Die Sensation auf der Nürburgring-Nordschleife ist perfekt: Der reguläre BMW M2 hat mit dem neu vorgestellten M Performance Track Kit die Rundenzeit des extrem geschärften Spitzenmodells M2 CS unterboten. Bei einer offiziellen Rekordfahrt brannte das kompakte Coupé eine notariell beglaubigte Rundenzeit von 7:25,068 Minuten in den Asphalt der Grünen Hölle. Damit distanziert das mit Werkstuning aufgerüstete Standardmodell die CS-Speerspitze um exakt eine halbe Sekunde – und das, obwohl am Motor des M2 kein einziger Handgriff verändert wurde.

Sekundenjagd unter extremen Bedingungen

Die geschlagene Bestzeit stammte vom BMW M2 CS, der zuvor mit einer Zeit von 7:25,5 Minuten die Messlatte im Kompaktsegment extrem hoch gelegt hatte. Dass nun der reguläre M2 diesen Meilenstein knackt, grenzt an eine Sensation. Schließlich leistet das CS-Sondermodell deutlich mehr und ist konsequent auf Leichtbau getrimmt, während der Standard-M2 mit seinen unveränderten 480 PS aus dem bekannten Dreiliter-Reihensechszylinder antritt.

Der TÜV Rheinland begleitete und zertifizierte die Rekordfahrt, die bereits am 22. Mai stattfand. Am Steuer saß der BMW-M-Versuchsingenieur Jörg Weidinger, der das Auto am absoluten Limit bewegte. Und das unter erschwerten Bedingungen: Hohe Asphalt- und Außentemperaturen sowie Ölspuren im anspruchsvollen Streckenabschnitt T13 machten die Zeitenjagd zu einem echten Ritt auf der Rasierklinge. Umso beeindruckender ist der Vorsprung von einer halben Sekunde auf der gut 20 Kilometer langen Nordschleifen-Runde.

"Mit dem Track Kit beweist BMW, dass intelligente Aerodynamik und Fahrwerkstechnik auf der Rennstrecke manchmal schwerer wiegen als pure Motorleistung."

Aerodynamik direkt aus dem Motorsport

Das Geheimnis hinter diesem Erfolg liegt in der ausgefeilten Aerodynamik und Fahrwerkstechnik des neuen M Performance Track Kits, das ab Juli 2026 lieferbar ist. BMW verlangt für das Paket stolze 23.500 Euro netto – was in Deutschland inklusive Mehrwertsteuer exakt 27.965 Euro macht, zuzüglich der Kosten für den Einbau. Für diesen stattlichen Preis verwandelt sich das Alltags-Coupé jedoch in ein reinrassiges Werkzeug für die Rennstrecke – und das mit voller Straßenzulassung.

Zu den wichtigsten Komponenten des Aerodynamik-Pakets gehören:

  • Ausziehbarer Frontsplitter: Das Bauteil aus Carbon lässt sich manuell für den Track-Einsatz ausfahren und bildet eine aerodynamische Einheit mit dem Frontdiffusor.
  • Optimierte Luftführung: Eine spezielle Hutze unter dem vorgelagerten Motorölkühler garantiert optimale Wärmeabfuhr bei extremer Belastung auf der Rennstrecke.
  • Aero-Flicks und Radhausdiffusoren: Diese Details an der Front erhöhen den Anpressdruck auf der Vorderachse spürbar, was für ein rasiermesserscharfes Einlenkverhalten und zusätzlichen Grip in schnellen Kurven sorgt.
  • Schwanenhals-Heckflügel: Das Konzept des riesigen Flügels stammt direkt aus den Kundensport-Rennwagen M4 GT4 und M4 GT3. Im "Race Mode" lässt er sich manuell um 50 Millimeter nach hinten verschieben, um maximalen Abtrieb zu erzeugen. Der Anstellwinkel ist zudem in zwei Positionen einstellbar.

Wichtig für den Alltag: Für die Fahrt auf öffentlichen Straßen muss der Heckflügel in den "Street Mode" zurückgeschoben werden, um den Vorgaben der StVZO zu entsprechen, da er im Renn-Modus über das Fahrzeugheck hinausragt. Ein echtes Highlight des Spoilers ist zudem die integrierte dritte Bremsleuchte.

Rennsport-Fahrwerk mit echten Motorsport-Genen

Neben dem brachialen Spoilerwerk umfasst das Track Kit ein neu entwickeltes Gewindefahrwerk. Erstmals kommt hier in einem straßenzugelassenen Fahrzeug von BMW ein echtes Motorsport-Dämpfersystem zum Einsatz. Die Dämpfer sind in Zug- und Druckstufe vierfach verstellbar, was ambitionierten Fahrern erlaubt, das Setup perfekt an jede Strecke anzupassen.

Ergänzt wird das Fahrwerk durch verstellbare Stützlager und eine stufenlose Tieferlegung um bis zu 20 Millimeter an Vorder- und Hinterachse. Dass dieser extreme Umbau nicht nur gut aussieht, sondern auf der Nordschleife echte Sekunden bringt, hat BMW nun schwarz auf weiß bewiesen. Für Trackday-Enthusiasten, die das Maximum aus ihrem M2 herausholen wollen, dürfte das Kit trotz des stolzen Preises eine der verlockendsten Optionen des Jahres werden.