Wer in Deutschland einen soliden Kompakten sucht, hatte den Hyundai i30 schon immer als die vernünftige Alternative zum VW Golf auf dem Zettel. Mit dem Start des Modelljahres 2026 scheint diese Vernunft auf eine harte Probe gestellt zu werden: Unter 28.650 Euro geht nichts mehr. Doch wer genauer hinsieht, merkt schnell, dass Hyundai hier einen cleveren Schachzug spielt. Das „Nackte-Hütte“-Modell gibt es schlicht nicht mehr.

Mehr Dampf im Kessel

Die wohl wichtigste Nachricht für Alltagspiloten: Der etwas schwachbrüstige 1,0-Liter-Einstiegsmotor mit 100 PS ist Geschichte. Zum neuen Modelljahr leistet der 1.0 T-GDI nun serienmäßig 115 PS (85 kW). Das sind 15 Pferdestärken mehr, die man beim Einfädeln auf die Autobahn oder beim Überholen auf der Landstraße dankbar annimmt. Geschaltet wird im Basismodell klassisch per Sechsgang-Handschaltung.

Wer keine Lust aufs Kuppeln hat und mehr Leistung will, greift zum neuen 1.6 T-GDI. Dieser Vierzylinder liefert 150 PS (110 kW) und ist zwangsgekoppelt mit einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT). Damit schließt Hyundai die Lücke für alle, denen der Dreizylinder zu rau und der (leider eingestellte) i30 N zu wild war.

„Trend“ statt Verzicht

Warum der hohe Einstiegspreis? Hyundai hat die bisherige Basis-Ausstattungslinie „Advantage“ gestrichen und durch die Linie „Trend“ ersetzt. Was früher aufpreispflichtig war, ist nun Standard. Wer den i30 bestellt, rollt jetzt immer auf 17-Zoll-Leichtmetallfelgen vom Hof – Stahlfelgen mit Radkappen gehören der Vergangenheit an.

Auch im Innenraum wird aufgerüstet:

  • Digitales Cockpit mit 10,3-Zoll-Display
  • Automatisch abblendender Innenspiegel
  • Einparkhilfe vorne und hinten
  • Kamerabasierter Aufmerksamkeitsassistent

Für 1.200 Euro extra gibt es das „Plus-Paket“, das unter anderem einen Totwinkelwarner und einen Autobahnassistenten in das Auto holt.

N Line jetzt im Doppelpack

Für die sportliche Optik splittet Hyundai das Angebot künftig auf. Die beliebte „N Line“ gibt es nun in zwei Stufen, allerdings nur in Kombination mit dem großen 150-PS-Motor. Die „normale“ N Line startet bei 34.650 Euro. Wer noch eine Schippe drauflegen will, greift zur „N Line X“. Hier sind dann 18-Zoll-Felgen, Sitze in Stoff-Leder-Optik und ein Fahrersitz mit Memory-Funktion an Bord.

„Der i30 positioniert sich neu: Weg vom Billigheimer, hin zum vollwertigen Allrounder, der sich vor keinem Wolfsburger verstecken muss.“

Wer mehr Platz braucht, zahlt übrigens genau 1.000 Euro Aufpreis für den Kombi. Ein faires Angebot in einem Segment, in dem die Preise sonst nur eine Richtung kennen: steil nach oben.