Wenn in Skandinavien der weltgrößte Praxis-Check für Elektroautos ansteht, blickt die gesamte Autobranche gespannt in den hohen Norden. Unter realen Bedingungen werden die Fahrzeuge hier sprichwörtlich bis auf den letzten Prozentpunkt der Batterie leergefahren. In diesem Jahr sorgt das Ergebnis des großen Sommer-Härtetests für ein regelrechtes Beben: Die neueste Generation des BMW iX3 hat einen beeindruckenden Rekord auf den norwegischen Asphalt gebrannt und die viel zitierte Reichweitenangst endgültig beerdigt.
Bayerischer Langstreckenläufer dominiert
Bei optimalen Sommertemperaturen zwischen 12 und 18 Grad startete die Flotte von 24 aktuellen Elektroautos in der Hauptstadt Oslo. Die anspruchsvolle Route forderte alles von den Stromern: dichter Stadtverkehr, kurvige Landstraßen und Autobahnetappen mit Geschwindigkeiten von bis zu 110 km/h. Doch während manch ein Konkurrent längst an der Ladesäule hing, fuhr das Münchener E-SUV scheinbar unermüdlich weiter.
Mit einer gigantischen Batteriekapazität im Unterboden ausgestattet, spulte der BMW iX3 sagenhafte 781 Kilometer am Stück ab. Damit überbot das SUV seine eigene offizielle WLTP-Werksangabe von 770 Kilometern sogar knapp. Die hochkarätige Konkurrenz aus Europa, Asien und den USA wurde bei der reinen Distanz regelrecht deklassiert – der Zweitplatzierte blieb mehr als 60 Kilometer hinter dem Sieger aus Bayern zurück.
Die wichtigsten Fakten zur Rekordfahrt
- Absolute Spitzenklasse: Mit 781 gefahrenen Kilometern fuhr der BMW iX3 weiter als jedes andere getestete Modell in diesem Sommer.
- Katalogwert geschlagen: Die offizielle WLTP-Reichweite wurde im Alltag um 1,5 Prozent übertroffen.
- Zuverlässig im Sommer: Bei warmem Wetter liefern moderne Elektroautos fast exakt das, was die Hersteller in den Prospekten versprechen.
"Das Fahrzeug schien den größten Teil des Tages endlos weiter fahren zu können, doch das änderte sich erst leicht, als in den Bergen der kühlere Abend hereinbrach. Dennoch ist es ein absolutes Top-Ergebnis für den Neuling."
Überraschungssieger aus China bei der Effizienz
Neben der reinen Streckenleistung gibt es bei dem skandinavischen Extremtest stets eine zweite wichtige Wertung: die prozentuale Abweichung von der Herstellerangabe. Wer liefert im Vergleich zum Laborwert am besten ab?
Während BMW bei der absoluten Distanz unangefochten an der Spitze thronte, sicherte sich in der Effizienz-Kategorie ein chinesischer Elektro-Van den Gesamtsieg. Dieses Modell überbot seine versprochene Reichweite von 580 Kilometern um satte 11,4 Prozent und rollte erst nach 646 Kilometern aus.
Solche beeindruckenden Testergebnisse verdeutlichen eine klare Botschaft für alle Autofahrer: Die gefürchteten Reichweiten-Einbrüche gehören – zumindest unter sommerlichen Bedingungen – der Vergangenheit an. Wer künftig weite Urlaubsreisen plant, kann sich auf die Angaben im Fahrzeugschein mehr denn je verlassen. Und wer am Steuer des neuen bayerischen Reichweiten-Königs sitzt, muss ohnehin seltener Pausen einlegen als die eigene Blase es vermutlich einfordert.