Die Gerüchteküche brodelte schon länger, jetzt hat der Mutterkonzern Stellantis die Katze aus dem Sack gelassen: Opel bekommt Familienzuwachs im heiß umkämpften C-Segment. Das noch namenlose, vollelektrische Kompakt-SUV soll bereits 2028 auf die Straßen rollen und das Portfolio neben Mokka, Frontera und Grandland clever ergänzen. Der Clou an der Sache? Die technische Basis liefert der chinesische Partner Leapmotor. Durch diesen strategischen Schachzug will die Marke mit dem Blitz nicht nur die Kosten massiv senken, sondern auch die Entwicklungszeit auf unter zwei Jahre drücken.
Fernost-Technik im Hessen-Gewand
Während die Optik – samt dem markanten Markengesicht –, das Fahrwerk sowie die Licht- und Sitztechnologie weiterhin klar die Handschrift der hessischen Ingenieure tragen werden, stammt das technologische Herzstück erstmals aus China. Beobachter gehen davon aus, dass der kompakte Leapmotor B10 als direkter Technik-Spender fungieren wird.
Das bedeutet für künftige Fahrer konkrete Leistungsdaten, die sich sehen lassen können:
- Mit rund 4,52 Metern Länge platziert sich der Neuling exakt zwischen Frontera und Grandland.
- Ein 160 kW starker Elektromotor sorgt für ordentlich Vortrieb an der Vorderachse.
- Zur Wahl stehen voraussichtlich robuste LFP-Akkus mit 56,2 oder 67,1 kWh Kapazität für Reichweiten von über 430 Kilometern nach WLTP.
- Die große Batterie soll am Schnelllader mit bis zu 168 kW frischen Strom zapfen.
Die Chefetage zeigt sich von der neuen Effizienz begeistert:
"Unser neues SUV soll bei Opel in Rüsselsheim designt und erschaffen und von unseren internationalen Teams in Deutschland und China entwickelt werden."
Gebaut in Europa, entwickelt in China
Trotz der starken fernöstlichen Gene wird das neue SUV ein waschechter Europäer bleiben – zumindest was die Endmontage betrifft. Die Produktion soll ab dem Sommer 2028 im spanischen Stellantis-Werk in Saragossa anlaufen. Dort rollt der Neuling dann Seite an Seite mit dem Opel Corsa vom Band.
Für den traditionsreichen Entwicklungsstandort in Deutschland hat der Strategiewechsel jedoch einen bitteren Beigeschmack. Im Zuge der Neuausrichtung und der immer engeren Verzahnung mit dem chinesischen Joint-Venture-Partner wird die heimische Ingenieursmannschaft spürbar verkleinert.
Ob die mutige Symbiose aus deutschem Design und chinesischer Technologie am Ende die europäische Kundschaft überzeugt, wird sich spätestens 2028 zeigen. Eines ist jedenfalls jetzt schon sicher: Die Traditionsmarke geht mutig neue Wege, um im gnadenlosen Preiskampf der Elektromobilität ganz vorne mitzufahren.