Während in Europa heftig über lahme Absatzzahlen von Elektroautos debattiert wird, zündet Volkswagen in China ein echtes Neuheiten-Feuerwerk. Mit dem brandneuen ID.Unyx 09 bringt Wolfsburg eine sportliche Elektro-Limousine auf den Markt, die den hiesigen Hoffnungsträger ID.7 sowohl optisch als auch technisch fast schon alt aussehen lässt. Ein flaches Fastback-Design, modernste 800-Volt-Schnellladetechnik und bis zu 503 PS Systemleistung zeigen, wozu VW fähig ist, wenn das Entwicklungstempo stimmt. Doch deutsche Kunden schauen in die Röhre, denn dieser heiße Stromer bleibt vorerst ein reines China-Privileg.

Kooperation mit Xpeng: 800-Volt-Power unter der Haube

Das Geheimnis hinter dem gewaltigen Technologiesprung des ID.Unyx 09 liegt in einer engen Partnerschaft. Volkswagen hat die rund fünf Meter lange Limousine in Rekordzeit zusammen mit dem chinesischen E-Auto-Spezialisten Xpeng entwickelt. Das Modell ist bereits das zweite Fahrzeug, das innerhalb von nur 24 Monaten aus dieser Kooperation hervorgeht, nach dem großen SUV ID.Unyx 08.

Dank des chinesischen Know-hows bricht der ID.Unyx 09 mit der bekannten MEB-Plattform, die deutsche Kunden von ID.3 bis ID.7 gewohnt sind. Stattdessen setzt der Wagen auf eine hochentwickelte 800-Volt-Architektur. Das ermöglicht extrem kurze Ladezeiten an der Schnellladesäule:

  • Eine Ladeleistung von weit über 300 kW ist an entsprechenden Säulen möglich.
  • Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent soll in nur etwa 20 Minuten gelingen.
  • Als Energiespeicher dienen robuste Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) vom Branchenriesen CATL.

Obwohl VW die genauen Akkukapazitäten für die neue Limousine noch unter Verschluss hält, dürften diese analog zum SUV-Bruder bei 82 kWh und 95 kWh liegen, was beachtliche Alltagsreichweiten garantiert.

Aggressive Optik und bis zu 503 PS Systemleistung

Nicht nur technisch, auch optisch distanziert sich der ID.Unyx 09 deutlich von der bisherigen, eher konservativen ID-Familie. Mit einer stattlichen Länge von 5,08 Metern übertrifft er den ID.7 nochmals spürbar. Die Silhouette präsentiert sich als extrem flaches, coupéförmiges Fastback mit einer aggressiv gezeichneten Frontpartie, zweigeteilten Scheinwerfer-Signaturen und markanten 21-Zoll-Sportfelgen. Typisch für die neue Submarke sind zudem das goldene VW-Logo an Front und Heck sowie ein sportlich gestalteter Heckdiffusor.

Auch bei den Fahrleistungen geht es sportlich zur Sache. Kunden haben die Wahl zwischen zwei kraftvollen Antriebsvarianten:

  • Heckantrieb (RWD): Ein Elektromotor an der Hinterachse leistet 230 kW (313 PS).
  • Allradantrieb (AWD): Ein zusätzlicher Frontmotor bringt die Systemleistung auf gewaltige 370 kW (503 PS).

Mit dieser Power knackt der Allradler eine ungewöhnliche Marke für elektrische Volkswagen: Erst bei 200 km/h wird der ID.Unyx 09 elektronisch eingebremst. Gesteuert wird das Kraftpaket von hochmodernen Assistenzsystemen, die teilautomatisiertes Fahren auf Level-2-Niveau ermöglichen, unterstützt von künstlicher Intelligenz.

Warum deutsche Kunden in die Röhre schauen

Produziert wird der sportliche Stromer im hochmodernen Werk in Hefei, betrieben vom Joint Venture Volkswagen Anhui, an dem VW die Mehrheit von 75 Prozent hält. Da das Modell speziell auf die Bedürfnisse und den harten Konkurrenzkampf auf dem chinesischen Markt zugeschnitten ist, ist ein Export nach Deutschland offiziell nicht vorgesehen. Die Markteinführung im Reich der Mitte ist für die zweite Hälfte des Jahres 2026 geplant.

Der Chef der Marke Volkswagen Pkw in China, Robert Cisek, bestätigte die Pläne unlängst offiziell und hob die Dynamik der Partnerschaft hervor:

"Der ID.Unyx 09 ist ein weiteres neues Mitglied der ID.Unyx-Familie und das zweite Modell, das von Volkswagen und Xpeng innerhalb von 24 Monaten gemeinsam entwickelt wurde."

Obwohl aus Wolfsburg jüngst zu hören war, dass für China entwickelte Plattformen und Technologien in Zukunft durchaus auch für Europa geprüft werden, um die hiesigen Werke besser auszulasten und Entwicklungskosten zu sparen, betrifft das den ID.Unyx 09 kurzfristig nicht. Konzernchef Oliver Blume dämpfte die Erwartungen und erklärte, dass man erst die Marktreife der neuen Technologien in China abwarten müsse, bevor über einen Transfer nach Europa entschieden wird. Deutsche E-Auto-Fans können also vorerst nur neidisch nach Osten blicken.