zu 100 kW an DC-Schnellladern (20–80 % in etwas über 30 Minuten) und einem dreiphasigen 11‑kW-Onboardlader für die heimische Wallbox. Das ist solide Klassenniveau – schneller geht es bei einigen neueren Elektroplattformen, aber im Alltag reicht die Leistung vielen Nutzern völlig aus.

Spannend für Campingfans und E‑Bike-Fahrer: Dank Vehicle‑to‑Load (V2L) kann der E‑308 externe Geräte mit bis zu 3,5 kW versorgen – vom Grill bis zur Baulampe. Ab Frühjahr 2026 kommt zudem Plug & Charge: Das Auto identifiziert sich automatisch an kompatiblen Ladesäulen, der Ladevorgang startet ohne Karte oder App, die Abrechnung läuft im Hintergrund.

Plug‑in‑Hybrid 195: Für Pendler mit regelmäßig langen Strecken

Der neue Plug‑in‑Hybrid 195 kombiniert einen 1,6‑Liter-Turbobenziner mit einem kräftigen E‑Motor und liefert zusammen 195 PS an ein 7‑Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Die Batterie bietet 17,2 kWh Kapazität und ermöglicht im WLTP-Zyklus gut über 80 km rein elektrisches Fahren, innerorts sogar bis in den hohen 90‑Kilometer-Bereich.

Geladen wird mit maximal 7,4 kW AC. An einer geeigneten Wallbox ist der Akku so in etwas mehr als zwei Stunden wieder voll – perfekt für das Nachladen über Nacht oder während der Arbeitszeit. Wer täglich 40–60 km pendelt und konsequent lädt, kann den Benzinmotor im Alltag auf ein Minimum reduzieren.

Allerdings: Die Kombination aus komplexer Technik, höherem Gewicht und real oft nicht genutzter E‑Reichweite macht Plug‑in‑Hybride nur dann sinnvoll, wenn der Nutzungsfall passt. Firmenwagenfahrer profitieren in Deutschland weiterhin von der günstigen Dienstwagenbesteuerung, solange die gesetzlichen Vorgaben zu CO₂ und elektrischer Mindestreichweite erfüllt sind.

48‑V-Hybrid & Diesel: Die Vernunftlösungen

Der 48‑Volt-Hybrid setzt auf einen elektrifizierten 6‑Gang-Doppelkuppler mit integriertem E‑Motor. Im Stadt- und Pendelverkehr kann der 308 damit häufig elektrisch anrollen, segeln und rekuperieren, ohne jemals an die Steckdose zu müssen. PEUGEOT spricht davon, dass im urbanen Alltag bis zu rund die Hälfte der Fahrzeit lokal emissionsfrei zurückgelegt werden kann – das hilft Verbrauch und Feinstaubbilanz gleichermaßen.

Für Vielfahrer, die mehrere zehntausend Kilometer im Jahr abspulen, bleibt der 1,5‑Liter-Diesel mit 130 PS eine nach wie vor attraktive Option. In Verbindung mit dem EAT8-Automatikgetriebe ist er klar auf lange Autobahnetappen zugeschnitten. Gerade Flottenkunden und Dienstwagenfahrer dürften auf diese Variante warten, zumal sie erst ab Frühjahr 2026 in höherwertigen Ausstattungen bestellbar sein wird.

Innenraum, Konnektivität und digitale Extras

Der 308 setzt weiter auf das markentypische i‑Cockpit mit hohem Kombiinstrument, kleinem Lenkrad und leicht zum Fahrer geneigtem Zentralbildschirm. Abhängig von der Ausstattung sind ein digitales 3D‑Kombiinstrument, ein 10‑Zoll-Zentraldisplay, bis zu vier USB‑C-Anschlüsse sowie kabelloses Apple CarPlay und Android Auto an Bord.

