Der schwedische Autobauer Volvo und sein chinesischer Mutterkonzern Geely ordnen den europäischen Markt neu. Eine frisch unterzeichnete Absichtserklärung macht Volvo zum exklusiven Importeur für die aufstrebende Schwestermarke Lynk & Co. Damit rücken die beiden Unternehmen enger zusammen als je zuvor und versprechen sich enormes Potenzial für das Händlernetz.
Es ist ein strategischer Schachzug, der die Autowelt aufhorchen lässt: Die Geely-Töchter Volvo Cars und Lynk & Co machen auf dem europäischen Kontinent künftig gemeinsame Sache. Bislang wurden die Fahrzeuge der noch jungen Marke Lynk & Co unter anderem als hippe Abo-Modelle vertrieben, doch nun greift man verstärkt auf etablierte Strukturen zurück. Volvo wird den kompletten Europa-Import übernehmen und seine gewachsene Händler-Infrastruktur zur Verfügung stellen.
Mehr Frequenz in den Autohäusern
Die Idee hinter dem neuen Pakt ist so einfach wie logisch. Volvo profitiert von einem breiteren Angebot in den eigenen Showrooms, ohne selbst eigenes Geld in die Entwicklung neuer Fahrzeuge stecken zu müssen. Für die bestehenden Handelspartner bedeutet der Deal im besten Fall deutlich mehr Kundschaft und lukrative Einnahmen im Service- und Werkstattgeschäft. Im Gegenzug erhält Lynk & Co direkten Zugang zu einem vertrauensvollen, gut ausgebauten Vertriebsnetz, das den Kundenservice für die Marke auf ein neues Level heben soll.
Schon heute gibt es an vereinzelten Standorten Pilotprojekte, bei denen sich beide Marken den Ausstellungsraum erfolgreich teilen. Dieser Ansatz war offenbar so überzeugend, dass das Konzept nun großflächig über ganz Europa ausgerollt werden soll.
Was passiert mit der Entwicklung?
Obwohl Volvo in Europa künftig das Zepter für den Import schwingt, bleibt die globale Ausrichtung klar verteilt.
- Das globale Design und die Produktentwicklung liegen weiterhin direkt bei Geely in China.
- Die Homologation und Zertifizierung neuer Modelle wird ebenfalls weiterhin von der chinesischen Muttergesellschaft gesteuert.
- Das europäische Portfolio der Marke umfasst unter anderem die Plug-in-Hybride 01 und 08 sowie das neu eingeführte vollelektrische SUV 02.
"Mit dieser neuen Vereinbarung werden wir unser Vertriebssystem nutzen, um die Wachstumsambitionen in Europa zu unterstützen. Gleichzeitig ermöglicht sie es uns und unseren Handelspartnern, eine breitere Kundenbasis anzusprechen."
Wann genau die Tinte unter dem finalen Vertrag trocknet, steht zwar noch aus, doch die Weichen für die exklusive Importeursrolle sind unmissverständlich gestellt. Für europäische Autokäufer bedeutet das vor allem eines: Mehr Vielfalt beim Autohändler um die Ecke.