Mazda bläst zum Großangriff auf den europäischen Elektro-Markt und nutzt den Brüsseler Autosalon für eine echte Weltpremiere. Mit dem neuen CX-6e bringen die Japaner nicht nur ein bildschönes SUV-Coupé, sondern auch Technik, die etablierte Platzhirsche nervös machen dürfte. Ist das der Durchbruch für Mazda?

Lange haben Fans der Marke gewartet, doch jetzt macht Mazda ernst: Auf der Brussels Motor Show haben die Japaner das Tuch von ihrem neuesten Hoffnungsträger gezogen. Der Mazda CX-6e ist ein rein elektrisches SUV, das sich mit einer Länge von 4,85 Metern ziemlich genau zwischen den bekannten Verbrenner-Brüdern CX-60 und CX-80 einsortiert. Doch unter dem schicken Blechkleid steckt eine völlig neue Philosophie.

Das Design ist typisch Mazda: Die elegante „Kodo“-Formensprache trifft auf eine coupéhafte Dachlinie, die das Auto trotz seiner Größe erstaunlich dynamisch wirken lässt. Besonders auffällig sind die fast komplett geschlossene Frontpartie und – je nach Ausstattung – die digitalen Außenspiegel, die den Luftwiderstand minimieren sollen. Ein mutiger Schritt, der zeigt: Hier will jemand nicht nur mitfahren, sondern vorwegfahren.

Japanisches Design, chinesische Power

Interessant wird es beim Blick unter die Haube – oder besser gesagt, auf die Plattform. Der CX-6e ist das Ergebnis der vertieften Zusammenarbeit mit dem chinesischen Partner Changan. Das bedeutet: Während Mazda für das emotionale Design und die Fahrwerksabstimmung verantwortlich zeichnet, kommt die hochmoderne Elektro-Architektur aus dem Reich der Mitte. Das Resultat ist ein Hecktriebler mit 258 PS (190 kW) und einem stämmigen Drehmoment von 320 Newtonmetern.

Die Energie speichert ein Lithium-Eisen-Phosphat-Akku (LFP) mit rund 70 bis 80 kWh Kapazität, was im WLTP-Zyklus für knapp 480 bis 500 Kilometer Reichweite genügen soll. Für die Langstrecke ist ebenfalls gesorgt: Dank flotter DC-Ladeleistung soll der Akku in unter 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent gefüllt sein. Werte, mit denen man sich im Alltag absolut sehen lassen kann.

Kino-Feeling im Cockpit

Wer im Innenraum Platz nimmt, erlebt den nächsten Kulturschock – im positiven Sinne. Vorbei sind die Zeiten kleinerer Infotainment-Bildschirme. Der CX-6e protzt mit einem riesigen, asymmetrisch angeordneten 26-Zoll-Display, das sich über weite teile des Armaturenbretts erstreckt. Das System wirkt modern und reagiert blitzschnell, ein klarer Vorteil der neuen Technik-Partnerschaft. Dazu gibt es einen üppigen Frunk unter der Fronthaube, der das Ladekabel locker schluckt.

„Mit dem CX-6e verbinden wir das Beste aus zwei Welten: Die Seele eines Mazda mit der führenden Elektrotechnologie unserer Partner.“

Kampfansage beim Preis

Doch der vielleicht größte Hammer kommt zum Schluss: Mit einem kolportierten Einstiegspreis von rund 46.000 Euro positioniert Mazda den CX-6e extrem aggressiv. Damit wildert das SUV-Coupé direkt im Revier des Tesla Model Y und bietet eine stilvolle Alternative für alle, denen das amerikanische Einerlei zu langweilig geworden ist.

Ob die Rechnung aufgeht, wird der Marktstart zeigen. Aber eines ist nach der Premiere in Brüssel klar: Mazda ist zurück im Spiel – und wie.