Der Markt für elektrische Familien-SUVs bekommt mächtig Zuwachs: MG Motor schickt den brandneuen MG S6 EV ins Rennen. Mit einer Länge von 4,71 Metern, einem überragenden Platzangebot und einer nahezu lückenlosen Serienausstattung will der chinesische Newcomer die etablierten Platzhirsche wie den VW ID.4 und das Tesla Model Y unter Druck setzen. Doch hält das SUV für einen Einstiegspreis von 49.990 Euro auch im harten Alltag, was die Daten auf dem Papier versprechen?
Ein Raumwunder mit Riesen-Kofferraum und Frunk
Schon bei den reinen Abmessungen positioniert sich der MG S6 EV geschickt: Mit einer Länge von 4,71 Metern übertrifft er den VW ID.4 (4,58 Meter) und den Skoda Enyaq (4,65 Meter) spürbar. Dieser Zuwachs kommt voll und ganz den Passagieren und dem Gepäck zugute.
Das Ladeabteil setzt neue Maßstäbe in dieser Klasse:
- Kofferraumvolumen: Sensationelle 674 Liter stehen im Heck zur Verfügung. Zum Vergleich: Der Skoda Enyaq bietet 585 Liter, der VW ID.4 nur 543 Liter. Werden die Rücksitze umgeklappt, wächst der Stauraum im MG auf gigantische 1.910 Liter.
- Frunk: Unter der Fronthaube befindet sich ein zusätzliches Fach mit stolzen 124 Litern Volumen (102 Liter bei der Allradversion) – perfekt für die Ladekabel, die somit auf Reisen nicht unter dem eigentlichen Gepäck vergraben werden müssen. Bei den Elektro-SUVs von VW und Skoda sucht man einen solchen Frunk vergeblich.
Der PS- und Preis-Vergleich zur etablierten Konkurrenz
Besonders spannend wird es beim Blick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Der MG S6 EV Luxury RWD startet mit Hinterradantrieb und einer Leistung von 180 kW (244 PS) bei offiziell 49.990 Euro. Dank der verbauten 77-kWh-Batterie verspricht der Hersteller eine WLTP-Reichweite von bis zu 530 Kilometern.
Wie schlägt sich der Newcomer im direkten Vergleich mit den Platzhirschen?
- Gegen den VW ID.4 Pro: Der Wolfsburger leistet mit 286 PS zwar etwas mehr und startet bei rund 46.825 Euro in einer günstigeren Einstiegsregion. Wer jedoch die Vollausstattung des MG (inklusive Panoramadach, Head-up-Display, 360-Grad-Kamera sowie belüfteten Sitzen) im ID.4 konfigurieren möchte, muss zu teuren Ausstattungspaketen greifen. Am Ende steht beim VW schnell ein Preis von fast 60.000 Euro auf dem Papier – ein realer Preisvorteil von rund 10.000 Euro für den MG.
- Gegen den Skoda Enyaq 85: Der tschechische Bestseller mit 286 PS steht ab 48.900 Euro in der offiziellen Preisliste. Auch hier schlägt die Aufpreispolitik für Komfort- und Assistenzfeatures erbarmungslos zu. Wer beispielsweise das adaptive Fahrwerk und elektrische Massagesitze haben möchte, muss bei Skoda zum teuren "Maxx"-Paket greifen, das mit satten 6.810 Euro zu Buche schlägt. Der MG bietet all diese luxuriösen Features serienmäßig ab Werk.
- Im Allrad-Duell gegen den ID.4 GTX: Wer maximale Power sucht, greift zum MG S6 Luxury AWD mit zwei Elektromotoren und einer Systemleistung von 266 kW (361 PS) für 53.990 Euro. Er beschleunigt in nur 5,1 Sekunden auf Tempo 100. Der VW ID.4 GTX (340 PS) schlägt dagegen mit einem Grundpreis von mindestens 53.825 Euro zu Buche. Auf den ersten Blick herrscht hier nahezu Gleichstand. Doch auch hier gilt: Der MG kommt als voll ausgestattete „Luxury“-Version. Rüstet man den nackten ID.4 GTX auf das Niveau des Chinesen auf (u.a. Panorama-Glasdach, belüftete Sitze, Head-up-Display), knackt der Wolfsburger spielend die 60.000-Euro-Marke.
- Gegen das Tesla Model Y: Der weltweite Bestseller aus den USA startet in der Standard-Ausführung mit Hinterradantrieb bereits ab 39.990 Euro und ist damit auf den ersten Blick deutlich günstiger. Allerdings bietet das Basis-Model-Y in dieser Variante mit 430 Kilometern nach WLTP eine spürbar geringere Reichweite als der MG S6 EV mit seinen 530 Kilometern. Zudem verzichtet Tesla in der günstigen Einstiegsversion auf viele Komfortmerkmale: Beliebte Details wie ein echtes Head-up-Display, belüftete Sitze oder physische Tasten für Klimaanlage und Infotainment sucht man beim amerikanischen Konkurrenten vergeblich.
Vollausstattung serienmäßig – mit einer kleinen Schwachstelle
Ein echtes Kaufargument für den MG S6 EV ist die nahezu lückenlose Serienausstattung der „Luxury“-Linie. Außer dem Allradantrieb (4.000 Euro Aufpreis), einer hellen Innenausstattung (450 Euro) und Sonderlackierungen (690 Euro) gibt es schlicht keine Aufpreisliste. Vom riesigen Panorama-Glasdach über das Head-up-Display, beheiz- und belüftbare Vordersitze sowie beheizbare äußere Rücksitze bis hin zur Wärmepumpe und einem Soundsystem mit elf Lautsprechern ist alles an Bord. Sogar Apps wie Spotify, YouTube und TikTok sind direkt ins Infotainment integriert.
Doch in ersten Fahrberichten offenbaren sich auch kleinere Schwächen:
In Sachen Schnellladeleistung liegt der MG S6 im Durchschnitt: Maximal 144 kW sind am DC-Lader möglich. Das Laden von 10 auf 80 Prozent dauert 38 Minuten – die deutsche Konkurrenz schafft das heute teils deutlich schneller.
Zudem kritisierten Tester die teils nervösen Assistenzsysteme und die leicht verschwommene Projektion des Head-up-Displays bei schnellen Augenbewegungen.
Fazit: Ein harter Brocken für die Konkurrenz
MG zeigt mit dem neuen MG S6 EV eindrucksvoll, dass die Marke das Segment der elektrischen Familien-SUVs sehr ernst nimmt. Zwar ist das Modell kein absolutes Billig-Angebot mehr, doch das Gesamtpaket aus überragendem Platzangebot, 244 PS Einstiegsleistung und einer unschlagbaren Serienausstattung setzt die europäische Konkurrenz massiv unter Druck. Wer beim Autokauf kühl rechnet, kommt an diesem China-SUV kaum vorbei – zumal MG eine beruhigende Werksgarantie von sieben Jahren (bis 150.000 Kilometer) beilegt.