Smart will den Fortwo-Geist zurückholen – aber diesmal mit deutlich mehr Reichweite, schnellerem Laden und einem Preis, der für deutsche Stadtfahrer plötzlich richtig spannend wird. Der neue Smart #2 soll im kommenden Jahr in Europa starten und beim Einstiegspreis unter 22.500 Euro liegen, nachdem Smart-Deutschland-Chef Wolfgang Ufer die Spanne zwischen 20.000 und 25.000 Euro konkret eingeordnet hat.

Der Preis ist die eigentliche Bombe

Auf die Frage, wo der Smart #2 innerhalb der Spanne von 20.000 bis 25.000 Euro landen werde, sagte Ufer: „Er wird unterhalb der Mitte liegen.“ Rechnerisch bedeutet das: Der Einstiegspreis soll unter 22.500 Euro bleiben.

Das ist deshalb bemerkenswert, weil Smart zuletzt mit #1, #3 und #5 deutlich größer und teurer unterwegs war; der aktuelle Smart #1 startet in Deutschland laut Hersteller beim Einstiegsmodell bei 36.990 Euro.

Für viele frühere Fortwo-Fahrer könnte der #2 damit wieder das werden, was Smart lange ausgezeichnet hat: ein radikal kurzes Stadtauto statt ein Lifestyle-SUV im Kompaktformat.

Fast Fortwo-Format, aber viel mehr Akku

Smart nennt für die ECA-Plattform des #2 eine Batteriekapazität von 35,7 kWh und einen Wendekreis von nur 6,95 Metern. Das Concept #2 soll eine elektrische Reichweite von bis zu knapp 300 Kilometern ermöglichen und per DC-Schnellladen in weniger als 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent kommen.

Zum Vergleich zur alten Welt: Der neue #2 soll laut Ufer bei Batteriekapazität und Reichweite ungefähr doppelt so viel bieten wie die Elektro-Version des früheren Fortwo.

Auch beim Layout bleibt Smart nah am Markenkern: Die Testfahrzeuge des #2 nutzen eine neue Electric Compact Architecture, die Marke spricht von zwei Türen, zwei Sitzen, Hinterradantrieb und einer „wheels-at-the-corners“-Anmutung.

Warum Deutschland für den Smart #2 so wichtig wird

Ufer sieht Deutschland als wichtigsten europäischen Markt für den neuen #2, gefolgt von Italien, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Portugal.

Seine Begründung ist simpel: In Deutschland seien noch zwischen 300.000 und 400.000 Fahrzeuge des Fortwo-Typs unterwegs, während sich der Fortwo in Italien seit 1998 knapp 600.000 Mal verkauft habe und rund 90 Prozent davon noch fahren sollen.

„Ich bin absolut überzeugt, dass wir ein ganz großes Marktpotenzial haben.“

Gerade diese Bestandskunden sind für Smart Gold wert: Wer sich einmal an 2-Sitzer, Mini-Wendekreis und Parklücken-Mut gewöhnt hat, findet im heutigen Neuwagenmarkt kaum echte Nachfolger.

Europa-Produktion? Smart lässt die Tür offen

Noch kommen die aktuellen Smart-Modelle aus China, nachdem Mercedes-Benz die Hälfte der Marke an den chinesischen Partner Geely verkauft hatte.

Beim #2 denkt Smart aber wieder über Europa nach: Ufer sagte, eine lokale Produktion sei vorstellbar, Smart könne einen solchen Schritt aber erst bei entsprechendem Volumen ernsthaft wagen.

Das ist kein Versprechen für ein Werk in Europa – aber es ist ein Signal. Wenn der kleine Stromer tatsächlich in relevanten Stückzahlen läuft, könnte Smart die alte europäische Stadtwagen-DNA auch industriell wieder näher an den Heimatmarkt holen.

Premiere noch 2026, Kundenstart 2027

Das Serienmodell des Smart #2 soll im Oktober 2026 auf dem Pariser Autosalon seine Weltpremiere feiern.

Smart selbst führt den #2 in Deutschland bereits als Modelljahr 2027.

Damit wird der Preis zur entscheidenden Frage: Unter 22.500 Euro wäre der Smart #2 kein Billigauto – aber ein deutlich günstigerer Neustart als die bisherigen Smart-Stromer.

Ein kleiner Smart mit großem Druck

Der Smart #2 muss mehr schaffen als Nostalgie. Er muss zeigen, dass ein echter City-Zweisitzer im Jahr 2027 noch relevant ist: kurz genug für deutsche Innenstädte, elektrisch alltagstauglich genug für Pendler und preislich niedrig genug, um nicht nur Sammler alter Fortwo-Gefühle anzusprechen.

Gelingt Smart dieser Spagat, könnte der #2 für die Marke wichtiger werden als jedes große SUV im Programm – denn er bringt Smart genau dorthin zurück, wo die Marke einst unverwechselbar war.