Viele Autokäufer in Deutschland, die den Übergang zur reinen Elektromobilität wagen wollen, haben den neuen RAV4 als potenzielles Traumauto auf dem Zettel. Schließlich bietet das SUV ordentlich Platz, eine erhabene Sitzposition und eine bewährte Technik. Doch während die Konkurrenz ihre Bestseller zunehmend in reine Stromer verwandelt, geht man bei diesem Bestseller-Modell ganz bewusst einen anderen Weg.
Der Chefingenieur des beliebten Familien-SUVs erteilte den Spekulationen um einen reinen Stromer kürzlich eine klare Absage. Auch wenn in der sich rasant entwickelnden Automobilwelt vieles denkbar sei, werde ein batterieelektrischer RAV4 derzeit überhaupt nicht in Betracht gezogen.
Die "Multi-Pathway"-Strategie bleibt das Maß der Dinge
Hinter dieser strengen Entscheidung steckt kein Mangel an technischem Know-how, sondern klares strategisches Kalkül. Der Hersteller verfolgt unbeirrt seine Technologieoffenheit, bei der mehrere Antriebsarten parallel zueinander existieren. Das bedeutet im Kern:
- Die klassischen Bestseller-Modelle mit Hybrid- und Plug-in-Hybridantrieb bleiben als eigenständige, stark nachgefragte Fahrzeugfamilie bestehen.
- Reine Elektroautos werden strikt unter einem komplett separaten Namensschema und einer eigenen Modellreihe geführt.
- Für Kunden, die zwingend einen elektrischen Antrieb suchen, gibt es dedizierte E-Modelle im exakt gleichen Größensegment.
"Wir befinden uns in einer Übergangsphase. Unsere elektrischen Spezialmodelle sollen zeigen, welche Möglichkeiten diese Technologie bietet, ohne dabei unsere etablierten Bestseller-Programme umzukrempeln."
Gewaltiges Upgrade für den Plug-in-Hybrid
Wer dem Bestseller treu bleiben möchte und trotzdem den Großteil seines Alltags elektrisch zurücklegen will, muss sich im aktuellen Modelljahr mit dem Plug-in-Hybrid arrangieren. Doch dieser ist keineswegs ein schwacher Trostpreis: Dank einer massiv vergrößerten Batterie und deutlich effizienteren Bauteilen steigt die elektrische Reichweite des Allradlers spürbar an – aktuelle Daten versprechen alltagstaugliche Distanzen von weit über 130 Kilometern im reinen E-Modus. Im Alltag reicht das für nahezu alle Pendelstrecken locker aus, um den Verbrennungsmotor völlig kalt zu lassen. Hinzu kommt eine fulminante Systemleistung von über 300 PS, die das praktische SUV bei Bedarf ordentlich nach vorne peitscht.
Die elektrische Alternative steht längst im Showroom
Für echte Elektro-Puristen, die gar keinen Verbrenner mehr wollen, verweist der Konzern konsequent auf sein bereits etabliertes E-SUV, den bZ4X. Dieses Modell teilt sich zwar nicht den berühmten Namen, bietet aber ähnliche Abmessungen, eine rein elektrische Architektur und frisch aktualisierte Lade- und Reichweitendaten. Wer im Autohaus also nach einem voll elektrifizierten RAV4 fragt, wird kurzerhand in die reine E-Auto-Abteilung weitergeleitet. Ob diese strikte Trennung der Modellreihen langfristig den Nerv der europäischen Käufer trifft, bleibt abzuwarten – für den Moment jedoch fließt durch die Adern des Kult-SUVs weiterhin ein guter Schuss Benzin.