Als Hyundai den Ioniq 6 erstmals auf die Straße schickte, war das Echo zweigeteilt: Die einen feierten den extremen Aero-Look und die Porsche-Anleihen am Heck, die anderen störten sich an der etwas traurigen Frontpartie. Mit dem Modelljahr 2026 zücken die Koreaner nun den Skalpell und straffen die Gesichtszüge ihrer Elektro-Limousine deutlich. Das Ziel: Weniger „trauriger Wal“, mehr Hightech-Dynamik.

Das Ende des „Trauer-Blicks“

Die auffälligste Änderung springt sofort ins Auge: Die Scheinwerfer. Statt der großen, durchgehenden Einheiten setzt Hyundai nun auf geteilte Leuchten mit einer scharfen, pixeligen LED-Signatur, die dem Wagen einen breiteren und aggressiveren Stand verleiht. Die Front wirkt aufgeräumter, technischer und fügt sich besser in die aktuelle Designsprache der Marke ein, die wir bereits vom kantigen Ioniq 5 kennen.

Auch am Heck wurde der Rotstift angesetzt – im positiven Sinne. Der oft kritisierte „Doppel-Spoiler“-Effekt wurde entschärft. Der Ioniq 6 trägt nun nur noch einen markanten Spoiler, was die Silhouette fließender und weniger überladen wirken lässt. Neue Schürzen vorne und hinten strecken das Fahrzeug optisch und sorgen für einen noch satteren Auftritt auf dem Asphalt.

84 kWh: Das Reichweiten-Monster erwacht

Doch die wahre Revolution findet unter dem Blech statt. Hyundai spendiert dem Facelift endlich das lang ersehnte Batterie-Upgrade, das bereits im Bruder-Modell Ioniq 5 Einzug hielt. Der alte 77,4-kWh-Akku ist Geschichte und macht Platz für den neuen 84-kWh-Energiespeicher.

Was das in der Praxis bedeutet? Ein spürbares Plus an Freiheit. Die WLTP-Reichweite klettert von ehemals 614 auf bis zu stolze 680 Kilometer. Damit rückt der Ioniq 6 bedrohlich nah an die Premium-Konkurrenz aus Deutschland heran und dürfte für viele Vielfahrer zur echten Alternative zum Diesel werden. Dank der beibehaltenen 800-Volt-Architektur bleibt er zudem der Ladekönig seiner Klasse: In rund 18 Minuten sind die Zellen wieder von 10 auf 80 Prozent gefüllt.

Auch die Basisversion profitiert: Der kleine Akku wächst von 53 auf 63 kWh, was den Einstieg in die elektrische Welt deutlich alltagstauglicher macht.

Innenraum: Feinschliff statt Revolution

Im Cockpit haben die Ingenieure auf das Feedback der Kunden gehört. Die Materialanmutung wurde spürbar verbessert – weniger Hartplastik, mehr Soft-Touch-Oberflächen. Das Infotainment-System erhält ein Software-Update für flüssigere Bedienung, und die Ambiente-Beleuchtung wurde erweitert, um bei Nachtfahrten noch mehr Lounge-Atmosphäre zu schaffen.

„Mit der N-Line zieht nun endlich auch optische Sportlichkeit in die Baureihe ein, die bisher dem echten N-Modell vorbehalten schien.“

Apropos Sport: Wer es optisch krachen lassen will, aber nicht gleich auf das kommende High-Performance-Monster Ioniq 6 N warten möchte, kann nun zur neuen „N-Line“ greifen. Rote Ziernähte, sportlichere Schürzen und exklusive 20-Zoll-Felgen machen die Limousine zum echten Hingucker auf dem Firmenparkplatz.

Preis und Fazit

Natürlich hat das Upgrade seinen Preis. Der Einstiegspreis klettert leicht auf 45.550 Euro, doch dafür bekommen Kunden nun bereits im Basismodell mehr Batteriekapazität und eine deutlich reifere Ausstattung. Wer die große Reichweite will, muss etwas tiefer in die Tasche greifen, erhält dafür aber eines der effizientesten und schnellsten ladefähigen Elektroautos auf dem Markt.

Mit dem Facelift hat Hyundai genau an den richtigen Stellschrauben gedreht. Das Design ist massentauglicher, die Technik state-of-the-art. Der Ioniq 6 ist erwachsen geworden – und könnte für Tesla und Co. jetzt gefährlicher werden als je zuvor.