Kia zündet die nächste Stufe seiner Elektro-Offensive und bringt gleich drei neue Performance-Modelle an den Start. Mit den GT-Versionen von EV3, EV4 und EV5 wollen die Koreaner beweisen, dass Elektromobilität auch in der Kompaktklasse echte Emotionen wecken kann – inklusive künstlicher Schaltrucke und simuliertem Motorensound.

Wer dachte, der brachiale EV6 GT wäre nur ein einmaliges Experiment gewesen, sieht sich getäuscht. Kia weitet das „Grand Touring“-Konzept konsequent nach unten aus und hat nun die sportlichen Speerspitzen für seine Volumenmodelle enthüllt. Das Ziel ist klar: Die Lücke zwischen vernünftigem Elektro-Alltag und purer Fahrfreude soll geschlossen werden, und das gleich im Dreierpack.

EV3 GT: Der kleine Krawallmacher

Besonders spannend für den deutschen Markt dürfte der EV3 GT sein. Das kompakte SUV mausert sich mit dem GT-Upgrade zum ernstzunehmenden „Hot Hatch“-Jäger. Unter dem Blech arbeitet ein Dual-Motor-Allradantrieb, der eine Systemleistung von rund 292 PS (215 kW) auf die Straße bringt. Damit sprintet der Kleine in unter sechs Sekunden auf Tempo 100.

Doch Kia belässt es nicht bei reiner Längsdynamik. Ein spezielles elektronisches Fahrwerk und eine hecklastige Abstimmung im Sport-Modus sollen dafür sorgen, dass der EV3 GT auch in Kurven Laune macht. Gerüchte über eine Drift-Freudigkeit, die man sonst nur von deutlich teureren Sportwagen kennt, machen bereits die Runde.

EV4 und EV5: Limousine und Familien-Sportler

Auch die kommende Mittelklasse-Limousine EV4 – sowie deren für Europa so wichtiges Schrägheck-Pendant – erhält die GT-Behandlung. Technisch teilt sich der EV4 GT weitgehend die Gene mit dem EV3 GT, dürfte aber durch den niedrigeren Schwerpunkt und die aerodynamischere Form noch etwas sattelfester auf der Autobahn liegen.

Der größere EV5 GT hingegen positioniert sich als sportlicher Allrounder für die Familie. Er bekommt ebenfalls einen zweiten Motor an der Hinterachse spendiert und soll leistungstechnisch sogar noch eine Schippe drauflegen, um das höhere Gewicht zu kompensieren. Hier steht weniger das Kurvenräubern, sondern eher das souveräne Überholen auf der Landstraße im Fokus.

Emotionen aus dem Computer?

Interessant ist Kias Ansatz, das fehlende mechanische Feedback von Elektroautos digital zurückzuholen. Alle drei Neulinge verfügen über das „Virtual Gear Shift“-System (VGS). Was zunächst wie eine Spielerei klingt, hat bereits im Konzernbruder Ioniq 5 N für überraschend positives Feedback gesorgt: Das System simuliert Schaltvorgänge eines Verbrenners, inklusive Drehzahlbegrenzer und physischem Ruck beim „Gangwechsel“.

  • Active Sound Design: Ein künstlicher, aber sportlicher Klangteppich, der sich an Fahrweise und Geschwindigkeit anpasst.
  • GT-Modus: Ein dedizierter Knopf am Lenkrad schärft Lenkung, Dämpfer und Gasannahme sofort nach.
  • Optik-Paket: Aggressivere Schürzen, neongelbe Bremssättel und Sportsitze unterscheiden die GTs deutlich von den Basismodellen.

Wann geht es los?

Die Produktion der neuen Performance-Stromer soll im zweiten Quartal 2026 anlaufen. Preise hat Kia noch nicht verraten, doch wer einen der neuen GTs in die Garage stellen möchte, sollte sich auf einen deutlichen Aufschlag gegenüber den Zivilversionen einstellen. Dafür gibt es dann aber auch Technik, die man bisher eher in der 60.000-Euro-Klasse verortet hat.