Volkswagen macht den ID.7 für eine neue Rolle scharf: Er soll nicht nur Kilometer fressen, sondern zu Hause Strom speichern und bei Bedarf ins Netz zurückgeben. Das neue Elli-Paket klingt nach Geld-zurück-Moment für E-Auto-Fahrer – denn im ersten Vertragsjahr ist nach aktueller Planung ein Plug-in-Bonus von bis zu 720 Euro möglich. Doch beim wichtigsten Punkt bleibt es vorerst spannend: Der Bestellstart für den DC-bidirektionalen Charger ist erst zum Jahresende geplant.

Der ID.7 wird zur rollenden Powerbank

Volkswagen und Elli bringen ein Vehicle-to-Grid-Angebot für Deutschland auf den Weg, das zunächst Kunden von Volkswagen, Volkswagen Nutzfahrzeuge und Cupra adressiert. Das Paket besteht aus kompatiblem Elektroauto, Elli BiDi Charger, Volkswagen Naturstrom V2G Flow, Elli BiDi App und einer energiewirtschaftlichen Optimierung im Hintergrund.

Für ID.7-Fahrer ist das besonders interessant, weil der Volkswagen ID.7 bidirektionales Laden mit einer Batterie ab 77 kWh und ID. Software 3.5 oder höher unterstützt. Geplant sind Fahrzeuge ab ID. Software 3.5 mit mindestens 77 kWh Batteriekapazität sowie alle ID.-Modelle mit ID. Software 6.

So läuft der Strom-Deal zu Hause

Im Alltag soll das Prinzip simpel sein: Das Auto wird an den kompatiblen Elli BiDi Charger angeschlossen. In der Elli BiDi App legen Nutzer fest, wann das Fahrzeug wieder verfügbar sein soll und welchen Mindestladezustand es dann haben muss.

Die freie Standzeit kann anschließend energiewirtschaftlich genutzt werden. Heißt: Der ID.7 bleibt zuerst Auto, kann aber in freigegebenen Zeitfenstern als flexible Batterie fürs Energiesystem dienen.

Die 720-Euro-Frage

Der konkrete Lockstoff ist der geplante Plug-in-Bonus: Im ersten Vertragsjahr sollen bis zu 720 Euro möglich sein. Ein unabhängiger Branchenbericht ordnet die wirtschaftliche Spanne für das VW/Elli-Angebot unter optimalen Bedingungen bei etwa 700 bis 900 Euro pro Jahr ein.

Wichtig ist aber das „bis zu“: Die Vergütung hängt praktisch davon ab, wie oft und wie lange das Auto zu Hause angeschlossen ist. Derselbe Branchenbericht verweist darauf, dass vergleichbare Dienste typischerweise Ansteckzeiten von etwa 12 bis 14 Stunden pro Tag benötigen.

Und was kostet der Elli BiDi Charger?

Genau hier liegt der Haken: Für den neuen Elli BiDi Charger ist der nächste öffentlich kommunizierte Schritt der geplante Bestellstart zum Jahresende. Registrierte Kunden sollen informiert werden, sobald sie den DC-bidirektionalen Charger bestellen und den Volkswagen-Naturstrom-V2G-Flow-Tarif abschließen können.

Zum Einordnen: Der aktuelle ID. Charger Connect 2 mit 11 kW AC und 4,5-Meter-Kabel steht im Elli-Shop bei 759 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Dieser Preis ist aber nur ein Vergleichspunkt für eine klassische AC-Heimladelösung, denn das V2G-Paket setzt auf einen DC-bidirektionalen Charger.

Eine unabhängige Einordnung macht die offene Kostenfrage noch wichtiger: Bidirektionale Wallboxen dürften zunächst drei- bis viermal teurer sein als herkömmliche Modelle. Ohne finalen Hardwarepreis, Installationskosten und Tarifdetails lässt sich die Amortisation für ID.7-Besitzer deshalb noch nicht seriös ausrechnen.

Warum gerade der ID.7 gut ins Bild passt

Der ID.7 ist kein kleiner Stadtstromer, sondern VWs elektrische Langstrecken-Limousine. Der ID.7 Pro S nutzt eine 86-kWh-Batterie und kommt je nach Variante und Ausstattung auf bis zu etwa 709 Kilometer Reichweite.

Gerade diese große Batterie macht den V2G-Gedanken spannend: Sie speichert nicht nur Energie fürs Fahren, sondern kann im Stand auch als Strompuffer dienen. Technisch bedeutet bidirektionales Laden, dass Strom nicht nur aus dem Netz ins Auto fließt, sondern später auch wieder ins Haus oder Stromnetz zurückgegeben werden kann.

V2L, V2H, V2G: Das ist der Unterschied

Beim einfachen Vehicle-to-Load versorgt das Auto externe Geräte mit Strom. Bei Vehicle-to-Home gibt das Auto Energie ans Hausnetz ab. Bei Vehicle-to-Grid wird Strom zusätzlich ins öffentliche Netz eingespeist.

Für die VW-ID.-Modelle ID.3, ID.4, ID.5, ID.7 und ID. Buzz mit 77-kWh-Batterie und VW-Konzern-Software 3.5 wird V2G als vorbereitet eingeordnet. Für diese Modelle wird außerdem CCS, DC-Anbindung und V2H mit passender Wallbox- und Heimspeicher-Lösung genannt.

Fazit: Starkes Versprechen, aber noch kein Preisschild

Der VW ID.7 bekommt mit dem Elli-V2G-Paket einen echten Zusatznutzen: Wer die passenden Voraussetzungen erfüllt, kann sein Auto nicht nur laden, sondern perspektivisch auch als Netzspeicher einsetzen. Der geplante Bonus von bis zu 720 Euro im ersten Vertragsjahr ist der klare Aufmerksamkeits-Magnet.

Ob daraus ein echter Geldvorteil wird, entscheidet aber der noch offene Hardware- und Tarif-Realitätscheck. Erst wenn VW und Elli zum geplanten Bestellstart den Preis des Elli BiDi Chargers, die Installationsbedingungen und die Tarifdetails nennen, wird aus dem Stromspeicher-Versprechen eine belastbare Rechnung für deutsche ID.7-Fahrer.