Die frei konfigurierbaren i‑Toggles unter dem Bildschirm erlauben Schnellzugriffe etwa auf Klimabedienung, Lieblingskontakt oder Navi-Ziel "Zuhause". Über die MyPEUGEOT-App lassen sich Klimatisierung und Ladung aus der Ferne steuern, Fahrzeugposition anzeigen oder Türen ver- und entriegeln – je nach gewähltem Connect-Paket.

In den Linien GT und GT EXCLUSIVE kommt das System i‑Connect Advanced inklusive Cloud-Navigation hinzu. Besonders interessant: PEUGEOT koppelt hier den Sprachassistenten mit einer integrierten KI (ChatGPT), um natürlichere Dialoge und intelligente Routen- und Ladeempfehlungen zu liefern – ein Trend, den auch Wettbewerber wie VW beim Golf aufgreifen.

Preis & Konkurrenz: Wo sich der 308 einordnet

Offizielle deutsche Listenpreise für alle neuen Varianten zum Modelljahr 2026 liegen noch nicht vollständig vor. Der frisch überarbeitete E‑308 ist jedoch bereits bestellbar und startet laut aktuellen Händlerangaben bei rund 42.400 Euro, der E‑308 SW liegt etwa 1.000 Euro darüber. Damit positioniert sich PEUGEOT leicht oberhalb mancher Volumen-Konkurrenten, bietet dafür aber eine reichhaltige Serienausstattung.

Zum Vergleich: Der Opel Astra Electric beginnt in Deutschland als Fünftürer aktuell bei knapp über 41.000 Euro, der Sports Tourer bei rund 43.500 Euro. Beide nutzen die gleiche Stellantis-Technik wie der 308, bieten ähnlich starke 115‑kW-Antriebe und WLTP-Reichweiten um die 400 km.

Ein VW Golf eHybrid mit Plug‑in-Technik liegt je nach Ausstattung grob im Bereich von 40.000 bis Mitte 40.000 Euro, bietet dafür aber etwas mehr elektrische Reichweite, während ein klassischer Golf 1.5 eTSI als Mildhybrid meist in den niedrigen 30.000ern einsteigt. In dieses Umfeld stößt der 308 mit seinem betont designorientierten Auftritt und hohem Effizienzfokus.

Fazit: Für wen lohnt sich welcher neuer PEUGEOT 308?

E‑308/E‑308 SW: Die erste Wahl für alle, die konsequent elektrisch fahren wollen, eine Wallbox oder sichere Lademöglichkeit haben und Wert auf Effizienz legen. Dank ADAC-Ecotest-Topwerten und 450‑km-WLTP-Reichweite ist der Stromer im Kompaktsegment aktuell eines der effizientesten Angebote.

Plug‑in‑Hybrid 195: Ideal als Firmenwagen oder für Fahrer, die sehr regelmäßig laden können, aber häufiger lange Strecken fahren. Wer nur selten an die Steckdose kommt, sollte dagegen lieber zum Mildhybrid oder Diesel greifen.

48‑V-Hybrid: Die pragmatische Lösung für typische Mischprofile aus Stadt, Umland und gelegentlicher Autobahntour. Kein Stecker, dafür spürbare Verbrauchsvorteile gegenüber reinem Benziner – und in der Regel der attraktivste Einstieg ins 308-Programm.

Diesel: Empfehlenswert für Vielfahrer und Langstreckenpendler mit hohem Autobahnanteil, insbesondere im Kombi 308 SW. Hier punktet der BlueHDi mit Reichweite, Zugkraft und Verbrauchsstabilität.

Unterm Strich macht PEUGEOT den 308 mit dem Facelift nicht zum Technikrevolutionär, aber zum deutlich geschärften Allrounder: markantes Design, effiziente Antriebe, viel Konnektivität und einige clevere E‑Features wie V2L und Plug & Charge. Wer bewusst auswählt, bekommt einen Kompakten, der sehr gut zum eigenen Alltag passen kann – ob mit Stecker oder ohne.