Jahrelang wurde er als Konzeptfahrzeug ID.2all angeteasert, nun hat das Warten ein Ende: Volkswagen bringt den Polo als echtes Volks-Elektroauto zurück. Mit einem Einstiegspreis von exakt 24.995 Euro löst der Wolfsburger Autobauer sein wohl wichtigstes Versprechen der letzten Jahre ein. Der neue ID. Polo soll E-Mobilität endlich wieder massentauglich machen – und dabei genau jene Schwächen ausmerzen, die bisherige Modelle der ID-Familie so angreifbar machten.

Der Vorverkauf für den Hoffnungsträger startet offiziell Ende April 2026, die ersten Modelle rollen im Sommer auf die Straßen. Doch kann der elektrische Kleinwagen auf der neuen weiterentwickelten MEB+-Plattform wirklich halten, was die vollmundigen Ankündigungen versprechen?

Viel Platz und ein effizienter Frontantrieb

Technisch markiert der ID. Polo einen spannenden Kurswechsel. Anders als seine größeren Geschwister setzt der kleine Stromer auf Frontantrieb. Das spart nicht nur Gewicht und reduziert die Komplexität, sondern macht den 4,05 Meter kurzen Wagen zu einem echten Raumwunder für den Alltag.

  • Kofferraum: Satte 435 Liter Stauvolumen, die sich bei umgeklappten Sitzen auf über 1.200 Liter erweitern lassen.
  • Innenraum: Ein Radstand von 2,60 Metern sorgt für Platzverhältnisse, die beinahe an den klassischen Golf heranreichen.
  • Leistung: Zum Start gibt es drei Motoren mit 116 PS (85 kW), 135 PS (99 kW) und 211 PS (155 kW). Eine sportliche GTI-Version mit 226 PS folgt später.

"Der ID. Polo markiert den Beginn einer neuen Generation: mit frischem Design, intuitiver Bedienung, Top-Qualität und endlich wieder einem traditionsreichen Namen."

Echte Tasten und ein geniales Retro-Gimmick

Im Cockpit zeigt sich eine willkommene Rückbesinnung auf alte Stärken: Das ungeliebte, ausschließliche Touch-Bedienkonzept hat ein Ende. Unter dem großzügigen 13-Zoll-Infotainmentsystem finden sich endlich wieder echte, physische Tasten für die Klimasteuerung und ein klassischer Regler für die Lautstärke.

Ein weiteres Highlight für Nostalgiker verbirgt sich in der Software: Per Knopfdruck am Lenkrad lässt sich das 10,25 Zoll große Instrumentendisplay in einen Retro-Modus versetzen. Dieser verwandelt die modernen Anzeigen in eine detailgetreue Nachbildung der klassischen Rundinstrumente des Golf I aus den 1980er Jahren.

Der kleine Haken beim 25.000-Euro-Versprechen

Wer jetzt direkt zuschlagen will, muss bei der Basisversion eventuell etwas Geduld mitbringen. Zwar startet das Modell mit der 37-kWh-Batterie (LFP-Zellchemie) und rund 329 Kilometern Reichweite bei den versprochenen 24.995 Euro. Zum Auslieferungsstart im Sommer 2026 werden erfahrungsgemäß jedoch zunächst die höher motorisierten und profitableren Varianten mit dem 52-kWh-Akku ausgeliefert.

Diese größeren NMC-Akkus ermöglichen bis zu 455 Kilometer Reichweite und dürften preislich jenseits der 30.000-Euro-Marke liegen. Dafür ist bei diesen Modellen für sehr schnelle Ladepausen gesorgt: Die große Batterie lässt sich am Schnelllader mit bis zu 130 kW in rasanten 24 Minuten von 10 auf 80 Prozent befüllen. Damit liefert der VW ID. Polo durchdachte Technik für die Massen – und eine sehr ernstzunehmende Alternative zum Renault 5 E-Tech.