Lange mussten deutsche Tesla-Fans neidisch in die USA blicken, doch jetzt ist es soweit: Das Model Y kann ab sofort als Siebensitzer konfiguriert werden. Damit zielt Elon Musks Marke direkt auf größere Familien und das Segment der flexiblen SUVs, das bisher von wenigen elektrischen Konkurrenten wie dem Mercedes EQB besetzt wurde. Die Auslieferungen sollen bereits im April starten, doch die Sache hat einen Haken: Die Option ist nicht für das Basismodell verfügbar.

Nur mit Allrad und Aufpreis

Wer sieben Personen transportieren will, wird von Tesla zur Kasse gebeten. Die dritte Sitzreihe ist exklusiv an das Model Y „Maximale Reichweite Allradantrieb“ gekoppelt. Der Einstiegspreis für diese Konfiguration klettert damit auf rund 55.490 Euro, wobei die zwei zusätzlichen Sitze mit einem Aufpreis von 2.500 Euro zu Buche schlagen. Sparfüchse, die auf den Standard-Heckantrieb schielen, gehen leer aus.

Kletterpartie oder Raumwunder?

Technisch löst Tesla den Zustieg clever: Per Knopfdruck gleitet die zweite Sitzreihe elektrisch nach vorne und klappt um, um den Weg nach ganz hinten freizumachen. Dort warten zwei Einzelsitze, die sich bei Nichtgebrauch flach im Ladeboden versenken lassen. Für den Nachwuchs gibt es eigene USB-C-Ladebuchsen – ein wichtiges Detail für den Familienfrieden auf Langstrecken.

Doch wie sieht es mit dem Gepäck aus? Mit sieben Passagieren an Bord bleiben immerhin noch 363 Liter Kofferraumvolumen übrig. Das reicht für zwei Kabinenkoffer. Der große Vorteil gegenüber vielen Verbrennern bleibt jedoch der „Frunk“ unter der vorderen Haube, der weitere 117 Liter schluckt und somit den Wocheneinkauf auch bei voller Hütte sichert. Wird die dritte Reihe umgeklappt, stehen satte 753 Liter zur Verfügung.

Angriff auf Mercedes und Co.

Mit diesem Schachzug bringt Tesla Bewegung in den Markt der elektrischen Familien-Transporter:

  • Mercedes EQB: Bisher der Platzhirsch bei kompakten 7-Sitzer-Stromern, wirkt gegen das Model Y nun preislich unter Druck.
  • Kia EV9 / Hyundai Ioniq 9: Diese bieten zwar echtes Van-Feeling und mehr Platz, spielen aber preislich und bei den Außenmaßen in einer ganz anderen Liga.
  • VW ID. Buzz: Der Bulli hat mehr Charme und Raum, schwächelt aber oft bei Reichweite und Effizienz im Vergleich zum windschnittigen Tesla.

"Das Model Y schließt damit die Lücke zwischen kompaktem SUV und echtem Familien-Van – zumindest für Kurzstrecken oder kleinere Kinder."

Ob die dritte Reihe tatsächlich für Erwachsene taugt oder eher die „Strafbank“ für die Kleinsten bleibt, werden erste Tests zeigen müssen. Klar ist: Für Patchwork-Familien oder den Shuttle-Service zum Sportverein wird das Model Y damit deutlich attraktiver.