Der bayerische Automobilhersteller BMW hat einen bedeutenden Meilenstein gefeiert: Im Werk Dingolfing ist die Serienproduktion der umfassend überarbeiteten BMW 7er Limousine offiziell angelaufen. Die Erwartungen an das neue Flaggschiff sind enorm. Der Clou an dem tiefgreifenden Facelift: Mit dem neuen 7er und seiner vollelektrischen Variante i7 ziehen erstmals Schlüsseltechnologien der mit Spannung erwarteten „Neuen Klasse“ in ein bereits etabliertes Serienmodell ein. Wer die bayerische Luxusklasse fahren möchte, muss allerdings tief in die Tasche greifen – die Preise für das überarbeitete Modell starten bei 117.900 Euro.
Eine digitale Brücke in die Zukunft der Neuen Klasse
Die Überarbeitung der 7er-Reihe gilt als die umfassendste Modellpflege in der Geschichte der BMW Group. Normalerweise halten sich Hersteller bei Facelifts optisch und technisch eher im Hintergrund, doch dieses Mal geht das Unternehmen in die Vollen. Bis Ende 2027 will der Konzern die neuen Technologien der kommenden Fahrzeuggeneration in rund 40 Modelle ausrollen – das Flaggschiff macht in Dingolfing nun den Anfang.
Besonders im Innenraum wird dieser Schritt sofort sichtbar. Das Cockpit wurde grundlegend umgestaltet und folgt einer Logik, die sich stark an der zukünftigen Generation der Marke orientiert. Das neue Anzeige- und Bedienkonzept namens Panoramic iDrive projiziert wichtige Fahrdaten über das breite Panoramic Vision Display direkt am unteren Rand der Windschutzscheibe. Ergänzt wird dies durch ein schräg gestelltes 18-Zoll-Zentraldisplay und – eine echte Premiere in dieser Klasse – ein serienmäßiges Display speziell für den Beifahrer. Der Beifahrer-Screen ermöglicht das Streamen von Inhalten oder Gaming während der Fahrt, wobei eine spezielle Sichtschutzfunktion dafür sorgt, dass der Fahrer nicht abgelenkt wird. Wer im Fond reist, darf sich zudem über den weiter verbesserten, extrem breiten Theatre Screen freuen.
Neue Rundzellen-Batterien für über 700 Kilometer Reichweite
Auch unter dem Blech hat der Autobauer massiv nachgelegt. Die Antriebstechnologie wurde grundlegend modernisiert. In den vollelektrischen i7-Modellen kommt nun die sechste Generation der Batterietechnologie zum Einsatz. Statt der bisherigen prismatischen Zellen nutzt BMW innovative Rundzellen.
Diese neue Technologie sorgt für eine spürbar höhere Energiedichte und deutlich optimierte Ladeleistungen:
- Der i7 50 xDrive (jetzt serienmäßig mit Allradantrieb und 455 PS) erreicht eine stattliche elektrische Reichweite von bis zu 728 Kilometern nach WLTP-Norm. Die Preise für dieses Modell starten bei 121.400 Euro.
- Der stärkere i7 60 xDrive mit 544 PS kommt auf eine maximale Reichweite von 727 Kilometern und kostet mindestens 140.100 Euro.
- Dank der verbesserten Ladeperformance von nun bis zu 250 kW (vorher 195 kW) lässt sich der Akku in nur rund 28 bis 29 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden.
- Für Kunden, die das absolute Maximum an Leistung und Luxus suchen, steht weiterhin das sportliche Topmodell i7 M70 xDrive mit 680 PS bereit. Dieses schlägt allerdings mit einem stolzen Grundpreis von mindestens 182.400 Euro zu Buche.
Handwerkliche Präzision trifft auf automatisierte Großserie
Neben der Technik setzt der Hersteller in Dingolfing neue Maßstäbe bei der Individualisierung. Kunden können aus über 500 Lackfarben und Farbkombinationen sowie rund 700 Ausstattungs- und Materialoptionen im Innenraum wählen. Als echte Branchenneuheit gilt die Option „BMW Individual Dual-Finish“: Dabei werden auf einer einzigen Karosserie matte und glänzende Flächen miteinander kombiniert. Ein extrem aufwendiger Prozess, der ein hohes Maß an manueller Handarbeit erfordert. Pro Fahrzeug fallen rund 2.000 Minuten manuelle Tätigkeiten in der Produktion an – ein gigantischer Aufwand, mit dem sich der Autobauer ganz bewusst von der Konkurrenz abheben möchte.
Neben den vollelektrischen i7-Modellen und dem Mildhybrid-Benziner 740 xDrive, die den Anfang machen, folgen im weiteren Verlauf des Jahres auch die Diesel-Varianten wie der 740d xDrive (ab 122.900 Euro) sowie die Plug-in-Hybride wie der 750e xDrive (ab 133.900 Euro). Für das Jahr 2027 ist zudem noch ein neuer V8-Benziner angekündigt.
Zum feierlichen Produktionsstart hob die Werksleitung die besondere Bedeutung der Dingolfinger Fertigungskompetenz hervor:
„Der neue BMW 7er zeigt, was Dingolfing auszeichnet: die Verbindung aus hochmoderner Industrieproduktion und handwerklicher Präzision. So entstehen für unsere Kunden weltweit besondere Automobile, die technologische Exzellenz mit höchsten Ansprüchen an Exklusivität, Individualität und Qualität vereinen“, sagt Werkleiter Christoph Schröder.