Einleitung
Der Nissan Juke war 2010 einer der Pioniere im Segment der kompakten Crossover. Mit der zweiten Generation (seit 2019) und dem umfassenden Facelift im Jahr 2024 hat Nissan das mutige Design beibehalten, aber bei Qualität und Technik spürbar nachgelegt. Während das Äußere weiterhin polarisiert, präsentiert sich das Innenleben nun deutlich reifer und digitaler. Damit bleibt der Juke eine spannende Alternative für Individualisten, die ein praktisches City-SUV suchen.
Design & Verarbeitung
Das Design bleibt das Hauptargument für den Juke. Mit seinen markanten Rundscheinwerfern, dem dreidimensionalen Web-Kühlergrill und der abfallenden Dachlinie wirkt er wie ein SUV-Coupé. Das Facelift 2024 bringt zudem frische Farben wie ein lebendiges Gelb zurück.
Besonderes Lob verdient die verbesserte Verarbeitung. In den höheren Ausstattungslinien kommen hochwertige Materialien wie Alcantara zum Einsatz. Die Karosserie ist steifer geworden, was sich positiv auf die Geräuschisolierung und das allgemeine Wertigkeitsgefühl auswirkt.
Innenraum & Komfort
Im Vergleich zum Vorgänger ist der Juke deutlich gewachsen. Dank eines um zehn Zentimeter längeren Radstands genießen Passagiere im Fond fast sechs Zentimeter mehr Kniefreiheit. Dennoch bleibt es hinten eher gemütlich – kleine Fenster und der dunkle Dachhimmel verstärken das "Coupé-Gefühl".
Ein Highlight sind die optionalen Bose-Integralsitze, bei denen Lautsprecher direkt in den Kopfstützen verbaut sind. Der Kofferraum bietet beim Verbrenner 422 Liter Volumen, beim Hybrid sind es systembedingt 305 Liter. Kritik gibt es für die mit 78 Zentimetern sehr hohe Ladekante.
Infotainmentsystem
Das Facelift 2024 rüstet den Juke digital massiv auf. Im Mittelpunkt stehen zwei 12,3 Zoll große Displays für das Kombiinstrument und das Infotainment. Die Benutzeroberfläche ist logisch aufgebaut und reagiert schnell auf Eingaben. Smartphones lassen sich nun kabellos via Apple CarPlay oder Android Auto einbinden.
Besonders lobenswert: Nissan hält an separaten Drehreglern und Tasten für die Klimaanlage fest. Dies erleichtert die Bedienung während der Fahrt erheblich, auch wenn das Bedienteil für manche Nutzer etwas zu tief positioniert ist.
Antrieb & Fahrverhalten
Kaufinteressenten haben die Wahl zwischen einem 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbo (114 PS) und einem Vollhybrid (143 PS). Der Dreizylinder verhält sich unauffällig, wirkt aber bei niedrigen Drehzahlen teils etwas unkultiviert. Er ist eher für entspanntes Cruisen in der Stadt ausgelegt.
Der Hybrid ermöglicht rein elektrisches Anfahren und kurze stromernde Etappen. Das Zusammenspiel der Motoren ist im Stadtverkehr harmonisch. Bei starker Beschleunigung auf der Autobahn kann das Multi-Mode-Getriebe jedoch hektisch wirken, und der Motor jault unter Last zeitweise auf. Das Fahrwerk ist straff, aber komfortabel abgestimmt.
Verbrauch & Unterhalt
In Sachen Effizienz punktet vor allem der Hybrid im städtischen Umfeld mit Werten um die 5 Liter. Im ADAC-Ecotest-Mix lag der Verbrauch bei 6,1 Litern Super. Der klassische Benziner benötigt mit durchschnittlich 6,7 Litern etwas mehr.
- Hybrid: Ideal für Stadt und Landstraße.
- Benziner: Geeignet für Gelegenheitsfahrer mit Fokus auf den Einstiegspreis.
- Schadstoffausstoß: Beide Varianten erhalten gute Bewertungen für saubere Abgase.
Sicherheit & Assistenzsysteme
Nissan stattet den Juke bereits ab Werk gut aus. Serienmäßig sind LED-Scheinwerfer, Notbremsassistent und Spurwarner an Bord. Das ProPilot-System bietet zudem eine Kombination aus Abstands- und Spurführung, was besonders auf Autobahnen entlastet.
Ein unverzichtbares Extra ist die 360-Grad-Kamera. Aufgrund des Karosseriedesigns ist die Sicht nach hinten nahezu miserabel. Die hochauflösende Kamera hilft hier effektiv beim Einparken und Rangieren in engen Parklücken.
Fazit
Der Nissan Juke bleibt ein Charakterkopf. Er ist die richtige Wahl für alle, die ein agiles, kompaktes SUV mit modernem Interieur und extravaganter Optik suchen. Während der Hybrid vor allem in der Stadt seine Stärken ausspielt, punktet der Juke insgesamt mit deutlich verbesserter Qualität und zeitgemäßer Konnektivität. Wer über die eingeschränkte Rundumsicht und die hohe Ladekante hinwegsehen kann, findet hier ein stylisches und technisch aktuelles Fahrzeug.