Der Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz rüstet sein elektrisches Aushängeschild für das Jahr 2026 massiv auf. Mit einem umfassenden Technik-Update, das weit über eine gewöhnliche Modellpflege hinausgeht, soll der EQS endlich die Herzen der Luxusklasse-Käufer erobern. Im Zentrum der Neuerungen stehen eine komplett neue Elektro-Architektur, bahnbrechende Ladezeiten und eine Reichweite, die selbst hartgesottene Verbrenner-Fans ins Grübeln bringen dürfte.
Der 800-Volt-Hammer und Rekord-Reichweiten
Die Zeiten langer Zwangspausen an der Ladesäule sind endgültig vorbei. Mercedes spendiert der Luxuslimousine ein hochmodernes 800-Volt-Bordnetz, das Ladeleistungen von bis zu 350 kW in der Spitze ermöglicht. In der Praxis bedeutet das: Unter idealen Bedingungen lassen sich in nur zehn Minuten Energie für rund 320 Kilometer nachladen. Selbst an älteren 400-Volt-Säulen bleibt das System effizient, da die Batterie intelligent in zwei Hälften aufgeteilt und parallel geladen wird.
Gleichzeitig wächst die nutzbare Kapazität der Batterie auf 122 kWh, ohne dass der Akku physisch größer oder schwerer wird. Eine optimierte Zellchemie mit einem höheren Silizium-Anteil macht dieses Technikwunder möglich. Die Auswirkung auf die Ausdauer der Limousine ist immens:
- Der EQS 450+ erreicht nun eine offizielle WLTP-Reichweite von bis zu 926 Kilometern.
- Das entspricht einem Reichweiten-Plus von stolzen 13 Prozent gegenüber dem ohnehin schon ausdauernden Vorgängermodell.
- Fahrten von München nach Paris sind damit rechnerisch ganz ohne Zwischenladen machbar.
"Das Ziel war nicht nur ein behutsames Facelift, sondern ein massiver technologischer Sprung, der Langstreckenfahrten auf ein völlig neues Level hebt."
Hightech im Innenraum: Lenken wie im Raumschiff
Auch im Interieur zieht die Zukunft ein. Der gigantische Hyperscreen mit seinen drei nahtlos integrierten Displays gehört bei der neuen Generation ab sofort zur Serienausstattung. Doch das eigentliche Highlight für Technik-Fans verbirgt sich bei der Lenkung. Als erstes Serienfahrzeug eines deutschen Herstellers bietet der Wagen optional ein hochmodernes Steer-by-Wire-System an.
- Eine mechanische Lenksäule zwischen Lenkrad und Vorderachse existiert bei diesem System nicht mehr.
- Fahrbefehle werden rein elektronisch übertragen, was störende Vibrationen eliminiert und das Rangieren in der Stadt spürbar erleichtert.
- Für Notfälle sorgt eine vollständig redundante Systemarchitektur für maximale Sicherheit, sodass das Fahrzeug in jedem Szenario lenkfähig bleibt.
Gesteuert wird all das vom neuen, hauseigenen Betriebssystem MB.OS, das einen intelligenten Supercomputer mit künstlicher Intelligenz nutzt. Dieser verarbeitet selbst komplexe Sprachbefehle blitzschnell und hält das Fahrzeug kontinuierlich über Over-the-Air-Updates auf dem neuesten Stand.
Kampfansage an die Konkurrenz beim Preis
Trotz der massiven technischen Aufrüstung schlagen die Stuttgarter eine unerwartete Preispolitik ein. Um den bisher eher zögerlichen Absatz in der Oberklasse anzukurbeln, wird das Modellangebot nach unten abgerundet. Mit einer neuen Einstiegsversion, dem EQS 400, sinkt der Basispreis deutlich auf knapp über 94.000 Euro. Damit wird das vollelektrische Luxusschiff nicht nur für Technik-Pioniere, sondern auch für preisbewusstere Käufer zu einer handfesten Bedrohung für die Rivalen aus Bayern.