Der Škoda Karoq bekommt eine zweite Runde: Nach Monaten der Frage, ob der elektrische Elroq den Kompakt-SUV komplett beerbt, ist die Nachfolge nun geklärt – mit Verbrennerbasis, beschleunigter Entwicklung und einem Zielkorridor rund um 2028. Für deutsche SUV-Käufer ist das eine klare Ansage: Škoda hält im wichtigen Kompaktsegment nicht nur am E-Auto fest, sondern auch am klassischen Familien-SUV mit Tankdeckel.
Der Karoq ist nicht tot – er wird neu gestartet
Lange sah es so aus, als könnte der Elroq die Rolle des Karoq übernehmen: Škoda startete im Januar 2025 die Serienfertigung des rein elektrischen Kompakt-SUV Elroq in Mladá Boleslav. Doch genau dieser Punkt macht die neue Karoq-Entscheidung so interessant: Der Elektro-Bruder kommt, aber der Verbrenner-Bruder bleibt.
Škoda-Chef Klaus Zellmer bestätigte laut Bericht, dass der Karoq einen Nachfolger bekommen soll und dieser weiterhin mit Verbrennungsmotoren geplant ist. Als technische Grundlage wird dabei der größere Kodiaq genannt, was auf eine Konzernlösung statt eines komplett frei entwickelten Alleingangs hindeutet.
2028 im Visier – und Entwicklung im Schnellgang
Noch konkreter wird es beim Zeitplan: Die neue Karoq-Generation ist laut Auto Express in Entwicklung und könnte 2028 auf den Markt kommen. Škoda-Entwicklungsvorstand Johannes Neft nannte als Ziel, das neue Modell in exakt drei Jahren zu konstruieren, zu entwickeln und serienreif zu machen.
Das ist für den Volkswagen-Konzern bemerkenswert, denn Neft ordnet den neuen Karoq als eines der schnellsten Entwicklungsprogramme innerhalb der Marke und des Konzerns ein. Der Grund für den späten Start: Die Entscheidung habe sich wegen Unsicherheit über kommende europäische Vorgaben bei den Emissionen verzögert.
Für Kunden heißt das: Der nächste Karoq dürfte nicht als ferner Zukunftstraum behandelt werden, sondern als beschleunigtes Serienprojekt. Gerade in Deutschland, wo viele Familien und Dienstwagenfahrer noch nicht vollständig auf Batterieantrieb wechseln wollen, könnte das die entscheidende Lücke zwischen Kamiq, Elroq und Kodiaq schließen.
Hybrid statt reiner Elektro-Karoq
Der neue Karoq soll nach aktuellem Informationsstand kein reines Elektroauto werden; diese Rolle übernimmt bei Škoda der Elroq. Stattdessen rückt Hybridisierung in den Fokus, denn Neft bezeichnet die Elektrifizierung der Antriebe als besonders wichtig für die nächste Generation.
Als naheliegende Basis gilt die MQB-Evo-Plattform, die im Konzern unter anderem bei Kodiaq, Superb, VW Golf, VW T-Roc und Cupra Formentor genutzt wird. Diese Architektur ist für Škoda interessant, weil sie mehrere Antriebsarten zulässt und die Entwicklungszeit verkürzen kann.
Besonders spannend: Im Konzern ist ein Vollhybridsystem mit 1,5-Liter-Turbobenziner, zwei Elektromotoren und einer 1,6-kWh-Batterie vorgesehen, das unter anderem für Golf und T-Roc angekündigt ist. Auch ein Plug-in-Hybrid wie bei größeren Konzernmodellen wird als Möglichkeit für den neuen Karoq genannt, ist aber noch nicht bestätigt.
Warum Škoda beim Karoq Tempo machen muss
Der aktuelle Karoq ist kein Nischenmodell, sondern ein Kernprodukt der Marke. Škoda bezeichnete ihn bereits bei der Modellpflege 2021 als zweite SUV-Baureihe der Marke und als Erfolgsmodell. Im Jahr 2020 sowie im ersten Halbjahr 2021 war der Karoq nach dem Octavia sogar das weltweit am zweithäufigsten ausgelieferte Škoda-Modell.
Technisch ist der heutige Karoq trotzdem sichtbar gereift: Die aktuelle Generation misst 4.390 mm in der Länge, bietet bis zu 588 Liter Gepäckraumvolumen und kommt mit umgeklappten Rücksitzen auf bis zu 1.605 Liter. Bei den Motoren reicht das offizielle Datenblatt für 2026 von 115 PS bis 150 PS bei Benzinern und Dieseln.
Genau deshalb ist der Nachfolger für Škoda so heikel: Er muss praktischer Alltags-SUV bleiben, darf aber beim Antrieb nicht alt wirken. Ein Karoq mit Vollhybrid oder Plug-in-Hybrid könnte diese Balance treffen – weniger Verbrauch und mehr elektrische Unterstützung, ohne den Käufer komplett auf Ladeplanung festzulegen.
Was das für Deutschland bedeutet
Für den deutschen Markt ist die Nachricht größer, als sie auf den ersten Blick klingt. Der Karoq sitzt genau in jener SUV-Klasse, in der viele Käufer Platz, Übersicht und Alltagstauglichkeit wollen, aber nicht automatisch ein großes Elektroauto suchen. Gleichzeitig hat Škoda mit dem Elroq bereits ein elektrisches Gegenstück in der Kompaktklasse gestartet.
Damit zeichnet sich eine Doppelstrategie ab: Wer elektrisch fahren will, schaut zum Elroq; wer einen klassischen Kompakt-SUV mit moderner Hybridtechnik sucht, könnte ab etwa 2028 beim neuen Karoq landen. Offizielle Preise, finale Motoren und der genaue Marktstart sind noch nicht veröffentlicht.
Klar ist aber schon jetzt: Škoda zieht beim Karoq nicht den Stecker. Der Nachfolger kommt – und wenn der Drei-Jahres-Plan hält, dürfte das Kompakt-SUV deutlich schneller erneuert werden, als viele nach dem Elroq-Start erwartet hatten.