Die Elektrifizierung macht auch vor Ikonen nicht halt – doch Ford wählt einen Weg, der Puristen und Pragmatiker gleichermaßen versöhnen könnte. Nach übereinstimmenden Medienberichten sickerte nun durch, was der US-Autobauer hinter verschlossenen Türen plant. Die Enthüllung des neuen Mustang-Ablegers fand auf einer exklusiven Händlerkonferenz statt, auf der Konzernchef Jim Farley und Executive Chair Bill Ford höchstpersönlich das Tuch von einem seriennahen Prototyp zogen.

Viertürige Sport-Limousine im Porsche-Format

Die wichtigste optische und konzeptionelle Änderung betrifft die Karosserie. Der neue Mustang Mach 4 wird kein klassisches zweitüriges Coupé, sondern eine viertürige Sport-Limousine. Teilnehmer der Veranstaltung beschrieben das Fahrzeug als extrem sportlich gezeichnet – mit Proportionen, die an einen Porsche Panamera erinnern, aber spürbar mehr Beinfreiheit im Fond bieten sollen.

Der Name „Mach 4“ ist dabei kein Zufall:

  • Er greift die berühmte Performance-Bezeichnung „Mach 1“ auf.
  • Die Zahl 4 verweist unmissverständlich auf die Anzahl der Türen.
  • Zugleich schafft Ford damit eine klare Abgrenzung zum vollelektrischen SUV-Bruder Mustang Mach-E.

Mit dem SUV Mach-E hatte Ford im Jahr 2020 bei vielen Mustang-Puristen für Unmut gesorgt. Die neue Sport-Limousine mit Verbrennungsmotor und Hybrid-Option dürfte nun wie eine Wiedergutmachung wirken. Sie basiert laut Branchenberichten auf einer gestreckten Version der aktuellen Mustang-Plattform und behält das charakteristische, aggressive Design der Baureihe bei.

Rettung für den V8: Hybridisierung als weltweite Überlebensgarantie

Unter der langen Motorhaube verbirgt sich die eigentliche Sensation. Während die Konkurrenz teilweise auf Sechszylinder-Turbos schrumpft, hält Ford am Achtzylinder fest – allerdings mit elektrischer Unterstützung. Der legendäre Coyote-V8 wird für den Mach 4 an ein Hybridsystem gekoppelt.

Diese Entscheidung ist vor allem dem globalen Markt geschuldet. Während in den USA Abgasvorschriften zeitweise gelockert wurden, ziehen die Daumenschrauben in Europa und Asien unerbittlich an. Um den Mustang überhaupt noch im europäischen Raum anbieten zu können, ist die Elektrifizierung des hubraumstarken V8 die einzige Überlebenschance. Das Hybridsystem soll den CO2-Ausstoß senken, ohne den charakteristischen V8-Sound und die Leistungsentfaltung zu verwässern.

Zwar spekulieren einige Branchenbeobachter, dass Ford für den Mach 4 auch auf die bewährten reinen Verbrennungsmotoren des zweitürigen Mustangs setzen könnte – wie den 2,3-Liter-EcoBoost-Vierzylinder (im aktuellen Modell mit 315 PS) oder den klassischen 5,0-Liter-V8 (derzeit 480 PS im GT). Offiziell bestätigt sind diese Optionen für die viertürige Version jedoch noch nicht. Fest steht nach Angaben aus der Händlerkonferenz bisher nur, dass der V8 als Hybrid eine zentrale Rolle spielen wird.

Aggressiver Kampfpreis schockt Dodge und die deutsche Premium-Konkurrenz

Besonders spektakulär ist die Preisgestaltung, die Ford den Händlern in Aussicht gestellt hat. Der Einstiegspreis für den viertürigen Mustang soll in den USA bei unter 40.000 US-Dollar liegen, was umgerechnet rund 34.600 Euro entspricht. Damit bläst Ford zum Frontalangriff auf etablierte Rivalen.

Ein Händler, der anonym bleiben möchte, kommentierte die Neuausrichtung euphorisch:

„Das Auto ist eine echte Kampfansage – es kombiniert die Kraft des V8 mit echter Alltagstauglichkeit und einem unschlagbaren Preis.“

Zum Vergleich: Der direkte Konkurrent Dodge Charger startet in seinen neuen viertürigen Versionen erst ab rund 50.000 bis 52.000 US-Dollar (ca. 43.000 bis 45.000 Euro). Auch deutsche Premium-Sportlimousinen wie der BMW M3 oder ein Audi RS5 spielen preislich in einer völlig anderen Liga.

Trotz des Kampfpreises soll der Mustang Mach 4 Fahrleistungen auf Sportwagen-Niveau bieten. Die stärkeren Versionen sollen den Sprint von null auf 60 Meilen pro Stunde (rund 97 km/h) in unter vier Sekunden absolvieren. Die Markteinführung des neuen Familien-Mustangs wird voraussichtlich für Ende 2027 als Modelljahr 2028 erwartet, wobei manche Berichte auch einen Verkaufsstart im Jahr 2029 für möglich halten. Spätestens dann wird sich zeigen, ob der Spagat zwischen V8-Tradition und moderner Hybrid-Technologie die Muscle-Car-Ära erfolgreich in die Zukunft rettet.