Lange Zeit hieß es bei Volkswagen, dass das traditionsreiche GTI-Label nicht einfach auf beliebige Elektroautos geklebt werden soll. Für die Stromer war bislang das Kürzel GTX reserviert. Doch nun gibt es einen spektakulären Strategiewechsel: Wie aus Konzernkreisen durchgesickert ist, befindet sich eine dynamische GTI-Variante des erst kürzlich überarbeiteten VW ID.3 Neo in der Entwicklung. Und das Beste daran: Der kompakte Elektro-Sportler soll noch 2026 auf den Markt kommen.
Mehr Power und agileres Handling
Fans der Marke dürfen sich auf ein ordentliches Leistungspaket freuen. Der ID.3 GTI soll rund 340 PS (254 kW) auf die Straße bringen und damit sogar das aktuelle Topmodell GTX Performance leicht übertrumpfen. Da beim Elektro-GTI weiterhin nur die Hinterachse angetrieben wird, mussten die Ingenieure tief in die Trickkiste greifen, um die gewaltige Kraftentfaltung in den Griff zu bekommen.
Dafür sorgt unter anderem eine tiefgreifende Überarbeitung des DCC-Fahrwerks, die ein noch agileres Fahrverhalten garantieren soll. So wird sichergestellt, dass die Mehrleistung nicht sprichwörtlich in Rauch aufgeht.
- Leistung: ca. 340 PS (254 kW)
- Antrieb: Sportlich abgestimmter Heckantrieb
- Fahrwerk: Modifiziertes DCC für maximale Agilität in Kurven
Optik und Interieur: Zurück zu den Wurzeln
Auch optisch wird sich der ID.3 GTI deutlich von seinen zivileren Brüdern abheben. Kenner dürfen sich auf das obligatorische Wabengitter an der Front freuen, das dem Wagen ein deutlich aggressiveres Gesicht verleiht. Im Innenraum ziehen hochgezogene Schalensitze ein – natürlich bezogen mit dem legendären Karostoff, der seit dem ersten Golf GTI im Jahr 1976 nicht wegzudenken ist.
Ein ganz besonderes Highlight wartet direkt vor dem Fahrer, wie aus dem Entwicklungsumfeld zu hören ist:
"Über eine spezielle GTI-Taste am Lenkrad lässt sich der Fahrmodus für das Fahrverhalten direkt anwählen und auf maximale Dynamik schärfen."
Warum gerade jetzt?
Ursprünglich war ein ID.3 GTI überhaupt nicht im Modellfahrplan vorgesehen. Lange Zeit waren die Ingenieure der Meinung, dass sich der typische GTI-Fahrspaß auf der bisherigen MEB-Plattform (Modularer E-Antriebs-Baukasten) nicht in absoluter Perfektion realisieren ließe. Zudem sah die Planung vor, den ID.3 durch einen elektrischen Golf auf der neuen SSP-Basis abzulösen.
Der Grund für das Umdenken liegt in den Verzögerungen bei der nächsten Architektur-Generation. Da sich der Nachfolger auf der SSP-Plattform bis voraussichtlich 2029 verzögert, greift Volkswagen nun in die Vollen und spendiert dem aktuellen ID.3 Neo ein emotionales Upgrade. Zusammen mit dem ebenfalls neu präsentierten kleinen Bruder schickt Wolfsburg damit spannende Elektro-Sportler ins Rennen, die zeigen, dass die drei magischen Buchstaben auch im Elektrozeitalter für reichlich Adrenalin sorgen können.