Unter dem neuen Konzernchef François Provost weht bei dem französischen Autobauer ein frischer und vor allem rasanter Wind. Mit dem frisch präsentierten Strategieplan „futuREady“ rüstet sich die Marke für das wohl härteste Jahrzehnt der Automobilgeschichte. Die ambitionierte Ansage: Bis zum Jahr 2030 sollen weltweit insgesamt 36 neue Modelle auf den Markt rollen. Damit will man nicht weniger, als sich als die führende europäische Kraft gegen die immer stärker werdende Konkurrenz aus Fernost zu behaupten.

Dabei markiert das Programm eine deutliche Zäsur. Statt lediglich bestehende Konzepte aufzuwärmen, wird die Entwicklung massiv beschleunigt und auf maximale Effizienz getrimmt. Von den 36 geplanten Fahrzeugen sind allein 22 für den europäischen Markt vorgesehen – 16 davon werden als reine Elektroautos konzipiert.

Die 800-Volt-Waffe gegen Ladefrust

Technologisch zieht der Konzern ein echtes Ass aus dem Ärmel. Die neu entwickelte Elektro-Plattform für die Kompakt- und Mittelklasse wird mit einer 800-Volt-Architektur ausgestattet. Für Autofahrer bedeutet das spürbare Vorteile im Alltag:

  • Reichweiten von bis zu 750 Kilometern nach WLTP.
  • Ultraschnelles Nachladen für hunderte Kilometer in nur zehn Minuten.
  • Ein neuer, komplett inhouse gefertigter Elektromotor mit 275 PS, der 20 Prozent günstiger produziert werden kann.

Durch die kluge Kombination aus kostengünstigen LFP-Akkus für Einstiegsmodelle und leistungsstarken NMC-Batterien für Premiumfahrzeuge sollen zudem die Preise für Endkunden spürbar sinken.

Auch Dacia und Alpine stehen unter Strom

Die weitreichenden Pläne machen auch vor den Tochtermarken nicht Halt. Die auf Preis-Leistung fokussierte Marke Dacia soll ihr Elektro-Portfolio von derzeit einem auf vier Modelle ausbauen. Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen zwei Drittel aller verkauften Dacia-Fahrzeuge elektrifiziert sein. Bei der sportlichen Speerspitze Alpine stehen die Zeichen ebenfalls voll auf Angriff. Neben den rein elektrischen Baureihen A290 und A390 ist eine völlig neue Generation der ikonischen A110 fest eingeplant.

Im Sprint gegen die Konkurrenz aus China

Um im gnadenlosen Preiskampf bestehen zu können, wird hinter den Kulissen hart durchgegriffen. Die Entwicklungszeit neuer Modelle wird drastisch auf nur noch zwei Jahre verkürzt. Gleichzeitig sollen die variablen Produktionskosten pro Fahrzeug jährlich um rund 400 Euro sinken.

"Gemeinsam werden wir zeigen, dass wir langfristig bestehen – und wir werden zum Benchmark der europäischen Automobilindustrie auf der globalen Bühne werden."

Mit diesem ehrgeizigen Masterplan und einem starken Fokus auf digitale Vernetzung ist klar: Der französische Traditionskonzern will nicht nur überleben, sondern die Regeln der neuen Mobilitätswelt aktiv mitgestalten.