Der kompakte Zweisitzer kehrt endlich auf die Bildfläche zurück. Nachdem sich die Marke unter dem Joint Venture von Mercedes-Benz und Geely mit den Modellen #1, #3 und dem wuchtigen #5 vor allem im Crossover- und SUV-Segment bewegt hat, besinnt sich Smart nun wieder auf seine wahren Wurzeln. Der offizielle Zulassungskatalog der chinesischen Behörde MIIT, den jedes neue Fahrzeug vor dem Verkaufsstart durchlaufen muss, hat nun die ungeschminkte Serienversion des künftigen Einstiegsmodells offengelegt.

Ein echter Fortwo-Nachfolger ohne Tarnung

Mit einer Außenlänge von nur 2,75 Metern (eine leicht modifizierte Version ist mit 2,76 Metern eingetragen) bleibt der neue Smart #2 extrem handlich. Zum Vergleich: Der klassische Smart EQ Fortwo war mit 2,70 Metern nur unwesentlich kürzer. Die Breite des neuen City-Flitzers liegt bei 1,67 Metern, die Höhe misst 1,56 Meter und der Radstand beläuft sich auf 1,88 Meter.

Ein genialer Kniff der Entwickler: Die Räder wurden extrem weit an die äußeren Ecken der Karosserie gerückt. Dadurch bietet der Zweisitzer trotz der gewachsenen Sicherheitsarchitektur einen sensationell kleinen Wendekreis von gerade einmal 6,95 Metern. Das macht ihn zum unangefochtenen König jeder noch so engen Parklücke.

Der Antrieb: Kleiner Akku, große Effizienz

Dass der ultrakompakte Stadtfloh die magische 300-Kilometer-Marke knackt, liegt an der konsequenten Ausnutzung modernster Technik. Im Unterboden der neuen Electric Compact Architecture (ECA) steckt eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) mit einer Netto-Kapazität von 35,7 kWh. Die Zellen werden vom Branchenriesen CATL zugeliefert. Das Besondere daran: Obwohl die Batteriekapazität im Vergleich zum alten EQ Fortwo mehr als verdoppelt wurde, steigt das Leergewicht des Fahrzeugs nur moderat auf 1.130 Kilogramm an.

Für den passenden Vortrieb sorgt ein Elektromotor an der Hinterachse von Geelys Antriebstochter Infimotion. Mit einer Leistung von 60 kW (rund 82 PS) ist das Auto im Stadtverkehr äußerst flink unterwegs. Die Höchstgeschwindigkeit wird elektronisch bei 140 km/h abgeregelt – das sind 10 km/h mehr als beim Vorgänger und völlig ausreichend für kurze Autobahn-Etappen.

Auch beim Laden setzt der Smart #2 neue Maßstäbe im Kleinstwagen-Segment:

  • Über eine DC-Schnellladefunktion lässt sich der Akku in nur etwa 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden.
  • Für das Laden an der heimischen Wallbox oder städtischen AC-Säulen ist standardmäßig ein 11-kW-Onboard-Lader verbaut.
  • Die LFP-Zellchemie verspricht zudem eine hohe Langlebigkeit und Robustheit im täglichen Ladezyklus.

Maßgeschneiderte Plattform statt fauler Kompromisse

Um keine technischen Abstriche machen zu müssen, hat sich Smart bewusst gegen eine geteilte Plattform mit anderen Herstellern entschieden. Wolfgang Ufer, CEO von Smart Europe, erklärte dazu im Vorfeld bezüglich der Entwicklungsphase:

„Als wir gemerkt haben, dass wir entweder keinen Vorteil oder zu viele Kompromisse eingehen müssen, haben wir umgeschwenkt.“

Das Ergebnis ist ein kompromissloses Stadtauto, das optisch zwar etwas braver als die erste Konzeptstudie ausfällt, aber dennoch unverkennbar die moderne Designsprache der Marke weiterträgt. Die charakteristische zweifarbige Optik – eine Hommage an die legendäre Tridion-Sicherheitszelle – bleibt auf Wunsch erhalten.

Weltpremiere im Herbst, Marktstart in der 20.000-Euro-Klasse

Lange müssen Fans nicht mehr warten: Die offizielle Weltpremiere feiert der Smart #2 am 12. Oktober 2026 auf dem Pariser Autosalon. Während die Auslieferungen im Produktionsland China noch Ende 2026 anlaufen, müssen sich deutsche Kunden bis zum Frühjahr 2027 gedulden.

Auch preislich verspricht der neue Zweisitzer eine echte Kampfansage zu werden. Offiziellen Aussagen zufolge wird ein Einstiegspreis von unter 22.500 Euro angestrebt, Branchen-Insider sprechen sogar von rund 20.000 Euro in der Basisversion. Damit dürfte der Smart #2 zu einem der attraktivsten Einstiegs-Elektroautos auf dem deutschen Markt avancieren und der europäischen Konkurrenz im urbanen Segment das Leben schwer machen.