Einleitung

Der Ford Puma Gen-E markiert den elektrischen Aufstieg eines der beliebtesten City-SUVs auf dem europäischen Markt. Ford transformiert den spritzigen Kleinwagen-Crossover in ein reines Elektroauto, das vor allem urbane Nutzer und kleine Familien ansprechen soll. Mit seinem vollelektrischen Antrieb verspricht der Puma Gen-E die bewährte Wendigkeit mit hoher Effizienz zu kombinieren. In diesem Testbericht klären wir, ob die Raubkatze unter Strom ihre Versprechen im harten Alltagstest halten kann. Dabei steht vor allem das Verhältnis zwischen den kompakten Abmessungen und dem praktischen Nutzwert im Fokus der Betrachtung.

Design & Verarbeitung

Äußerlich bleibt sich der Puma treu, setzt aber durch den geschlossenen Kühlergrill klare Akzente als Elektro-Modell. Die markanten, fast eiförmigen Scheinwerfer und die neue Tagfahrlicht-Grafik verleihen dem Wagen ein Gesicht, das an sportliche Premium-SUVs erinnert. Mit 4,21 Metern Länge bleibt der Puma angenehm kompakt für die Parkplatzsuche in der Innenstadt, wirkt aber durch den hohen Aufbau dennoch präsent. Die Verarbeitung der Karosserie ist solide, wobei die Spaltmaße und die Lackqualität einen hochwertigen Eindruck hinterlassen. Insgesamt wirkt das Design dynamisch und hebt sich wohltuend von der oft eher sachlichen Elektro-Konkurrenz ab.

Innenraum & Komfort

Im Interieur überzeugt der Puma vorn mit einer angenehm hohen Sitzposition, die einen hervorragenden Überblick über das Verkehrsgeschehen ermöglicht. Während die Materialwahl an vielen Stellen mit Kunstleder und Ziernähten punktet, findet sich in den unteren Bereichen leider auch einiges an einfachem Hartplastik. Das absolute Highlight ist jedoch der Kofferraum, der durch die innovative Gigabox unter dem Ladeboden ein unerreichtes Volumen in dieser Klasse bietet. Im Fond wird es jedoch bauartbedingt eng, da der Batteriepack den Boden anhebt und so die Beinfreiheit für Erwachsene einschränkt. Hier zeigt sich die Herkunft von einer Verbrenner-Plattform, die für den Elektroantrieb Kompromisse bei der Rückbank erfordert.

Infotainmentsystem

Das Cockpit wird von zwei großen 12-Zoll-Displays dominiert, die das moderne Ford Sync 4 System beherbergen. Die Bedienung erfolgt intuitiv über den zentralen Touchscreen, wobei wichtige Funktionen glücklicherweise noch über physische Tasten am Lenkrad steuerbar sind. Kabelloses Apple CarPlay und Android Auto gehören zur Serienausstattung und lassen sich ohne Verzögerung einbinden. Das digitale Instrumentencluster hinter dem Lenkrad ist klar strukturiert und liefert alle fahrrelevanten Informationen auf einen Blick. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt das optionale Bang & Olufsen Soundsystem, dem es laut Testberichten im Vergleich zu größeren Modellen etwas an räumlicher Tiefe fehlt.

Antrieb & Fahrverhalten

Der Elektromotor an der Vorderachse leistet 168 PS und sorgt für einen spritzigen Antritt, der dem Puma ein gewisses Go-Kart-Feeling verleiht. Mit einem Drehmoment von 290 Nm zieht das SUV souverän aus dem Stand an und erreicht in acht Sekunden die 100-km/h-Marke. Das Fahrwerk ist typisch Ford eher straff abgestimmt, bietet aber dennoch einen ordentlichen Restkomfort für längere Fahrten auf der Autobahn. In Kurven profitiert der Wagen von seinem für ein E-Auto relativ geringen Gewicht von unter 1,5 Tonnen. Lediglich bei höheren Geschwindigkeiten jenseits der 120 km/h lässt der Durchzug spürbar nach, bevor bei 160 km/h elektronisch abgeriegelt wird.

Reichweite & Verbrauch

Mit einer Netto-Kapazität von 43 bis 46,8 kWh ist die Batterie eher klein dimensioniert, was sich in der Praxis bemerkbar macht. Die WLTP-Reichweite von rund 400 Kilometern schrumpft bei widrigen Wetterbedingungen im Test auf reale 270 bis 300 Kilometer zusammen. Positiv hervorzuheben ist jedoch die Effizienz des Systems, das im Stadtverkehr mit Verbräuchen um die 13 bis 14 kWh glänzen kann. Die Ladeleistung ist mit maximal 100 kW am Schnelllader eher durchschnittlich und passt nicht ganz zum sonst modernen Anspruch des Fahrzeugs. Dennoch gelingt die Ladung von 10 auf 80 Prozent in knapp über 20 Minuten, was für den urbanen Einsatz absolut vertretbar ist.

Sicherheit & Assistenzsysteme

In Sachen Sicherheit ist der Puma Gen-E bestens gerüstet und übernimmt die hohen Standards der Verbrenner-Variante. Ein besonderes Feature ist das BlueCruise-System, das auf Autobahnen assistiertes Fahren ermöglicht, bei dem man kurzzeitig die Hände vom Lenkrad nehmen kann. Moderne Helfer wie Spurhalteassistent, Notbremssystem und Verkehrszeichenerkennung arbeiten im Hintergrund zuverlässig und meist unaufdringlich. Ein zusätzlicher Frunk unter der Fronthaube dient zudem nicht nur als Stauraum, sondern verbessert auch die Knautschzone bei einem potenziellen Aufprall. Die aktive Sicherheitsausstattung sorgt dafür, dass sich Fahrer und Passagiere jederzeit gut geschützt fühlen können.

Fazit

Der Ford Puma Gen-E ist ein emotional gestaltetes Elektroauto, das vor allem durch seine Agilität und das unglaubliche Kofferraumkonzept besticht. Wer ein kompaktes SUV für die Stadt und mittlere Pendelstrecken sucht, findet hier einen der praktischsten Begleiter auf dem Markt. Die Gigabox im Heck ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal, das den Alltagsnutzen massiv steigert. Trotz der Schwächen bei der Ladeleistung und dem begrenzten Platzangebot im Fond bleibt der Puma eine spannende Alternative zur Konkurrenz. Wenn man attraktive Rabatte oder Abo-Raten nutzt, erhält man ein durchdachtes Fahrzeug mit viel Fahrspaß und modernster Technik.