Der Nutzfahrzeugmarkt ist im Umbruch, und der Kostendruck auf Unternehmen, die in Innenstädten operieren, wächst rasant. Genau hier setzt der neue Ford Transit City an, der sich an preissensible Flottenkunden richtet und ausschließlich mit Elektroantrieb erhältlich ist. Um den Einstiegspreis so attraktiv wie möglich zu gestalten, geht der Hersteller einen für die Baureihe ungewöhnlichen Weg: Der Transporter wurde in Kooperation mit der Jiangling Motors Corporation (JMC) entwickelt und läuft in China vom Band.

Keine Aufpreisliste, keine Kompromisse

Ein radikales Konzept verfolgt das Modell bei der Ausstattung. Während man sich bei klassischen Nutzfahrzeugen oft durch seitenlange Zubehörkataloge kämpfen muss, gibt es den Transit City nur in einer einzigen, vollausgestatteten Variante. Extras? Fehlanzeige.

Ab Werk bringt das Fahrzeug alles mit, was den harten Arbeitsalltag erleichtert:

  • Ein 12-Zoll-Touchscreen mit kabelloser Smartphone-Integration.
  • Eine smarte Sitzheizung, die im städtischen Stop-and-Go-Verkehr weitaus effizienter arbeitet als die klassische Kabinenheizung.
  • Ein schlüsselloses Startsystem sowie eine praktische Rückfahrkamera.
  • Umfangreiche Assistenzsysteme wie einen automatischen Notbrems-Assistenten.

"Wir kennen unsere kostenbewussten Kunden und ihre Bedürfnisse ganz genau. Für sie haben wir zielgerichtet einen preisgünstigen, auf das Wesentliche reduzierten Elektro-Transporter konzipiert."

Die Bruttopreise werden voraussichtlich bei rund 46.800 Euro starten, womit das Modell preislich deutlich unterhalb des großen Bruders E-Transit Custom wildert.

Pragmatische Technik für den urbanen Alltag

Angetrieben wird der Kastenwagen von einem 110 kW (150 PS) starken Elektromotor an der Vorderachse. Als Energiespeicher dient eine robuste Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) mit einer nutzbaren Kapazität von 56 kWh. Damit verspricht das Fahrzeug eine alltagstaugliche WLTP-Reichweite von bis zu 254 Kilometern – ein Wert, der für die anvisierte Zielgruppe völlig ausreicht, da die meisten städtischen Lieferdienste am Tag weniger als 120 Kilometer zurücklegen.

An der Schnellladesäule nimmt der Akku bis zu 87 kW Gleichstrom auf, wodurch der Füllstand in praxistauglichen 33 Minuten von 10 auf 80 Prozent klettert. An der heimischen Wallbox oder auf dem Betriebshof lädt der 11-kW-Bordlader die Batterie in rund viereinhalb Stunden wieder komplett auf.

Raumwunder für Handwerker und Camper

Trotz seiner auf den Stadtverkehr optimierten Maße muss sich der Neue beim Ladevolumen nicht verstecken. Er wird in zwei Kastenwagen-Versionen sowie als Fahrgestell für individuelle Aufbauten angeboten.

  1. Die L1H1-Variante bietet etwa sechs Kubikmeter Stauraum und eine beachtliche Nutzlast von knapp 1.085 Kilogramm.
  2. Die längere L2H2-Version fasst rund acht Kubikmeter, schluckt Güter mit über drei Metern Länge und schultert bis zu 1.275 Kilogramm.
  3. In beide Kasten-Modelle passen mühelos bis zu drei Euro-Paletten.

Das großzügige Platzangebot bei gleichzeitig moderatem Basispreis dürfte auch eine ganz andere Zielgruppe hellhörig machen: Wer einen puristischen, aber solide ausgestatteten Basis-Van für einen eigenen Camper-Ausbau sucht, könnte hier die ideale und vor allem bezahlbare Grundlage finden.

Die Bestellbücher für den pragmatischen Lastenesel sollen im zweiten Quartal 2026 öffnen, die ersten Auslieferungen an europäische Kunden sind für Ende des Jahres geplant.