Das Warten auf den elektrischen Traum-Bulli hat bald ein Ende. Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) präsentiert auf dem diesjährigen Caravan Salon in Düsseldorf (28. August bis 6. September 2026) den ID. California Cruise. Das Konzeptfahrzeug zeigt erstmals offiziell, wie die legendäre California-DNA – Freiheit, Flexibilität und uneingeschränkte Alltagstauglichkeit – im Zeitalter der Elektromobilität aussehen soll.

Der ID. California Cruise: Ein neuer Meilenstein für Bulli-Fans

Als technische Basis für den ID. California Cruise dient der moderne Elektro-Bulli ID. Buzz, genauer gesagt dessen Langversion. Das ist für Camper ein entscheidender Vorteil:

  • Der große Akku mit 86 kWh Netto-Kapazität verspricht eine reisetaugliche WLTP-Reichweite von rund 455 Kilometern.
  • Dank einer maximalen Ladeleistung von bis zu 200 kW lässt sich der Akku unterwegs extrem schnell wieder füllen: In nur 20 Minuten fließen genügend Elektronen für weitere 226 Kilometer in die Zellen.
  • Wie der neue T7 California verfügt auch der Cruise-Entwurf über zwei Schiebetüren. Das erhöht die Flexibilität im Alltag und beim Campieren enorm, auch wenn es im Innenraum ein wenig Stauraum für fest verbaute Schränke kostet.

Obwohl die erste Designzeichnung noch kein klassisches Aufstelldach zeigt, dürfte dieses für die spätere Serienversion als gesetzt gelten. Ein California ohne klappbares Dach ist schließlich für viele Fans unvorstellbar.

Der Kampf gegen die Pfunde: Warum E-Camping so schwierig ist

Dass Volkswagen erst jetzt eine konkrete Perspektive für den Elektro-Camper vorstellt, hat handfeste technische Gründe. Noch vor wenigen Jahren stand das Projekt intern auf der Kippe. Schwere Traktionsbatterien im Unterboden kombiniert mit dem klassischen, massiven Innenausbau aus Holz, Tanks und Gasflaschen hätten das zulässige Gesamtgewicht schnell über die magische Drei-Tonnen-Grenze getrieben.

Für Reisende mit einem herkömmlichen Pkw-Führerschein der Klasse B (bis 3,5 Tonnen) wäre kaum noch Zuladung für Gepäck, Fahrräder und die Familie geblieben. Zudem hätte das enorme Gewicht die reale Reichweite drastisch schrumpfen lassen. Erst die Weiterentwicklung der Akkudichte und radikale Leichtbaukonzepte machen den ID. California jetzt überhaupt erst möglich.

Geniale Alternative: Aufblasbare Küche und Betten von Stuff Bubble

Wie innovativer Leichtbau schon heute in der Praxis funktionieren kann, zeigt VWN auf der Messe mit einem zweiten Paukenschlag: In Kooperation mit dem innovativen Start-up Stuff Bubble wurden modulare, textile Campingmöbel für den California Beach und den Multivan entwickelt. Statt schwerer Holz- und Metallplatten setzen die Entwickler auf clevere, luftgefüllte Konstruktionen:

  • Die aufblasbare Küche: Sie wiegt weniger als zehn Kilogramm, lässt sich auf der Gepäck-Board-Auflage befestigen und verfügt über einen integrierten, geschlossenen Wasserkreislauf. Nach dem Urlaub kann sie in einer handlichen Tasche verstaut werden. Der Richtpreis liegt bei rund 1.400 Euro.
  • Das flexible Bettsystem: Mit einer Liegefläche von 200 mal 134 Zentimetern bietet es echten Schlafkomfort. Als Doppelbett wiegt die Konstruktion etwa 12 Kilogramm, als Einzelbett-Variante nur schlanke 6 Kilogramm. Kostenpunkt: circa 800 Euro.

Diese textilen Module lassen sich innerhalb weniger Minuten von einer Person aufbauen oder komplett aus dem Auto entfernen. So bleibt die volle Alltagstauglichkeit des Vans erhalten, ohne dass ständig unnötiger Ballast herumkutschiert werden muss – ein Konzept, das eins zu eins auch beim künftigen Elektro-Camper eine wichtige Rolle spielen könnte.

Schrittweise Einführung bis 2028

Mit dem ID. California Cruise schlägt Volkswagen Nutzfahrzeuge ein neues Kapitel auf. Die Düsseldorfer Messebesucher bekommen ab Ende August einen sehr konkreten Vorgeschmack auf das, was die Camping-Welt in den nächsten Jahren prägen wird. Laut VW ist der Cruise nämlich erst der Anfang: Die Markteinführung einer ganzen Generation vollelektrischer Reisemobile soll schrittweise bis 2028 erfolgen. Damit steht fest: Der Kult-Camper ist bereit für die lautlose und emissionsfreie Zukunft.

"Der California geht in die elektrische Zukunft"