Einleitung

Der Hyundai Inster schließt eine wichtige Lücke im Markt: Er ist eines der wenigen bezahlbaren Elektroautos unter 25.000 Euro, das gleichzeitig mit hoher Alltagstauglichkeit punktet. Mit einer kompakten Länge von nur 3,83 Metern ist er primär für den urbanen Raum konzipiert, bietet aber dank pfiffiger Detaillösungen mehr als nur die Basis-Mobilität eines Kleinstwagens.

Design & Verarbeitung

Das Design des Inster ist eigenwillig und charmant. Mit seinen charakteristischen Pixel-Leuchten und der kastigen SUV-Optik wirkt er modern und robust. Trotz des günstigen Preises wirkt die Karosserie gut verarbeitet. Im Innenraum dominiert zwar Hartplastik, was in dieser Klasse üblich ist, doch Hyundai wertet dies durch interessante Texturen und recycelte Materialien auf. Das Fahrzeug ist mit nur 1,61 Metern Breite sehr schmal, was beim Parken hilft, aber das Platzangebot im Schulterbereich etwas einschränkt.

Innenraum & Komfort

Die größte Stärke des Inster ist sein Zauber-Innenraum. Ab der Ausstattungslinie Trend lassen sich alle vier Sitze – inklusive der Vordersitze – komplett flach umlegen. In Kombination mit der um 16 Zentimeter verschiebbaren Rückbank entsteht eine enorme Flexibilität, die sogar das Übernachten im Fahrzeug ermöglicht. Der Kofferraum bietet zwischen 280 und 351 Litern Volumen, was für die Fahrzeuggröße beachtlich ist. Ein kleiner Wermutstropfen ist die geringe Innenbreite: Zwei Erwachsene kommen sich auf den Vordersitzen spürbar nah.

Infotainmentsystem

Hyundai verbaut serienmäßig zwei 10,3-Zoll-Displays: Ein digitales Cockpit für den Fahrer und einen Touchscreen für das Infotainment. Die Bedienung ist logisch aufgebaut und wird durch physische Tasten für die Klimaanlage und wichtige Menüpunkte ergänzt. Smartphones werden via Apple CarPlay oder Android Auto eingebunden, allerdings ist hierfür meist ein USB-Kabel erforderlich. Das Navigationssystem arbeitet präzise und bezieht Ladestopps verlässlich in die Routenplanung ein.

Antrieb & Fahrverhalten

Kunden haben die Wahl zwischen zwei Leistungsstufen: Einem 97 PS starken Elektromotor mit 42-kWh-Akku und einer stärkeren Version mit 115 PS und 49-kWh-Batterie. Beide Varianten sind für den Stadt- und Landstraßenbetrieb völlig ausreichend motorisiert. Der Inster federt für einen Kleinstwagen überraschend erwachsen und bietet ein sicheres Fahrgefühl. Auf der Autobahn wird es ab 120 km/h jedoch aufgrund zunehmender Windgeräusche ungemütlicher, zudem ist bei maximal 150 km/h Schluss.

Reichweite & Verbrauch

Mit dem großen Akku erreicht der Inster eine WLTP-Reichweite von bis zu 370 Kilometern, was im Alltag für die meisten Pendelstrecken mehr als genügt. Der Realverbrauch bewegt sich im Test zwischen 15 und 19 kWh pro 100 Kilometer. Ein Kritikpunkt ist die DC-Ladeleistung von maximal 85 kW; ein Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert rund 30 Minuten. Positiv hervorzuheben ist der serienmäßige 11-kW-Onboard-Lader für Wechselstrom und die optionale Vehicle-to-Load-Funktion (V2L).

Sicherheit & Assistenzsysteme

In puncto Sicherheit lässt Hyundai kaum Wünsche offen. Schon in der Basisversion sind zahlreiche Assistenten wie der Spurhalteassistent, ein Notbremssystem und ein adaptiver Tempomat an Bord. Im Euro-NCAP-Test erzielte das Modell 2025 solide vier von fünf Sternen. Besonders die gute Sicht nach draußen durch die großen Fensterflächen und die einfache Handhabung der Sicherheitssysteme tragen zum sicheren Fahrgefühl im Alltag bei.

Fazit

Der Hyundai Inster ist ein durchdachtes Elektroauto für preisbewusste Käufer. Er überzeugt weniger durch Luxusmaterialien oder Rekord-Ladezeiten, dafür umso mehr durch seine unübertroffene Variabilität auf kleinster Fläche und eine faire Ausstattungspolitik. Er ist das ideale Zweitauto oder ein primärer Stadtflitzer für alle, die ein praktisches und modernes E-Auto im kompakten Format suchen, ohne dabei auf moderne Assistenzsysteme verzichten zu wollen.